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Spätes Torfestival: 8:1 nach 0:4: Zenit St. Petersburg erreicht nach irrer Aufholjagd Europa-League-Playoffs

Sie gaben die Hoffnung nicht auf - und wurden belohnt: Zenit St. Petersburg steht nach einem spektakulären Spiel gegen Dinamo Minsk in den Playoffs um die Europa League. Das Hinspiel hatte das Team mit 0:4 verloren.

Zenit St. Petersburg - Dinamo Minsk - Europa League Playoffs - Aufholjagd

Die Zenit-Profis Artem Dsjuba (M.) und Sebastian Driussi (r.) bejubeln einen Treffer

DPA

Die Chance aufs Weiterkommen war eigentlich nur noch theoretischer Natur - doch die Spieler von Zenit St. Petersburg nutzten sie und stehen nun in den Playoffs um den Einzug in die Europa League. 0:4 war das russische Team im Hinspiel vor einer Woche gegen Dinamo Minsk untergegangen. Am gestrigen Donnerstagabend glückte der Mannschaft im heimischen Stadion jedoch eine irre Aufholjagd, die ihren Weg in die Geschichtsbücher finden dürfte. 8:1 hieß es am Ende der Verlängerung für St. Petersburg - entsprechend kam Trainer Sergej Semak nach der Partie auch gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. 

Als "ein heroisches Spiel" bezeichnete er das 8:1 in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League, mit dem seinen Mannen tatsächlich noch die Wende geglückt war. "Die Jungs haben sich selbst in diese Situation gebracht und jetzt diesen Sieg mit Zuckerguss errungen", sagte Semak der Agentur Tass zufolge. 

Zenit St. Petersburg dreht spät auf

Danach hatte es während der Partie lange nicht ausgesehen. Zwar hatte Leandro Parades Zenit früh in Führung gebracht (22. Minute), das 2:0 fiel jedoch erst nach gut zwanzig gespielten Minuten der zweiten Halbzeit. Dass Parades zudem in der 72. Spielminute mit Gelb-Rot vom Platz musste, machte ein Wunder nicht unbedingt wahrscheinlicher. Der russische Nationalspieler Artem Dsyuba wollte sich damit aber ganz offensichtlich nicht abfinden. Mit einem Doppelpack (75./78.) rettete der Hüne seine Mannschaft tatsächlich in die Verlängerung.

Auch dort folgte zunächst ein Dämpfer. In der 99. Spielminute gelang Seidu Yahaya der "Anschlusstreffer" für Minsk zum 1:4. Zenit war damit wieder zwei Treffer vom Playoff-Einzug entfernt. Höchste Zeit für das zweite Zenit-Comeback: Zehn Minuten nach dem Gegentreffer erhöhte Sebastian Driussi auf 5:1, ehe erneut Dsyuba (116./Foulelfmeter) sowie der Ex-Nürnberger Robert Mak (120.+2, Foulelfmeter/120.+3) zum Endstand von 8:1 einnetzten.

"Beleidigend, dass so viele nicht an uns glauben wollten"

Dreifach-Torschütze Dsyuba sah sein Team nach dieser Vorstellung für die künftige Aufgabe - in den Playoffs trifft man nun auf den norwegischen Klub Klub FK Molde - gestärkt: "Das war ein extrem wichtiger Sieg - vor allem für unser Teambuilding", sagte der 29-jährige Nationalspieler. "Es war beleidigend, dass so viele nicht an uns glauben wollten."

Die russische Presse überschlug sich mit Lob für die Mannschaft. "Das war einfach nur cool! Ein echter Kampf", schrieb die Tageszeitung "Sport-Express". "Die letzten Minuten des Spiels sind eigentlich das beste Drehbuch für einen Hollywood-Film", hieß es in der "Rossijskaja Gaseta".

Links ein Spieler des VfL Wolfsburg im grünen Trikot, in der Mitte ein Bayern-Spieler in Rot und rechts ein Frankfurter Spieler
mod mit DPA/tis

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