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Frankfurt: Hitzedrama beim Ironman: US-Amerikanerin verspielt Sieg 900 Meter vor dem Ziel

Dramatisches Ende einer Hitzeschlacht. 900 Meter fehlten Triathletin Sarah True zum Sieg bei der Ironman European Championship in Frankfurt. Doch statt auf dem bebenden Römerberg endete ihre Reise in den Armen eines Sanitäters.

Ironman Frankfurt Sarah True auf der Marathonstrecke

Bis kurz vor dem Ziel sah Sarah True wie die sichere Siegerin des Ironman Frankfurt aus. Dann torkelte sie einem Sanitäter in die Arme.

Sie kann die Tausenden frenetischen Zuschauer auf den Tribünen am Frankfurter Römerberg schon hören. Triathlonprofi Sarah True hat ihren ersten Sieg bei der Ironman European Championship, einem der wichtigsten Rennen der weltweiten Ironmanserie, so gut wie sicher. Doch dann kommt alles anders.

Das Thermometer kratzt an der 40-Grad-Marke als True am Sonntagmittag in ihre Laufschuhe schlüpft. 42,195 Kilometer liegen vor der erfahrenen und austrainierten Athletin aus New Hampshire. 2018 zauberte sie am Main eine Fabelzeit von 2:55 Stunden aus dem Hut. Kaum jemand zweifelt daran, dass sie nach Platz 2 im Vorjahr den Ironman Frankfurt dieses Mal gewinnt. Vor allem deshalb nicht, weil sie nach 3,8 Kilometern Schwimmen und 185 Kilometern Radfahren an der Spitze des Frauenfelds in der brütenden Mittagshitze zum Wechsel am Mainkai kommt.

Mit weichen Knien in die Arme eines Sanitäters

Und die frühere Kurzdistanz-Spezialistin liefert. Nach 1:30 Stunden passiert sie die Halbmarathonmarke – mit einem Vorsprung von fast sieben Minuten. Hinter True quetscht Neuling Skye Moench (USA) ebenfalls die letzten Reserven aus sich heraus. Dann bekommt True sprichwörtlich weiche Knie. Sie wankt, kann sich kaum noch auf den Beinen halten und läuft vollkommen apathisch sogar an den letzten Verpflegungsstellen vorbei.

Schließlich, weniger als 900 Meter vor dem Ziel, bricht sie vor den applaudierenden Zuschauern völlig entkräftet zusammen und sinkt einem Sanitäter in die Arme. Nichts geht mehr. Helfer tragen die 37-Jährige in den Schatten – unerträgliche 39 Grad Celsius zeigt das Themometer. True will weitermachen, diskutiert mit den Sanitätern. Doch die lassen sie nicht zurück auf die Strecke. "Die Sanitäter haben sich um sie gekümmert, weil sie das Rennen nicht mehr fortsetzen konnte", bestätigte ein Ironman-Sprecher gegenüber dem stern und gab zugleich Entwarnung: "Mittlerweile ist alles wieder gut", hieß es schon eine Stunde nach dem Zusammenbruch.

Den Sieg erbt Skye Moench, die nach dem Aus von True als Erste vom Mainufer auf den roten Teppich am Römerberg abbiegt und nach 9:15:31 Stunden den mit Abstand wichtigsten Sieg ihrer Triathlonkarriere feiert. Für True war das Drama am Main die zweite Enttäuschung der Saison. Erst drei Wochen zuvor war sie beim Ironman im australischen Cairns verletzt ausgeschieden.

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