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Der komplizierte Nick Kyrgios: Tennis-Star empört mit Null-Bock-Auftritt

Tennis-Star Nick Kyrgios, immerhin Nummer 14 der Welt, hatte am Wochenende noch ein Turnier in Tokio gewonnen. In Shanghai ist er jetzt überraschend in der zweiten Runde gescheitert - weil er einfach keinen Bock hatte.

Der australische Tennis-Spieler Nick Kyrgios ist in der Szene sehr umstritten

Der australische Tennis-Spieler Nick Kyrgios ist in der Szene sehr umstritten

Nick Kyrgios ist kein einfacher Zeitgenosse. Der Tennis-Star, immerhin Nummer 14 der ATP-Weltrangliste, ist zwar mit großem Talent gesegnet, macht jedoch immer wieder mit seinem schlechten Benehmen auf und neben dem Platz auf sich aufmerksam. So warf er seinem Schweizer Kontrahenten Stan Wawrinka bei einem Seitenwechsel im Rogers Cup 2015 an den Kopf: "Kokkinakis (Anm. d. Red. ein anderer Tennis-Profi) hat deine Freundin geknallt. Sorry, es dir sagen zu müssen, Kumpel." Außerdem zeichneten die Außenmikrophone auf, wie er Wawrinka vorwarf, "18-Jährige zu knallen". Die ATP brummte ihm eine Geldstrafe und eine Sperre auf Bewährung auf. Kyrgios gelobte später Besserung.

Dennoch bleibt der extrovertierte Australier ein unangepasster Paradiesvogel im Tennis-Dschungel. Am Wochenende gewann er noch das ATP-Turnier in Tokio, drei Tage später wird er beim Masters-Turnier in Shanghai von den Fans vom Platz gebuht. Was war passiert?

Offensichtlich fühlte er sich nach seinem Triumph vom Wochenende müde und legte einen Null-Bock-Auftritt in der zweiten Runde gegen den Hamburger Mischa Zverev hin. Gegen den Weltranglisten-110. klar als Favorit ins Rennen gegangen, schenkte Kyrgios das Match praktisch ab. Er schlich über den Platz, löffelte seine Aufschläge teilweise nur ins Feld und ging einfach schon in Richtung Bank, ehe sein Gegenüber überhaupt den Ball geschlagen hatte. Kleine Kostprobe?

Ein Fan soll sich beschwert haben: "Respektiere das Spiel, respektiere die Leute." Dazu Kyrgios schlicht: "Geh' nach Hause." Auch Schiedsrichter Ali Nilli war nicht amüsiert: "Du kannst so nicht spielen, okay? Das ist unprofessionell. Dies ist ein Profi-Turnier, wir müssen uns professionell benehmen und vollen Einsatz geben, die ganze Zeit."

Nick Kyrgios gelobt mal wieder Besserung

Wie es so Kyrgios' Art ist, gelobte er später in den sozialen Netzwerken Besserung: "Heute auf so vielen Ebenen nicht gut genug. Ich bin besser als das. Ich könnte etwas von Entschuldigungen erzählen, aber es gibt keine. Sorry", schrieb er dort. Dazu der Hashtag #StillAWorkInProgress (etwa: Ich arbeite noch an mir).


Es ist nicht das erste Mal, dass Kyrgios durch das im Englischen "Tanking" genannte absichtliche Schlechtspielen auffällt. In Wimbledon soll er 2015 schon einmal während seiner Niederlage in der vierten Runde gegen Richard Gasquet absichtlich mehrere Aufschläge des Franzosen nicht retourniert haben. Er wurde von den Zuschauern ausgebuht, beteuerte aber später, "es natürlich versucht zu haben."

fin

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