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Nach Salazar-Sperre: Nike zieht Notbremse: Aus für umstrittenes Oregon Project – auch WM-Dritte Klosterhalfen betroffen

Das umstrittene Nike Oregon Project um Cheftrainer Alberto Salazar ist Geschichte. Der US-Sportartikelhersteller reagierte wenige Tage nach der Leichtathletik-WM auf den massiven Druck und verkündete das Aus. Auch eine Deutsche ist davon betroffen.

Die deutsche WM-Dritte Konstanze Klosterhalfen

Sie muss sich nun eine neue sportliche Heimat suchen: die deutsche WM-Dritte Konstanze Klosterhalfen

DPA

Kurz nach ihrem Bronze-Lauf hatte Konstanze Klosterhalfen noch vom Training im umstrittenen Nike Oregon Project geschwärmt. Nun muss sich die 22-jährige gebürtige Bonnerin eine neue sportliche Heimat suchen. Wenige Tage nach dem Ende der Leichtathletik-WM in Doha hat US-Sportartikelhersteller Nike das Aus für das Projekt verkündet.

Hintergrund sind die schweren Vorwürfe gegen Cheftrainer Alberto Salazar. Am Rande der WM in Katar war ihm die Akkreditierung entzogen worden nachdem die US-Anti-Doping-Behörde USADA den gebürtigen Kubaner und früheren Marathonläufer wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln für vier Jahre gesperrt hatte.

Nike: "Werden allen Athleten beim Übergang helfen"

Nachdem mehrere US-Medien über die Entscheidung berichtet hatten, bestätigte Nike seinen Entschluss auch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben beschlossen, das Oregon-Projekt zu beenden, damit sich die Athleten auf ihre Trainings- und Wettkampfbedürfnisse konzentrieren können", heißt es demnach in einer Stellungnahme. Nike betont darin gleichzeitig, dass die Untersuchungskommission nicht festgestellt hat, dass bei Athleten des Nike Oregon Project "jemals leistungssteigernde Mittel eingesetzt" wurden. Die Gesamtsituation sei für die Athleten aber zu einer "unfairen Belastung" geworden, zitieren US-Medien aus einem internen Schreiben.

Der Vorstandsvorsitzender Mark Parker stellte sich darin sowohl hinter die Athleten, als auch hinter das Trainerteam. "Wir werden all unseren Athleten bei diesem Übergang helfen, wenn sie die für sie geeigneten Trainingsbedingungen auswählen", heißt es. Zudem werde man Salazar in seiner Berufung weiterhin unterstützen. Der Chefstratege hatte schon nach dem Urteil der USADA angekündigt, sich gegen die vierjährige Sperre wehren zu wollen.

Konstanze Klosterhalfen - Oregon Project wird eingestellt

WM-Dritte Konstanze Klosterhalfen hat beim umstrittenen Oregon Project in Portland trainiert. Auch ihre Leistungen wurden zuletzt immer wieder hinterfragt.

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Klosterhalfen muss sich umorientieren 

Konstanze Klosterhalfen gehörte dem hochkarätig besetzten Team offiziell seit April 2019 an, trainiert aber schon seit November 2018 in Portland. Allerdings unter der Regie von Pete Julian, wie die 22-Jährige zuletzt immer wieder betonte. Zudem schwärmte Klosterhalfen stets von den optimalen Trainingsbedingungen. "Oregon war ein wichtiger Schritt, ein Glücksfall für mich". Nun muss die 5000-Meter-Spezialistin ihr sportliches Glück woanders suchen. Im August hatte sie in einem spektakulären Rennen den 20 Jahre alten deutschen Rekord über 5000 Meter um 15 Sekunden auf 14:26,76 Minuten geschraubt.

js / DPA

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