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Olympia-Abschluss: Abschied von Athen

IOC-Präsident Jacques Rogge hat die "unvergesslichen Traumspiele" von Athen für beendet erklärt. In einer glanzvollen Schlussfeier verabschiedete sich die griechische Hauptstadt und übergab Peking die Olympische Flagge, dem Ort der 19. Olympischen Spiele 2008.

Die XXVIII. Olympischen Spiele endeten am Sonntag in Athen nach einem 17-tägigen "heißen" Kampf um Gold, Silber und Bronze mit einer stimmungsvollen und fröhlichen Party. Um 22.47 Ortszeit (21.47 MESZ) blies ein kleines Mädchen symbolisch das Olympische Feuer aus, das der griechische Surf-Olympiasieger Nikos Kaklamanakis am 13. August als letzter Läufer eines Rekord-Fackellaufes über alle fünf Kontinente entzündet hatte.

"Brillante Spiele"

IOC-Präsident Jacques Rogge erklärte im Athener Olympiastadion, über dem der Vollmond schien, die Spiele um 22.23 Uhr Ortszeit offiziell für beendet und lud «die Jugend der Welt» zu den nächsten Spielen in Peking ein. "Diese Spiele waren unvergessliche Traum-Spiele", sagte Rogge, der von "brillanten Spielen" in "Frieden und Brüderlichkeit" sprach. Dem Gastgeber-Land zollte der Belgier großes Lob: "Ihr Griechen, die Sieger seid Ihr! Glänzend habt ihr die große Herausforderung gemeistert, die Spiele zu veranstalten."

Vom 8. bis 24. August 2008 wird die Olympische Flamme über der chinesischen Hauptstadt leuchten. Wang Qishan, der Bürgermeister von Peking, nahm aus den Händen von Rogge die Olympische Fahne entgegen, nachdem sie die Athener Bürgermeisterin Dora Bakoyannis zuvor an den IOC-Chef übergeben hatte.

Vorfreude in Peking

Nach der Rückkehr des größten Sport-Spektakels der Welt an den Schauplatz der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 wird in vier Jahren China erstmals Olympia-Gastgeber sein. Das Abschneiden als zweitbeste Nation mit 32 Gold-, 17 Silber- und 14 Goldmedaillen hinter den USA (35/39/29) hat die Vorfreude im bevölkerungsreichsten Land der Erde auf die "Heim-Spiele" noch einmal "enorm gesteigert", wie am Sonntag aus Peking verlautete.

Farbenprächtige Abschiedfeier

Die Schlussfeier bot den Bilderbogen einer ländlichen Feier aus allen griechischen Regionen, untermalt von der jeweiligen Volksmusik. Der Innenraum war in ein spiralförmiges Weizenfeld verwandelt. 45 000 Halme hatte man in den Boden «gepflanzt». Bei griechischen Festen symbolisiert Weizen die Fruchtbarkeit der Erde, in dem spiralförmigen Bild stand er für die Frucht der Vereinigung zwischen Sonne und Erde. Am Ende verwandelte sich die Spirale in die fünf Olympischen Ringe. 3691 Laien-Darsteller aus 15 Ländern hatten seit Mai die zweistündige Show eingeübt, die laut mit Pop-Musik, einem tanzenden Publikum und Feuerwerk endete.

Tausende Athleten marschierten gemeinsam und gemischt ein und verbreiteten Party-Stimmung, die von «La-Ola-Wellen» auf den Rängen begleitet wurde. Die deutsche Fahne trug die Ruder-Olympiasiegerin Kathrin Boron. Die deutsche Mannschaft war beim Schlusspunkt noch mit zahlreichen Athleten vertreten. Als letzte hatten die Handballer wenige Stunden vor der Schlussfeier mit der Silbermedaille das 48. Edelmetall für das 450-köpfige deutsche Olympia-Team gewonnen, das mit 14 Gold-, 16 Silber- und 18 Bronze-Plaketten den sechsten Platz unter der Rekordzahl von 202 Nationen belegte.

Marathon-Medaillen während der Schlusszeremonie verliehen

Die 301. und letzte Entscheidung von Athen entschied am Abend der Italiener Stefano Baldini im Marathonlauf für sich. Dem Brasilianer Vanderlei Lima, der während des Rennens in Führung liegend von der Strecke gezerrt worden war, wurde von Rogge neben Bronze die Pierre de Coubertin-Fairnessmedaille überreicht.

Gianna Angelopoulos-Daskalaki, die Chefin des griechischen Organisationskomitees, verlieh symbolisch eine 302. Goldmedaille: "Sie gehört allen Griechen!" Die aufwändigsten und mit 1,2 Milliarden Euro teuersten Sicherheitsmaßnahmen in der Sport-Geschichte sorgten für friedliche Spiele. Sie wurden geprägt von bemerkenswerten Leistungen, aber auch überschattet vom Dauer-Thema Doping.

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