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Smog: Fahrverbote in Peking vor Olympia

Chinas Regierung hat dem Smog in Peking den Kampf angesagt: Um zu den Olympischen Spielen eine saubere Luft bieten zu können, sind die 3,3 Millionen Autos der Hauptstadt Fahrverboten unterworfen. Dafür ist die U-Bahn ausgebaut worden.

Zur Verbesserung der chronisch schlechten Luftqualität vor den Olympischen Spielen ist in Peking ein umfassendes Fahrverbot in Kraft getreten. In den kommenden zwei Monaten darf jeweils nur die Hälfte der 3,3 Millionen Autos auf den Straßen der chinesischen Hauptstadt unterwegs sein, abhängig von geraden oder ungeraden Nummernschildern.

Damit die Einwohner Pekings sich auch an den Tagen, an denen sie nicht Auto fahren dürfen, problemlos fortbewegen können, wurden drei neue U-Bahnlinien eröffnet. Die hochmodernen Linien schaffen unter anderem Anbindungen an den im Februar eingeweihten Riesen-Terminal des Pekinger Flughafens und das Olympia-Stadion. Damit fahren nun acht U-Bahnlinien auf 200 Kilometer Schienennetz durch die chinesische Hauptstadt. Die Linie zum Olympiapark soll während der Sommerspiele vom 8. bis 24. August allerdings hauptsächlich Athleten, Verantwortlichen, Journalisten und Ticket-Besitzern zur Verfügung stehen.

Am Montag, dem ersten Werktag seit der Einführung der Verkehrsbeschränkungen, kam es im morgendlichen Berufsverkehr zunächst nicht zu dem befürchteten Chaos in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Um die Rushhour etwas zu entschärfen, waren die Beschäftigten zu einer Flexibilisierung ihrer Arbeitszeit aufgerufen worden. Öffentliche Einrichtungen öffneten eine Stunde später als normal.

Seit Monatsbeginn sind bereits 300.000 Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß komplett von den Straßen verbannt. Die Behörden lassen angesichts der Luftverschmutzung außerdem zahlreiche Fabriken vorübergehend schließen. Chemiewerke, Gießereien und andere Unternehmen müssen ihre Emissionen um 30 Prozent reduzieren, Bauarbeiten werden vollständig eingestellt. Nach Angaben der Weltbank liegen 16 der 20 Städte mit der weltweit schlechtesten Luftqualität in China.

Etliche Athleten haben sich entschieden, ihr Training außerhalb der Hauptstadt zu absolvieren. Und der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, hat mehrfach gewarnt, dass Wettkämpfe in Ausdauersportarten von mehr als einer Stunde Dauer wegen der Luftverschmutzung verschoben werden könnten.

AP/AFP / AP
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