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Olympia: So lief die Nacht: Bob-Frauen bleiben ohne Medaille

Ein schwerer Sturz im Eiskanal von Whistler hat die deutschen Bobfahrerinnen um eine Medaille gebracht. Cathleen Martini und ihre Bremserin Romy Logsch lagen vor dem Unglück auf dem vierten Platz. Südkoreas Shortrackerinnen gewannen und wurden disqualifiziert und eine Australierin sprang im Freestyle zu Gold: So lief die Nacht.

Erstmals in ihrer achtjährigen Olympia-Geschichte sind die deutschen Bob-Frauen bei der Medaillenvergabe leer ausgegangen. Nach einem schweren Sturz im letzten Lauf büßte die auf Platz vier lauernde Europameisterin Cathleen Martini am Mittwochabend ihre Chance auf Edelmetall ein. Ihre Bremserin Romy Logsch wurde bei dem spektakulären Unfall aus dem Schlitten geschleudert, doch wenige Augenblicke später gab es Entwarnung: Beide Frauen blieben unverletzt, Entsetzen und Schock am Rand der Hochgeschwindigkeitsbahn wichen der Erleichterung. Gold und Silber auf der Heimbahn in Whistler gingen an Kanada.

"Wir sind heile, uns geht's wieder gut. Ich hab' versucht, auf Risiko zu fahren und alles rauszuholen. Ich konnte es dann einfach in der 13 nicht mehr retten", meinte Martini zu der Schrecksekunde in der berüchtigten "Fifty-Fifty"-Kurve. "Die innere Enttäuschung ist größer als die äußeren Schmerzen", gab sie zu - und verdrückte ein paar Tränen. Bremserin Logsch nahm den Unfall mit Galgenhumor: "Es war der erste Sturz in meiner Karriere. Jetzt bin ich halt eine richtige Bobfahrerin."

+++Riesenslalom droht Ausgang ohne Siegerin+++

Dem Damen-Riesenslalom droht ein Ausgang ohne Olympiasiegerin. Sollte der am Mittwoch wegen Nebels um einen Tag verschobene zweite Durchgang wegen weiter schlechten Wetters und anderer Wettbewerbe nicht mehr im Zeitplan unterzubringen sein, würde der Wettkampf ohne offizielles Ergebnis bleiben. "Das kann leicht passieren", sagte Renndirektor Atle Skaardal. Der Stand nach dem am Mittwoch gefahrenen ersten Lauf könne in keinem Fall als Endergebnis gewertet werden. "Diese Möglichkeit gibt es nicht. Wir müssen zwei Durchgänge gefahren sein", betonte Skaardal.

Nicht mehr dabei wäre US-Skistar Lindsey Vonn. Die Amerikanierin brach sich bei ihrem Sturz im ersten Durchgang den kleinen Finger der rechten Hand. Das gab der medizinische Stab des US-Skiteams bekannt. Ob die Abfahrts-Olympiasiegerin am Freitag zum Abschluss der alpinen Wettkämpfe der Damen im Slalom an den Start gehen werde, habe sie noch nicht entschieden, hieß es.

+++Kanada feiert historischen Sieg gegen Russland+++

Kanadas Eishockey-Party in Vancouver geht weiter. Die Super-Cracks des Olympia-Gastgebers demütigten im Giganten-Gipfel Weltmeister Russland mit 7:3 und sind nur noch zwei Siege vom ersehnten Heim-Gold entfernt. In einem berauschenden Viertelfinale zeigte "Team Canada" seine bislang beste Turnierleistung. "Von so einem Spiel haben meine Jungs geträumt", sagte Trainer Mike Babcock.

Als erstes Team waren zuvor die US-Boys durch einen mühsamen 2:0-Erfolg gegen die Schweiz ins Halbfinale eingezogen. Für die USA erzielte Zach Parise (43./60.) beide Treffer. Nächster Gegner ist Finnland. Der Olympia-Zweite von Turin besiegte Tschechien durch Tore von Niklas Hagman (54.) und Valtteri Filppula (59.) mit 2:0. Im Halbfinale trifft Finnland am Freitag auf die USA. Kanada erwartet den Sieger aus der Partie Schweden gegen Slowakei.

+++Chinas Shortrackerinnen gewinnen Gold+++

Die große Siegesserie der südkoreanischen Shorttrackerinnen ist am Mittwoch im Pacific Coliseum von Vancouver gerissen. Nach vier Olympiasiegen waren die Asiatinnen zwar im Staffel-Finale über 3000 Meter wieder das schnellste Team, wurden aber nachträglich wegen einer unzulässigen Behinderung der Chinesinnen disqualifiziert. Damit ging das olympische Staffel-Gold erstmals an den Weltmeister aus China, Kanada gewann Silber, die USA Bronze. Die deutschen Frauen hatten das Olympia-Ticket verpasst.

+++Freestyle-Gold an Australierin+++

Die australische Ski-Freestylerin Lydia Lassila ist Olympiasiegerin im Springen. Sie gewann am Cypress Mountain vor den Chinesinnen Li Nina und Guo Xinxin. Die Wertungsrichter bewerteten die zwei Sprünge von Lassila mit 214,74 Punkten am höchsten. Die Weltcup-Gesamtsiegerin Li Nina kam auf 207,23 Zähler, Guo Xinxin auf 205,22 Punkte.

DPA/tis / DPA

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