Olympia in Vancouver: Langlauf Björgen gelingt zweiter Gold-Coup


Tag der Norweger in Vancouver: Kurz nach dem Super-G-Triumph von Aksel Lund Svindal legte Langläuferin Marit Björgen nach und holte den Olympia-Sieg in der Verfolgung - ihr zweites Gold bei diesen Spielen. Die Deutschen waren chancenlos.

Deutschlands Langläuferinnen sind der Konkurrenz im Verfolgungsrennen über 15 Kilometer chancenlos hinterhergehechelt und haben auch im dritten Olympia-Rennen die angestrebten Top-Ten-Platzierungen verfehlt. Beim zweiten Gold-Coup der Norwegerin Marit Björgen kam Evi Sachenbacher-Stehle am Freitag als beste deutsche Läuferin mit 1:39,8 Minuten Rückstand auf den elften Rang. Während sich die Schwedin Anna Haag und Justyna Kowalczyk aus Polen im Callaghan Valley über Silber und Bronze freuten, hatten die deutschen Damen bei der Doppelverfolgung schon auf dem 7,5 Kilometer langen Klassik-Teilstück alle Chancen auf vordere Platzierungen eingebüßt.

"Evi hat Platz zehn knapp verfehlt, dennoch war ihre Leistung absolut okay. Wir haben schon früh gesehen, dass wir keine Chance haben, in den Medaillenbereich vorzudringen", bilanzierte Bundestrainer Jochen Behle das Rennen, in dem Sprint-Spezialistin Nicole Fessel aus Oberstdorf als 22. zweitbeste Deutsche war. Die im Zielsprint von der Kanadierin Sara Renner knapp bezwungene Sachenbacher-Stehle war ebenfalls zufrieden. "Ich habe mich echt gut gefühlt, und es ist auf der ersten Runde ganz gut gelaufen. Dann ist mir dummerweise eine Startnummer unter den Ski geraten und dort festgeklebt. Das hat mich sieben, acht Sekunden gekostet. Das ist saublöd", meinte die 29-Jährige aus Reit im Winkl.

Deutsche weit von der Sonnenseite entfernt

Zwei Tage nach dem unglücklich verpassten Sprint-Halbfinale belegte Katrin Zeller aus Oberstdorf Rang 24. Stefanie Böhler aus Ibach, die frühzeitig zurückgefallen war, musste sich mit Platz 36 begnügen. "Da ich mit Steffi und Katrin nicht zufrieden bin, macht mir das die Entscheidung über die Besetzung im Teamsprint und der Staffel nicht gerade leicht", so Behle.

Vor dem Rennen hatte der Bundestrainer darauf gehofft, dass seine Läuferinnen den Kontakt nach vorne halten können. "Wir haben bisher nicht auf der Sonnenseite gestanden. Ziel ist auch heute wieder eine einstellige Platzierung. Deshalb haben wir die Devise ausgegeben, so lange wie möglich vorne dranzubleiben", hatte Behle vorsichtig seine Ziele formuliert. Dieses Vorhaben gelang aber schon auf der Klassik-Strecke nicht, sodass der Rückstand im zweiten Teil des Rennens nicht mehr aufzuholen war.

Bärenstarke Björgen

Sachenbacher-Stehle hatte am Ende der Führungsgruppe zunächst Blickkontakt zur Spitze gehalten, doch auf der zweiten 3,75 Kilometer-Schleife musste die Bayerin abreißen lassen. Beim Skiwechsel zur Hälfte des Rennens hatte Sachenbacher-Stehle als Zwölfte bereits 42,4 Sekunden Rückstand, Zeller lag als 13. noch weitere 15 Sekunden dahinter.

Die Taktik der Norwegerinnen mit der bärenstarken Björgen, das Feld schon auf dem 7,5 Kilometer langen Teilstück in der klassischen Technik mit energischem Antritt zu sprengen, ging zwar nicht auf. Denn nach zwei Enttäuschungen zum Olympia-Auftakt ließ sich die im Weltcup führende Polin Kowalczyk erst einmal nicht abschütteln. Doch als Sprintsiegerin Björgen zwei Kilometer vor dem Ziel das Tempo entscheidend verschärfte, konnte niemand mehr folgen. Turin-Olympiasiegerin Kristina Smigun-Vähi aus Estland stieg nach rund sechs Kilometern entkräftet aus dem Rennen aus.

Gerald Fritsche und Eric Dobias/DPA DPA

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