Rodeln Hoffen auf Medaillenregen


Angeführt von Gold-Anwärterin Tatjana Hüfner wollen sich die deutschen Rodler auch bei der Tempojagd in Whistler nicht ausbremsen lassen. Das Ziel ist klar: Jede Menge olympisches Edelmetall.

"Wir möchten in jedem Rennen eine Medaille, bei den Frauen dürfen es auch gerne zwei sein", gibt Generalsekretär Thomas Schwab vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) das Ziel vor.

Dabei ist der frühere Rodel-Bundestrainer sogar noch zurückhaltend: Seit der Aufnahme des Kufen-Sports ins Olympia- Programm 1964 konnten die deutschen Rodler 25 der 36 Goldmedaillen holen. Doch die magere Ausbeute vor vier Jahren, als es für Schwabs Athleten nur viermal Edelmetall gab, ist nicht vergessen. "Turin war nicht zufriedenstellend, da müssen wir nicht drumherumreden", sagt Schwab.

Vor allem die bei den letzten drei Winterspielen ungeschlagenen deutschen Frauen gelten auch auf der Hochgeschwindigkeitsbahn von Whistler als Top-Favoriten. "Da will ich ganz oben stehen", kündigte die zweimalige Weltmeisterin Hüfner schon vor einem Jahr an - im Moment der schwersten Niederlage ihrer Karriere. Bei der WM in Lake Placid wurde die Titelverteidigerin aus Oberwiesenthal mit Platz sechs brutal entthront, konnte dem Debakel aber für das große Ziel Olympia doch etwas Positives abgewinnen: "Lieber jetzt als bei den Winterspielen."

"Alles muss optimal passen"

Die härteste Gegnerin auf dem Weg zu Gold kommt aus dem eigenen Lager: Natalie Geisenberger gewann vor einem Jahr den Weltcup-Auftakt auf der neuen Eisrinne. "Ich liebe diese Bahn", sagt die junge Miesbacherin. "Aber als Top-Favoritin fühle ich mich sicher nicht."

Die Frauen feierten in Salt Lake City und Turin Dreifacherfolge, dagegen gingen die Männer 2006 beim Abschied von Georg Hackl erstmals seit 1984 leer aus. Doch bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften schlugen David Möller (2007) und Felix Loch (2008 und 2009) zurück und holten die Titel. "Alles muss optimal passen", sagt der 20 Jahre alte Senkrechtstarter Loch mit Blick auf die rasante Olympia-Bahn.

Neben seinem deutschen Kollegen Möller gelten vor allem der Olympia-Zweite Albert Demtschenko (Russland) und der nimmermüde Armin Zöggeler als die heißesten Gold-Anwärter. Für den Ausnahmefahrer aus Italien wäre es das Triple nach den Olympiasiegen 2002 und 2006.

Auf ein perfektes Karriereende hoffen die Doppelsitzer Patric Leitner/Alexander Resch und André Florschütz/Torsten Wustlich. "Wir haben hart trainiert und werden alles daran setzen, dass bei Olympia alles passt. Eine Medaille wäre ein superschöner Abschluss", sagt Leitner. Erneut Edelmetall wollen auch die Olympia-Zweiten von Turin, Florschütz/Wustlich. "Ich habe bei der Bahn ein wirklich gutes Gefühl", sagt Florschütz.

Michael Fox/DPA DPA

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