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Deutschland-Splitter: Endlich regnet es Medaillen

Am Dienstag gab es einen Medaillenregen dank der Vielseitigkeitsreiter. Auch Judoka Ole Bischof gelingt ein Erfolg für Deutschland. Alles rund ums deutsche Olympia-Team im Überblick.

Am Dienstag ist der Knoten für das deutsche Olympiateam engültig geplatzt. Fünf Medaillen gab es, darunter zwei goldene. Das ist in erster Linie den Reitern des Vielseitigkeitsteams zu verdanken, die drei Erfolge beisteuerten. Alle Informationen rund ums deutsche Olympiateam im Überblick:

Die goldenen Reiter

Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben für den ersten Medaillenregen im deutschen Team gesorgt. Am beeindruckendsten waren die zwei Goldmedaillen für Vielseitigkeitsreiter Michael Jung, der im Einzel und mit dem Team triumphierte. Die Leistung der Reiter rundete Sandra Auffarth ab, die Bronze gewann. Silber sicherte sich die Schwedin Sara Algotsson-Ostholt mit Wega.

Die Entscheidung fiel am letzten Hindernis. Die vor dem finalen Spring-Durchgang führende Schwedin riss eine Stange und machte Jung an dessen 30. Geburtstag zum Olympiasieger. Ihm gelang damit das selbe Kunststück wie Hinrich Romeike aus Nübbeln auf Marius vor vier Jahren in Hongkong. Jung ist der erste, der zur selben Zeit Welt- und Europameister sowie Olympiasieger ist.

Wenigen Stunden zuvor hatten Jung und Auffarth gemeinsam mit Ingrid Klimke (Münster) auf Abraxxas, Dirk Schrade (Sprockhövel) auf King Artus und Peter Thomsen (Lindewitt) auf Barny den Mannschafts-Triumph von 2008 wiederholt. Es war die erste deutsche Goldmedaille der Spiele in London.

Judoka Bischof gewinnt Silber

Zum erneuten Gold-Coup reichte es nicht ganz - trotzdem durfte Peking-Olympiasieger Ole Bischof auch in London über eine Medaille jubeln. Deutschlands Vorzeige-Judoka beendete die schwarze Serie der deutschen Mattenkämpfer am Dienstag bei den Sommerspielen in London mit dem Gewinn von Silber. Der 32-Jährige bot in der hochkarätig besetzten Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm einen nahezu perfekten Wettkampf. Erst in der Neuauflage des Finales von Peking musste er sich dem bärenstarken Südkoreaner Kim Jae-Bum geschlagen geben. Dieser dominierte den Kampf von Anfang an und gewann durch Yuko.

Silber im Wildwasserkanal

Slalom-Kanute Sideris Tasiadis hat bei den Olympischen Spielen im Canadier-Wettbewerb die Silbermedaille gewonnen. Der Europameister aus Augsburg fuhr am Dienstag im Finale in 98,09 Sekunden auf dem Wildwasser-Kanal im Lee Valley White Water Centre auf Platz zwei. Schneller als der 22-Jährige war in London nur Tony Estanguet aus Frankreich. Der Olympiasieger von 2000 und 2004 benötigte 97,06 Sekunden. Dritter wurde Michal Martikan aus der Slowakei (98,31).

Sideris Tasiadis hat damit die ersten deutsche Olympia-Medaille in dieser Disziplin seit 2004 gewonnen. In Athen hatte Stefan Pfannmöller aus Halle/Saale Bronze geholt.

Tischtennisspieler Ovtcharov im Halbfinale

Dimitrij Ovtcharov kämpft beim olympischen Tischtennis-Turnier in London um eine Medaille. Der 23 Jahre alte Weltranglisten-Zwölfte gewann im Viertelfinale gegen den früheren Europameister Michael Maze aus Dänemark nach einer dramatischen Partie mit 4:3 Sätzen. Deutschlands Top-Spieler Timo Boll, der die Partie in der ExCeL-Arena auf der Aktiventribüne verfolgte, war am Vortag im Achtelfinale gescheitert.

Damit kämpft Ovtcharov um die vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) angestrebte olympische Einzelmedaille. Im Teamwettbewerb haben Bundestrainer Jörg Roßkopf und seine Männer noch eine zweite Chance. Im Team-Wettbewerb, der am Freitag beginnt, sind die Olympia-Zweiten von 2008 an Position vier gesetzt.

Die deutsche Freistilstaffel wird im Finale Vierte

Die von Weltrekordler Paul Biedermann angeführte deutsche Freistil-Staffel hat bei den Olympischen Spielen eine Medaille über 4 x 200 Meter nach großem Kampf knapp verpasst. Das Quartett mit Startschwimmer Biedermann, Dimitri Colupaev, Tim Wallburger und Clemens Rapp belegte am Dienstagabend in London in 7:06,59 Minuten den vierten Platz. Olympiasieger wurden wie vor vier Jahren in Peking die Amerikaner mit ihren Stars Ryan Lochte und Michael Phelps in 6:59,70 Minuten klar vor Frankreich und China. US-Star Phelps ist mit 19 Medaillen nun der alleinige olympische Rekordhalter.

Marco Koch und Christian vom Lehn haben den olympischen Endlauf über 200 Meter Brust verpasst. Der WM-Dritte vom Lehn aus Wuppertal scheiterte in 2:10,50 Minuten auf Halbfinal-Platz zwölf. Der Darmstädter Koch schwamm in 2:10,73 Minuten als Halbfinal-13.

Surfer Wilhelm zum Olympia-Auftakt auf Medaillenkurs

Surfer Toni Wilhelm ist erfolgreich in seine zweite Olympia-Regatta gestartet. Mit zwei dritten Rängen verbesserte sich der 29-Jährige Schwarzwälder am Dienstag nach zwei Wettfahrten auf Platz drei und unterstrich damit seine Medaillenambitionen. Besser als Wilhelm waren am Dienstag auf dem Olympiarevier vor Weymouth nur die Top-Favoriten Dorian van Rijsselberge aus Holland mit zwei Rennsiegen und der Pole Przemyslaw Miarcynski mit zwei zweiten Rängen.

Deutsches Tennistrio zieht ins Achtelfinale ein

Ein deutsches Damentrio steht im Achtelfinale des olympischen Tennis-Turniers. Nach Angelique Kerber und Sabine Lisicki qualifizierte sich am Dienstag in London auch Julia Görges für die Runde der letzten 16. Die Bad Oldesloerin gewann in Wimbledon 6:3, 7:5 gegen die in Usbekistan geborene Amerikanerin Varvara Lepchenko. Nächste Gegnerin ist entweder die Russin Maria Kirilenko oder die Britin Heather Watson.

Sabine Lisicki setzte sich nach einem abgewehrten Matchball 4:6, 6:3, 7:5 gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa durch und trifft am Mittwoch auf Maria Scharapowa. Russlands Tennisstar bezwang die Britin Laura Robson 7:6 (7:5), 6:3. Kerber war mit 6:1, 6:1 über die Ungarin Timea Babos als erste Deutsche in die dritte Runde eingezogen. Dort spielt die Kielerin gegen Venus Williams aus den USA. Im Dopplel war dagegen für Lisicki und Kerber im Achtefinale Schluss. Gegen die Serena-Schwestern hatten die beiden keinen Chance.

Synchronspringerinnen verpassen Bronzemedaille klar

Nora Subschinski und Christin Steuer haben im Synchronspringen vom Turm die Bronzemedaille klar verpasst. Die WM-Dritten von Shanghai mussten sich am Dienstag im Londoner Aquatics Centre nach 312,78 Punkten mit dem sechsten Rang begnügen. Die Top-Favoriten aus China feierten dagegen in der dritten Wassersprung-Entscheidung von London den dritten Sieg. Chen Ruolin und Wang Hao, beide 19 Jahre alt, siegten mit 368,40 Punkten. Silber ging mit 343,32 Zählern an Mexiko, Bronze mit 337,62 an Kanada. Für Chen Ruolin war es das insgesamt dritte Olympia-Gold.

Beachvolleyballer Jonathan Erdmann und Kay Matysik warten weiter auf ersten Sieg

Die Beachvolleyballer Jonathan Erdmann und Kay Matysik warten weiter auf den ersten Sieg im olympischen Turnier. Gegen die Niederländer Reinder Nummerdor und Rich Schuil musste sich das deutsche Duo am Dienstag in London 0:2 (9:21, 16:21) geschlagen geben.

Da sich neben den beiden bestplatzierten in den sechs Gruppen auch die beiden besten Dritten sowie zwei weitere Drittplatzierte über ein K.o.-Spiel für das Achtelfinale qualifizieren können, dürfen der Potsdamer Erdmann und der Berliner Matysik noch auf das Weiterkommen hoffen. Das letzte Vorrundenspiel bestreiten beide am Donnerstag gegen die bislang sieglosen Igor Hernandez Colina und Jesus Villafane Marquina aus Venezuela.

tis/DPA / DPA

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