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Olympia-Tattoo: Tasiadis schmückt sich mit Olympischen Ringen

Aus Vorfreude auf London hat sich Kanuslalom-Europameister Sideris Tasiadis die fünfarbigen Ringe auf dem Oberarm verewigen lassen. Ein Zeichen dafür, wie "cool" er die Spiele findet.

Blau, schwarz, rot, gelb, grün: Auf der Rückseite des muskelbepackten linken Oberarms von Sideris Tasiadis spannen sich die Olympischen Ringe. Die Tätowierung hat sich der Slalomkanute nach der Qualifikation für London machen lassen. Und damit zugleich ein Versprechen an sich selbst eingelöst. "Wenn ich dahin fahre, lasse ich das Tattoo stechen", hatte er sich geschworen und die Freude über seine Olympia-Premiere auf seinem Arm verewigt.

Zweieinhalb Stunden hat der Canadier-Europameister im Tattoo-Studio zugebracht und 200 Euro in den Hautschmuck investiert. "Nur in den ersten fünf Minuten war es schmerzhaft, weil es ungewohnt war", berichtete der 22-jährige Augsburger.

Für Sideris Tasiadis ist London der Höhepunkt schlechthin. "Ich finde das alles sehr cool", gestand er. Schon das Olympische Dorf, aus dem die Slalomkanuten vorübergehend wieder ausgezogen sind, um sich abseits des Trubels auf ihre Wettkämpfe zu konzentrieren, ist für den griechisch-stämmigen Schwaben wie ein Erlebnispark. "Da sieht man viele Sportler, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt: Usain Bolt, Michael Phelps...", sprudelte es aus ihm heraus.

Für Tasiadis gibt es nur ein Ziel: das Finale

Bevor er aber auf die Stars trifft, ist sein sportliches Können gefragt. Am Sonntag steht im Lee Valley White Water Centre die Qualifikation für das Halbfinale zwei Tage später auf dem Programm. Und der Parcours im Norden von London liegt Tasiadis, wenngleich der Wettkampfkurs erst kurz zuvor ausgehängt wird. "Ich probiere, fehlerfrei zu fahren, aber nicht zu langsam", verriet er in groben Zügen seinen Plan.

Zu hoch will er seine Ziele nicht stecken, obwohl er im Mai auf seinem heimischen Eiskanal in Augsburg Europameister geworden ist. "Ich will ins Finale rein. Dann ist alles offen", erklärte Tasiadis, der seit zehn Jahren seine Sportart betreibt.

Wie der Canadier-Europameister muss auch sein Augsburger Vereinskollege Hannes Aigner im Kajak die Qualifikation am Sonntag bestreiten. Jasmin Schornberg aus Hamm sowie die Zweier-Canadier David Schröder und Frank Henze aus Leipzig fahren am Montag um den Halbfinal-Einzug. Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) hat mit seinem Mini-Team zwei Medaillen im Visier.

Den anspruchsvollen Kurs in London haben Tasiadis und Co. in Trainings bereits unzählige Male bewältigt. Neu für das Quintett wird die erwartete riesige Kulisse von 30 000 Fans sein. "Dass da so viele zuschauen, ist ein Highlight für Kanuslalom. Ich nehme das alles mit Freude auf. Ich habe keine Angst", sagte Tasiadis. Normalerweise würden maximal 3000 bis 4000 Zuschauer an die Strecken kommen.

Martin Kloth, DPA / DPA
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