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Fußball bei Olympia: Muss Horst Hrubesch in Brasilien mit einer Reste-Elf antreten?

Zum ersten Mal seit 1988 hat sich der deutsche Fußball für die Olympischen Spiele qualifiziert. Doch weil die mitreisenden Spieler in der wichtigen Saison-Vorbereitungsphase fehlen würden, wollen etliche Vereine sie nicht freigeben.

Am Donnerstag gibt Horst Hrubesch die Nominierungen für Olympia bekannt. Aber ob die Spieler tatsächlich mitfliegen?

Am Donnerstag gibt Horst Hrubesch die Nominierungen für Olympia bekannt. Aber ob alle Spieler tatsächlich mitfliegen?

Der Countdown läuft: Am 5. August beginnen die Olympischen Spiele in Brasilien, und erstmals seit 1988 haben sich auch die deutschen Fußballer dafür qualifiziert. Während 247 deutsche Sportler für die Spiele bereits benannt wurden, sind die Fußballspieler noch nicht nominiert. An diesem Donnerstag will DFB-Nachwuchstrainer Horst Hrubesch endlich den Kader benennen, doch bei so manchem Bundesligisten stößt er auf Widerstand. Denn die Spieler würden im August in der wichtigen Vorbereitungsphase fehlen.

18 Spieler werden nach Brasilien fliegen. Bundesliga und DFB haben bereits vereinbart, dass höchstens zwei Spieler pro Verein dabei sind. Zudem gibt es keine Abstellpflicht, die Clubs haben ein Vetorecht. Und das gedenken einige auch wahrzunehmen.

Für Olympia droht Hrubesch daher, in Teilen auf eine B-Mannschaft zurückgreifen zu müssen. Einige wichtige Spieler fallen bereits aus: Borussia Mönchengladbach hat entschieden, Mahmoud Dahoud nicht freizugeben, er wird für die Play-offs zur Champions League benötigt. Nach "Bild"-Informationen werden auch Mitchell Weiser und Niklas Stark von Hertha BSC keine Freigabe erhalten, obwohl sie gern zu Olympia geflogen wären - doch die Hertha spielt um die Qualifikation für die Europa League. Aus Köln werden der Zeitung zufolge Leonardo Bittencourt und Dominique Heintz wohl keine Freigabe erhalten. Und fehlen werden auch die Spieler, die Jogi Löw ins Aufgebot der Europameisterschaft berufen hat: Leroy Sané (Schalke), Joshua Kimmich (Bayern), Julian Weigl (Dortmund) und Jonathan Tah (Leverkusen).

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Auch RB Leipzig nicht von Olympia begeistert

Von RB Leipzig gibt es ebenfalls Gegenwind. Hier kämen Davie Selke und Lukas Klostermann für Olympia in Frage. Sportdirektor Ralf Rangnick hat jedoch betont, dass sie nur unter Bedingungen an den Olympischen Spielen teilnehmen dürfen. "Wir werden keinen Spieler abstellen, wenn die anderen Clubs nicht auch ihre Besten abgeben", sagte er mit Blick auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Eine Teilnahme würde bedeuten, dass beide Spieler nahezu die komplette Saisonvorbereitung nicht mitmachen könnten, unter anderem auch das Trainingslager vom 1. bis 10. August in Grassau am Chiemsee.

Der Kader wird vor allem aus aktuellen U21-Nationalspielern und Spielern des ehemaligen U21-Jahrgangs bestehen - alle müssen nach dem 31. Dezember 1992 geboren sein. Außerdem dürfen drei ältere Akteure mitspielen. Aus dem Team, das die Qualifikation bei der U21-EM 2015 schaffte, sind schon aus Altersgründen acht Spieler nicht mehr automatisch teilnahmeberechtigt, darunter auch Kevin Volland.

Offizielle Meldungen gibt es noch kaum. Fest steht jedoch, dass Lars Bender (als einer der älteren Spieler) und Julian Brandt von Bayer Leverkusen dabei sind - Trainer Roger Schmidt will sich nicht querstellen. Auch der Schalker Leon Goretzka wird wohl mitfliegen.

car

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