VG-Wort Pixel

Olympia 2018 Singen, tanzen, klatschen - so skurril treten die Cheerleader aus Nordkorea auf

Die Cheerleader-Truppe aus Nordkorea sorgt in Pyeongchang für Stimmung - auf skurrile Art. Die jungen Frauen treten stets in Formation auf und halten sich streng an ihre Choreografie.

Der rote Block marschierte wieder geschlossen in die Eishockeyhalle ein. Das kennen die anderen Zuschauer der Olympischen Spiele in Pyeongchang schon. Auch beim Short Track und der Eröffnungsfeier waren die nordkoereanischen Cheerleader aufgetreten und hatten für reichlich Stimmung auf den Rängen gesorgt - nur eben auf ihre Weise, die eher skurril anmutet. Oder wie gelebte Satire.

Auf dem Eis fand ein historisches Spiel statt. Das koreanische Eishockey-Frauenteam mit Spielerinnnen aus dem Norden und dem Süden lief zum ersten Mal bei Olympia auf. Doch gegen die geballte Fanpower auf der Tribüne mit minuziös einstudierten Gesängen, Anfeuerungsrufen und Bewegungen hatten die Akteure auf dem Eis keine Chance - die Show gehörte den Frauen in Rot. Zudem hatten auch noch der südkoreanische Präsident Moon Jae In und die Schwester des nordkoreanischen Dkitators, Kim Yo Jong, Platz genommen neben dem IOC-Präsidenten Thomas Bach.

Cheerleader aus Nordkorea rufen: "Wir sind eins"

Dass die erste gesamtkoreanische Olympia-Mannschaft am Samstag mit 0:8 gegen die Schweiz unterging, war am Ende ohne Bedeutung. Die Besucherinnen aus Nordkorea - Frauen von Anfang oder Mitte 20 - sangen als Kontrast zum übrigen Unterhaltungsprogramm mit amerikanischem Flair und südkoreanischem Rap bis zum Schluss ihre Lieder. "Wir sind eins!", riefen sie nach dem Match in der mit 3600 Zuschauern überraschend nicht ausverkauften Halle und winkten immer wieder mit einer kleinen Vereinigungsflagge. Diese zeigt die koreanische Halbinsel in blau auf weißem Hintergrund.

Die Nordkoreanerinnen, die in vier Blöcken verteilt saßen, trugen einheitlich rote Sportkleidung und rot-weiße Mützen. An beiden Seiten saßen ernste, schweigsame männliche Betreuer in rot-weißen Mänteln. Als das Spektakel auf und neben dem Eis vorbei war, verließen die Frauen lächelnd hinter ihren Aufpassern wieder die Halle.

+++ In den Olympia-News finden Sie alle wichtigen Infos zu Olympia +++

Geste der Annäherung seitens Nordkoreas

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un schickte die Cheerleader kurz vor Beginn der Spiele nach Südkorea, wo sich ähnliche Anfeuerungsgruppen aus dem Norden schon bei früheren Großveranstaltungen der Aufmerksamkeit der Medien sicher sein konnten.

Die Entsendung der Fangruppe, eines großen Orchesters und eines Taekwondo-Showteams gilt als Geste der isolierten kommunistischen Regierung in Nordkorea, die seit Anfang des Jahres betriebene Annäherung an Südkorea fortsetzen zu wollen. Kritiker sehen darin aber auch den Versuch Pjöngjangs, die Olympia-Zusammenarbeit mit Südkorea zu Propagandazwecken ausnutzen zu wollen.

tis mit Material von DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker