So ein F50 sieht bereits über der Wasseroberfläche beeindruckend aus. Auf seinem gut acht Meter breiten Doppelrumpf steckt ein 29 Meter hohes Segel, das eher einer senkrecht stehenden Flugzeugtragfläche gleicht. Die entscheidenden Bauteile jedoch liegen unter der Wasseroberfläche: die Foils. Die deutsche Übersetzung wäre "Tragflügel", was es ganz gut trifft, denn wie die Tragflächen eines Flugzeuges erzeugt ihre Form Auftrieb.
Ab einer bestimmten Geschwindigkeit heben die Foils den Katamaran aus dem Wasser, schlagartig fällt der Widerstand und das Boot schießt wie von einer Gummizwille abgeschossen mit über 100 km/h einen Meter über den Wellen dahin. Eine für Segelboote unglaubliche Geschwindigkeit – herkömmliche Rennsegler schaffen nicht einmal die Hälfte.
SailGP: Kentern, Überschläge, Zusammenstöße
Zu sehen sind diese Hochleistungskatamarane am Wochenende vor der Steilküste auf Rügen bei Sassnitz. Dort findet am 16. und 17. August erstmals in Deutschland der SailGP statt.
Der SailGP ist kein normaler Segelwettbewerb, sondern auf kurzweilige, actionreiche Unterhaltung getrimmt. Hochgezüchtete Segelboote kämpfen in kompakten 15-Minuten-Rennen in irrem Tempo um den Sieg – Kentern, Überschläge, spektakuläre Zusammenstöße inklusive. Und das alles sehr nah am Publikum. Auch das unterscheidet den SailGP von anderen Regatten, bei denen das Publikum allenfalls die ein- und auslaufenden Boote zu Gesicht bekommt.
Das deutsche Team hat dem stern Bilder zur Verfügung gestellt, die einen Blick hinter die Kulissen bieten. So viel ist sicher: Die Stimmung ist gut – auch wenn man in der Rangliste noch recht weit hinten verortet ist.