Athleten-Abstimmung Sportler wählen Nerius zum "Champion des Jahres"


Krönender Abschluss einer Karriere: Nach ihrem grandiosen WM-Gold ist Speerwerferin Steffi Nerius von Deutschlands Spitzensportlerin zum "Champion des Jahres" gekührt worden. Die 37-Jährige freut sich nun auf einen Abenteuerurlaub im Schnee.

Knapp anderthalb Monate nach ihrem Triumph bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin kann Speerwerferin Steffi Nerius erneut jubeln. Die 37 Jahre alte Leverkusenerin ist von den deutschen Spitzensportlern zum "Champion des Jahres" gekürt worden. "Ich bin sehr stolz, gerade bei einer Wahl durch Athleten gewonnen zu haben. Hier sind die Besten der Besten des deutschen Sports, alle sind große Champions und jeder könnte hier oben stehen", kommentierte Nerius die Auszeichnung am Montag.

Bei der Abstimmung unter 66 Kollegen im gemeinsamen Urlaub im türkischen Dalaman bekam Nerius die meisten Stimmen - und bei der Ehrung am Sonntagabend von den anderen Spitzensportlern begeistert gefeiert. Nerius erhielt einen Smart und darf sich einen Reisewunsch erfüllen. "Ich wollte schon immer mal den skandinavischen Winter erleben, mit Schlittenhunden durch den Schnee fahren und in einem Eishotel übernachten."

Alle von der Stiftung Deutsche Sporthilfe geförderten Athleten hatten per Internet eine Vorauswahl getroffen und neben Nerius vier weitere Kandidaten für die Endabstimmung nominiert: Schwimmer Paul Biedermann, Beachvolleyballer Julius Brink, Kanute Max Hoff und Siebenkämpferin Jennifer Oeser (Leichtathletik/Siebenkampf). Nerius ist bei der 10. Wahl Nachfolgerin von Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno.

Großer Wurf zum Karrierende

Die Diplom-Sportlehrerin hatte zum Abschluss ihrer 20 Jahre langen Karriere einen großen Coup gelandet: Am 18. August schleuderte sie bei der WM gleich im ersten Versuch den Speer auf 67,30 Meter hinaus und schockte damit ihre Konkurrentinnen, die diese Weite nicht mehr überbieten konnten. Weltrekordlerin und Olympiasiegerin Barbora Spotakova aus Tschechien gewann nur Silber, die Russin Maria Abakumowa Bronze. Nerius' langjährige deutsche Rivalin Christina Obergföll ging gar leer aus.

Es war Nerius' siebte Medaille bei einer internationalen Meisterschaft - und ihr größter Erfolg. 35.000 Zuschauer im Olympiastadion feierten an jenem Abend die Sportlerin. Trotz der Goldmedaille blieb die Olympia-Zweite von Athen 2004 bei ihrem Entschluss, ihre Karriere nach dieser Saison zu beenden. Ihren letzten Wettkampf hat sie am 12. September mit einem dritten Platz beim Leichtathletik-Weltfinale in Thessaloniki bestritten. Am 1. Oktober fängt die auf Rügen geborene Athletin einen Fulltime-Job in der Behindertensportabteilung von Bayer Leverkusen an.

DPA DPA

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