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Leichtathletik-WM: Bolt trabt ins Finale

Die Bolt-Spiele gehen weiter: Usain Bolt ist mit einem ungefährdeten Sieg ins 200-Meter-Finale gelaufen. Die Siegerin über 800 Meter, die Südafrikanerin Caster Semenya, muss sich einem Geschlechtstest unterziehen. Hochspringer Raul Spank sprang in die Endrunde.

Über 200 Meter ist nach dem Rückzug des verletzten Weltmeisters Tyson Gay (USA) nicht mehr die Frage, ob Usain Bolt gewinnt, sondern ob er seinen Weltrekord (19,30 Sekunden) über die halbe Stadionrunde knackt. Der Mega-Star aus Jamaika - er trabte in 20,08 Sekunden lässig ins Finale - dämpfte aber die Erwartungen. "Ich habe für die 200 Meter nicht soviel gearbeitet wie für die 100", sagte Bolt, der am Freitag seinen 23. Geburtstag feiert. Der deutsche Sprinter Robert Hering, der als Halbfinal-Fünfter (20,52 Sekunden) ausschied, konnte da nur staunen: "Jetzt kann ich wenigstens von mir behaupten, mit dem Weltmeister in einem Lauf gewesen zu sein."

Triumph und Tragik erlebten zwei große Athletinnen zu ihrem Karriereende. Während Steffi Nerius (37) mit einem Speer-Volltreffer ihre Laufbahn krönte und nach Gold die Nacht durchfeierte, hatte ihre Freundin Franka Dietzsch (41) nach dem schnellen Qualifikations-Aus Katerstimmung. "So ist es halt. Scheiße. Einmal ist Schluss. Dass es so passiert ist, enttäuscht mich maßlos", meinte die dreimalige Diskus-Weltmeisterin aus Neubrandenburg traurig. Die Titelverteidigerin wurde mit nur 58,44 Metern 23. Dafür gelang der deutschen Überraschungs-Meisterin Nadine Müller der Einzug in den Endkampf der besten Zwölf am Freitag.

Auch der Olympia-Fünfte Raul Spank floppte ins Hochsprung-Finale. Der 21-Jährige übersprang bei seinem WM-Debüt die geforderten 2,30 Meter, tat sich aber schwer: "Ich fühle mich befreit, doch ich war zu lax", bekannte der Dresdner. Niedergeschlagen war nach dem Halbfinal- Aus im Hürdensprint Carolin Nytra, die in 12,94 Sekunden als Fünfte knapp am Endkampf vorbeilief. "Ich war mir sicher, dass es zu mehr reicht, habe aber zu viel nachgedacht", sagte die Freundin von Weitsprung-Hallen-Europameister Sebastian Bayer. "Ich wusste, dass ich eine 70er Zeit laufen kann, das hätte gereicht. Aber den Kopf braucht man nicht zum Laufen." Dafür setzte Jamaika den Siegeszug auf den kurzen Strecken fort: Brigitte Foster-Hylton gewann in 12,51 Sekunden Gold über 100 Meter Hürden.

Für Aufsehen sorgte schon vor ihrem Goldlauf über 800 Meter die Südafrikanerin Caster Semenya, die sich auf Veranlassung des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF einem Geschlechts-Test unterziehen soll. Zweifel, ob die 18-Jährige eine Frau ist, waren wegen ihrer männlichen Erscheinung aufgetreten. Die Ergebnisse der genetischen Untersuchung soll innerhalb einer Woche vorliegen. Caster Semenya war vor drei Wochen aus dem Nichts kommend mit einer Zeit von 1:56,72 Minuten Weltjahresbestzeit gelaufen und hatte auch im Finale die Konkurrenz düpiert.

Den ersten WM-Titel für Bahrain gewann der gebürtige Kenianer Yusuf Saad Kamel in 3:35,93 Minuten. Titelverteidiger Bernard Lagat (USA/3:36,20) kam über 1500 Meter hinter dem Olympia-Fünften und Deresse Mekonnen (Äthiopien/3:36,01) nur auf Platz drei.

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