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Skurille Pleite Bolt Mobility: E-Bike-Vermieter zieht sich plötzlich aus sechs Städten zurück und lässt die Räder auf der Straße stehen

Leihräder von Bolt Mobility in Richmond, Kalifornen. Der Standort ist einer von mehreren, in denen der Dienst bestätigt eingestellt wurde.
Leihräder von Bolt Mobility in Richmond, Kalifornen. Der Standort ist einer von mehreren, in denen der Dienst bestätigt eingestellt wurde.
© Bolt Mobility / PR
In den USA vermietet das von Rekord-Sprinter Usain Bolt mitgegründete Unternehmen Bolt Mobilty E-Bikes per App. Nun stellt es plötzlich in mehreren Städten den Dienst ein. Mit skurrilen Folgen.

Blitzschnell von einem Ort zum anderen gelangen - das kann ohne Hilfsmittel keiner so schnell wie Rekord-Kurzstreckenläufer und Olympiasieger Usain Bolt. Das von ihm mitgegründete Unternehmen Bolt Mobilty macht in den USA in einigen Städten nun einen ähnlich schnellen Abgang. Und lässt nicht nur ratlose Kunden, sondern auch die Mieträder und -roller zurück.

Der Mietservice Bolt Mobilty - nicht zu verwechseln mit dem aus Estland stammenden und auch in Deutschland aktiven Unternehmen Bolt - bietet in den USA in ausgewählten Städten einfach per App zu mietende E-Roller und Elektro-Fahrräder an. Doch in den letzten Wochen scheint es massive Probleme zu geben. In mindestens sechs Städten, nämlich Portland (Oregon), Burlington, South Burlington, Winooski sowie Richmond (Virginia) und Richmond (Kalifornien) hat das Unternehmen mit einem Mal den Dienst eingestellt, meldet das Portal "Techcrunch" unter Berufung auf Behörden der jeweiligen Städte. Eine Vorwarnung gab es offenbar nicht, selbst die Hotline und der E-Mail-Support scheinen verwaist zu sein.

Plötzlich verschwunden

"Sie haben sich quasi in Nichts aufgelöst", wundert sich  Bryan Davis, der Mobilität-Verantwortliche des Chittenden County im US-Bundesstaat Vermont gegenüber "Techcrunch". Nur die Räder und Roller seien übrig geblieben. "Sie haben das Equipment zurückgelassen. Sämtliche Anrufe und Mails bleiben unbeantwortet. Wir können niemanden erreichen, aber offenbar scheinen sie in anderen Märkten ebenfalls dicht zu machen."

Eine Vorwarnung gab es nicht. Davis zufolge habe das County lediglich eine Mail erhalten, dass Bolt Mobility den Betrieb zum 1. Juli einstelle. Allerdings kam die Mail eine Woche nach diesem Termin. In anderen Bezirken scheint das Vorgehen ähnlich zu sein. "Leider hat Bolt Mobility den Dienst eingestellt, ohne vorher sein Equipment aus dem Stadtbereich entfernt zu haben", klagt Richmonds Bürgermeister Tom Butt auf seiner Webseite. Man arbeite nun daran, die zurückgelassenen Roller und Räder zu entsorgen.

Was ist bei Bolt Mobility los?

Wie genau es zu dem ungewöhnlich schnellen Abbruch kam, ist nicht bekannt. Das Unternehmen scheint in einigen der Bezirke Probleme mit der Zulassung gehabt zu haben. In Portland soll eine benötigte Versicherung gefehlt haben, einige Gebühren der Stadt blieben unbezahlt. In Richmond, Virginia war am Montag die Zulassung des Unternehmens ausgelaufen, weil sich nicht um eine Verlängerung bemüht wurde.

Ob die Probleme aber zur Einstellung des Betriebes führten oder eine Folge von internen Problemen sind, weiß nur Bolt Mobility. Ein Manager des Unternehmens in Chittenden habe berichtet, dass das Unternehmen seinen Betrieb ganz einstelle und auch Personal entlassen will, berichtet die "Burlington Free Press". Bestätigungsversuche der Zeitung und von "Techcrunch" an das Unternehmen blieben auch nach Wochen unbeantwortet, selbst gezielte Anfragen an einzelne Angestellte und die Firmenleitung verpufften im Nichts. Bolt Mobility ist seit 2019 aktiv und hatte alleine seit Januar 2021 48 neue Standorte eröffnet.

Quellen:Techcrunch, Burlington Free Press


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