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ATP-Turnier: Tennis am Rothenbaum soll umziehen

Damit das Tennisturnier am Rothenbaum auf Dauer überlebt, plant Boris Becker einige Veränderungen. Neben einem Umzug wird über ein kombiniertes Damen- und Herrenturnier nachgedacht - und neue Sponsoren aus Katar sollen das finanzieren.

Boris Becker will mit dem Tennis in Hamburg zurück in die Zukunft. "Wir wollen wieder ein kombiniertes Damen- und Herrenturnier veranstalten", sagte der Chairman des einzigen deutschen Masters-Series-Turniers am Donnerstag in einem Interview dem "Hamburger Abendblatt". Zunächst sollten die Turniere nacheinander veranstaltet werden, so wie bis ins Jahr 2002, als das Damenturnier aus finanziellen Gründen nach Philadelphia verkauft wurde. Später dann hofft Becker auf ein gemeinsames Zehn-Tage-Turnier nach dem Vorbild von Indians Wells und Key Biscayne. Neu sind Beckers Visionen nicht. Vor Jahren hatte es sogar Pläne für einen grundlegenden Ausbau der Anlage in feinster Hamburger Wohnlage gegeben. Doch vor allem die noch immer vom Stadtteil-Parlament verweigerte Mehrfachnutzung sprachen gegen das Vorhaben. Eine Warnung sollten auch die Meldungen von größeren finanziellen Problemen aus Indian Wells sein.

Machbarkeitsstudien werden erarbeitet

"Das Turnier muss sich weiterentwickeln, will es auf Dauer überleben", sagte Becker. Der dreimalige Wimbledonsieger bevorzugt deshalb den Umzug in den Volkspark. Dieses Projekt hatte Bürgermeister Ole von Beust vor einem Jahr in die Diskussion geschickt. Unabhängige Machbarkeitsstudien werden momentan erarbeitet. Doch Becker ist zuversichtlich, dass "von Beust das ähnlich sieht".

Die finanzielle Schieflage des Deutschen Tennis Bundes (DTB), die den Bestand des Rothenbaum-Traditionsturniers mehr als gefährdet hatte, scheint unterdessen beseitigt zu sein. Sponsoren werden zwar immer noch gesucht, aber neue Partner sind bereit, einzusteigen oder haben es bereits getan. "Wir haben inzwischen für den Rothenbaum eine solide Basis geschaffen, uns fehlen aber noch immer Sponsoren", erklärte Becker.

Kooperation mit Katar-Scheichs

DTB-Präsident Georg von Waldenfels traf sich am Donnerstag am Rande des Turniers zu Gesprächen mit Investoren aus Katar, die bereits die German Open der Damen in Berlin vom DTB gekauft haben. In Hamburg wird eine Kooperation angestrebt. Ein erster Erfolg ist das Engagement der Telefongesellschaft "Qtel" aus dem Scheichtum am persischen Golf. Eine entsprechende Werbebande auf dem Center Court soll dem DTB angeblich 300.000 Euro einbringen.

In welchem Umfang und zu welchen Bedingungen eine weitere Zusammenarbeit in Frage kommt, ist momentan noch völlig ungewiss, so von Waldenfels. Das letzte Wort haben ohnehin die 18 Landesfürsten des Verbandes, die sich für das Wochenende in Hamburg angesagt haben. "Ich gehe davon aus, dass wir die Katari mit ins Boot holen können", sagte Becker.

Ines Reichelt und Andreas Bellinger/DPA / DPA

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