Biathlon Hitzer stürmt in Sibirien zum Sieg


Der Zitterarm war schuld: Bis zur letzten Runde führte Magdalena Neuner, dann leistete sie sich ein letztes, katastrophales Schießen. Das war ihre Chance: Kathrin Hitzer holte sich ihren ersten Weltcup-Sieg.

Die 21-Jährige Kathrin Hitzer küsste ihre Ski, nachdem sie mit einem unwiderstehlichen Antritt am letzten Berg Gesamtweltcup-Spitzenreiterin Sandrine Bailly (Frankreich) im Jagdrennen abgehängt hatte. Zuvor war Andreas Startplatz 31 auf einen glänzenden vierten Rang gestürmt, allerdings fehlten zum ersten Podestplatz der Saison 5,6 Sekunden.

"Ich bin überglücklich, dass es endlich mal hingehauen hat", meinte die mit 10.000 Euro Prämie belohnte Hitzer: "Ich wollte schon immer nach ganz vorn, aber heute hätte ich am wenigsten damit gerechnet. Ich habe mich eigentlich so müde gefühlt." Davon war auf der letzten Runde allerdings nichts zu spüren, denn die Bayerin verwandelte einen Rückstand von 5,1 Sekunden auf Bailly nach dem letzten Schießen in einen Minivorsprung von 1,5 Sekunden im Ziel. Andrea Henkel belegte am Internationalen Frauentag Platz drei. "Rennen, rennen, rennen und nie nach hinten schauen - das war meine Devise", meinte Hitzer. Von Bundestrainer Uwe Müssiggang gab es ein Küsschen und ein Kompliment: "Kathrin hat endlich gezeigt, was sie kann. Das war sicher nicht ihr letzter Sieg." Den Grundstein zu ihrem größten Erfolg - zuvor war Platz zwei von Oslo in der vergangenen Saison das beste Resultat - legte die von Startrang vier ins Rennen gegangene Hitzer mit nur einem Fehler am Schießstand.

Neuner führte bis zur letzten Runde überlegen

Die bis zum letzten Schießen überlegen führende sechsmalige Weltmeisterin Neuner leistete sich dagegen insgesamt sieben Fehler (!) im Stehendschießen und wurde am Ende nur Fünfte, Kati Wilhelm belegte Rang acht vor Martina Glagow. "Mir hat beim Schießen einfach alles nur noch gezittert", meinte Neuner traurig. Im Gesamtweltcup führt Bailly im dramatischen Dreikampf um die große Kristallkugel vor den letzten vier Rennen nun mit 730 Punkten vor Henkel (707) und Neuner (695).

Bei den deutschen Männern war nach dem 12,5-km-Rennen nur Andreas Birnbacher richtig glücklich: "Das war mein bestes Rennen. Ich hab mir nix ausgerechnet, habe viermal null geschossen und bin mit Platz vier superzufrieden." Nach dem letzten Schießen hatte er noch auf Platz drei gelegen, doch dann stürmte der am Ende drittplatzierte Russe Andrej Makowejew unter dem Jubel von 20.000 Lansleuten noch davon. "Ich war einfach kaputt und konnte nichts mehr zusetzen", meinte Birnbacher.

Superstar Björndalen enttäuschte

Doppel-Weltmeister Emil Hegle Svendsen (Norwegen) feierte 16,8 Sekunden vor dem Polen Tomas Sikora seinen fünften Saisonsieg. Der Norweger Ole Einar Björndalen enttäuschte auf Platz sieben, steht aber mit 163 Punkten Vorsprung vor dem Triumph im Gesamtweltcup. Den am Ende auf Platz elf gelandeten Michael Rösch kosteten vier Schießfehler alle Siegchancen. Christoph Stephan landete auf Platz 22.

Der dreimalige Olympiasieger Michael Greis durfte im Jagdrennen nach seiner Aufgabe im Sprint nicht starten. Er will allerdings beim abschließenden Massenstartrennen am Sonntag wieder angreifen - genau wie Kathrin Hitzer.

Werner Schwarz/SID SID

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