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Biathlon-Sprint: Hauswald ballert sich zum Sieg

Simone Hauswald hat in Hochfilzen sensationell ihr erstes Weltcup-Rennen gewonnen. Dritte wurde Andrea Henkel. Loipen-Beauty Magdalena Neuner ging wie die deutschen Herren dieses Mal leer aus.

Der fantastischen Schlussrunde zum ersten Weltcupsieg ihrer Laufbahn ließ Simone Hauswald den Dank an Andreas Birnbacher folgen. "Er hat mir den Tipp gegeben, auf der schweren Strecke noch genügend Körner für die letzte Runde aufzuheben. Das war goldrichtig", jubelte die Skijägerin von der Schwäbischen Alb nach dem Erfolg im Sprint über 7,5 Kilometer am Freitag im Tiroler Hochfilzen. "Ich habe alles richtig gemacht, auch dass ich wegen der Achillessehnenbeschwerden vorzeitig vom Trainingslager in Muonio heimgereist bin, in Östersund noch pausierte und mir neue Laufschuhe geholt habe", erzählte sie freudestrahlend.

Als Dritte schaffte Andrea Henkel, die Weltcup-Gesamtsiegerin von 2007, trotz einer Strafrunde ihr bestes Saisonresultat. Martina Beck aus Mittenwald, Siegerin im Verfolgungsrennen von Östersund, wurde Siebte. Kathrin Hitzer, Kati Wilhelm und Magdalena Neuner kamen nicht in die Top 15. Bester deutscher Skijäger über die zehn Kilometer war der dreimalige Olympiasieger Michael Greis mit zwei Schießfehlern als Achter. Birnbacher wurde Zehnter, Alexander Wolf kam auf Rang elf.

Mit der frühen Startnummer 16 musste Sportsoldatin Hauswald lange warten, ehe ihr Erfolg feststand. Nach fehlerfreiem Schießen stürmte sie mit einem Lächeln in die Schlussrunde. "Das war heute perfekt. Ich habe das perfekte Gleichgewicht zwischen Belastung und Entspannung gefunden. Das wusste ich schon zu dem Zeitpunkt, auch wenn ich natürlich noch nicht mit dem Sieg rechnen konnte", sagte Hauswald.

Mit einer Zeit von 23:04,3 Minuten und fehlerfreiem Schießen verwies die geborene Simone Denkinger, die im April ihren langjährigen Heimtrainer Steffen Hauswald geheiratet hat, die Russin Swetlana Slepzowa (+14,1 Sekunden) sowie Andrea Henkel (+18,3) auf die weiteren Podestplätze. "Damit hat sich Simone einen Riesenpunkt für Starts bei den deutschen Weltcups im Januar und die WM- Nominierung geholt", lobte Bundestrainer Uwe Müssiggang die "fantastische Vorstellung" Hauswalds.

Andrea Henkel musste eine 22 Sekunden lange Strafrunde drehen, was ihr den Sieg kostete. "Im Stehendanschlag habe ich ganz schön rumgezittert und war froh, dass es nur eine Runde wurde", sagte die Thüringerin. Andrea Beck (Mittenwald) landete mit makellosem Schießen auf dem achten Rang und klagte über fehlende Frische beim Laufen. "Bei der Verfolgung sollte es bessergehen. Das ist bei mir nach einem etwas zähem Lauf immer so", hoffte Beck auf Besserung. In der Weltcup-Gesamtwertung bleibt sie Zweite hinter der neuen Spitzenreiterin Jekaterina Jurjewa (Russland).

Dagegen haben die deutschen Männer den erhofften Podestplatz am Schießstand vergeben. Beim zweiten Saisonsieg des Norwegers Emil Hegle Svendsen im zehn Kilometer langen Sprint vor dem Russen Iwan Tscheresow und seinem Landsmann Alexander Os war Olympiasieger Greis (Nesselwang) mit 43,7 Sekunden Rückstand und zwei Strafrunden als Achter der am besten platzierte deutsche Starter. Knapp hinter Greis landeten Birnbacher (Schleching/+0:58,9) mit einem Fehlschuss auf Rang zehn unmittelbar vor dem Oberhofer Wolf (+0:59,2), der zweimal in die 150 Meter lange Handicaprunde musste.

"So viele knappe Schüsse habe ich selten gesehen. Das ist keine Ausrede. Uns fehlte heute das Quäntchen Glück, um anstelle des guten ein sehr gutes Ergebnis einzufahren", schätzte Bundestrainer Frank Ullrich ein. Nach den insgesamt 16 Schießfehlern seiner Männer musste er einige Male zu oft die Strafrunde beobachten.

Svendsen traf als einziger aus dem Spitzenfeld alle zehn Scheiben und verteidigte das Gelbe Trikot des Weltcup-Spitzenreiters. Gleich schnell wie der Norweger war in der Loipe Greis, der mit 52 Punkten Rückstand nach vier von 26 Wettbewerben Dritter ist. "Das bestätigt mein Gefühl, dass es läuferisch gut ging, aber noch nicht optimal. Am Schießstand konnte mich nicht aufs Wesentliche konzentrieren. Die geistige Frische war nicht ganz da", klagte der Allgäuer.

DPA

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