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Nach TV-"Schlussrunde" ZDF-"Politbarometer" drei Tage vor der Wahl: SPD hält leichten Vorsprung vor der Union

Olaf Scholz, sein Plakat und SPD-Ballons
Olaf Scholz und die SPD gehen laut Umfragen mit einem leichten Vorsprung in die Bundestagswahl am Sonntag.
© Julian Stratenschulte / DPA
Wenige Tage vor der Wahl werden die letzten Umfragen vorgelegt – so auch im Fall des ZDF-"Politbarometer". Dieses zeigt stabil die SPD in Führung, bei einer sich leicht heranrobbenden Union. Das Rennen scheint noch offen.

Kurz vor der Bundestagswahl verkleinert sich der Vorsprung der SPD vor der Union im neuen ZDF-"Politbarometer" leicht. CDU/CSU kämen in der am Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen auf 23 Prozent – 1 Prozentpunkt mehr im Vergleich zur Vorwoche. Die SPD liegt unverändert bei 25 Prozent. Die Grünen kämen demnach auf 16,5 Prozent (plus 0,5). Die AfD liegt in der Umfrage derzeit bei 10 Prozent (minus 1), die FDP bei 11, die Linke bei 6 Prozent (beide unverändert).

Damit hätte als mögliches Zweier-Bündnis lediglich eine Koalition aus SPD und CDU/CSU eine knappe Mehrheit. Reichen würde es auch für eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP ("Ampel"), für eine Regierung aus Union, Grünen und FDP ("Jamaika") sowie für das Bündnis Rot-Grün-Rot. Nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen wissen 35 Prozent der Befragten noch nicht sicher, ob sie wählen wollen und wenn ja, wen.

Kanzlerfrage: Olaf Scholz weiter deutlich vorn

Bei den persönlichen Werten liegt SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz weiter deutlich vor seinen Konkurrenten. 64 Prozent trauen ihm das Amt zu. Unionskanzlerkandidat Armin Laschet bezeichnen lediglich 26 Prozent als kanzlerfähig, Grünen-Chefin Annalena Baerbock 25 Prozent. 47 Prozent der Befragten (minus 1) wünschen sich Scholz als Kanzler, 20 Prozent Laschet (minus 2) und 16 Prozent Annalena Baerbock.

Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

Auch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gute Aussichten für SPD

Gleichzeitig mit dem neuen Bundestag werden auch das neue Abgeordnetenhaus in Berlin und der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Auch hier liegen die Sozialdemokraten jeweils gut im Rennen. In Berlin hat die SPD mit ihrer Spitzenkandidatin Franziska Giffey auf Platz eins den Abstand im Vergleich zur Vorwoche leicht ausbauen können. Die Berliner Sozialdemokraten kommen im ZDF-"Politbarometer Extra" der Forschungsgruppe Wahlen auf 22 Prozent (plus 1 zur Vorwoche), die Grünen auf 19 Prozent (minus 1). Die CDU folgt auf Platz drei mit unverändert 17 Prozent. Die Linke kommt laut der Umfrage auf 13 (plus 1), die AfD unverändert auf 9, die FDP auf 7 Prozent (minus 1).

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern an diesem Sonntag zeichnet sich ein klarer Sieg der SPD ab. Wie aus dem ZDF-"Politbarometer Extra" hervorgeht, kommt die Regierungspartei von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wenige Tage vor der Wahl auf 39 Prozent. Für den bisherigen Koalitionspartner CDU ermittelten die Mannheimer Demoskopen 14 Prozent, ein Prozentpunkt weniger als vor Wochenfrist. Die AfD kommt demnach auf 16 Prozent (minus 1), die Linke wäre mit unverändert 11 Prozent viertstärkste Kraft. Die Grünen, die derzeit nicht im Schweriner Landtag vertreten sind, kommen auf 7 Prozent (plus 1). Für die FDP wird die ebenfalls angestrebte Rückkehr ins Parlament zunehmend zur Zitterpartie: Mit 5,5 Prozent liegen sie nur noch hauchdünn über der Fünf-Prozent-Hürde.

dho DPA

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