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Box-WM: Halmich boxt sich durch

Profi-Boxerin Regina Halmich bleibt Weltmeisterin im Fliegengewicht. Trotz einiger Schwächen am Anfang konnte sie die Amerikanerin Hollie Dunaway einstimmig nach Punkten bezwingen.

Arbeitssieg statt Gala-Show: Deutschlands Vorzeige-Boxerin und Quoten-Queen Regina Halmich hat sich in ihrem 49. Profi-Kampf gegen die quirlige Amerikanerin Hollie Dunaway am Samstagabend in Magdeburg nicht mit Ruhm bekleckert. Trotz des einstimmigen Punktrichterurteils (99:91, 99:91, 98:92) konnte die WIBF-Championesse im Fliegengewicht 55 Tage vor ihrem zehnjährigen Jubiläum als Weltmeisterin das als überaus begeisterungsfähig bekannte Publikum in der Bördelandhalle nicht von den Sitzen reißen. "Am Anfang war es schwierig, in den Kampf reinzukommen. Sie hat mir alles abverlangt", gestand die 28 Jahre alte Karlsruherin, deren Erfolgsbilanz nunmehr 38 WM-Kämpfe in Serie ohne Niederlage ausweist (37 Siege, 1 Remis).

Erste Runde ging an Herausforderin

Die 20 Jahre alte und 1,54 m große Herausforderin aus Arkansas, die Weltmeisterin des unbedeutenden Verbandes WIBA im zwei Kategorien tieferen Strohgewicht (47,17 kg) ist, beeindruckte Halmich zu Beginn mit respektlosen Attacken und entschied die erste Runde für sich. "Es war neu für mich, gegen jemanden zu boxen, der kleiner ist. Darauf musste ich mich erst einstellen. Aber das war eine gute Erfahrung", erklärte die sechs Zentimeter größere Titelverteidigerin ihren missglückten Auftakt. Die in 18 Kämpfen 13 Mal siegreiche Dunaway, die Mutter und Bruder als Sekundanten in ihrer Ecke hatte, staunte über sich: "Ich dachte, das geht ja genau so, wie ich mir das vorgestellt habe. Die erste Runde war echt stark. Aber dann habe ich so viele Schläge bekommen wie in meinem ganzen Leben noch nicht."

Mit fortschreitendem Kampfverlauf fand Halmich die richtige Distanz zur Gegnerin und brachte diese in der letzten Runde mit einem wilden Schlaghagel gar ins Wanken. "In der zweiten Kampfeshälfte konnte ich meine Erfahrung ausspielen. Das ist meine Stärke", befand die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin, die sich nun einer größeren Herausforderung stellen will. "Jetzt kommt mein 50. Kampf. Da ist es mein Wunsch, gegen Elena Reid zu boxen. Da muss ich noch was klären", meinte Halmich. "Ich bin überzeugt, dass ich einen ordentlichen Sieg einfahren werde."

"Sie will unbedingt Reid im nächsten Kampf"

Das erste Duell der beiden am 11. September vergangenen Jahres werteten die Punktrichter als Remis, obwohl nahezu alle Beobachter die Amerikanerin als Siegerin auf dem Zettel hatten. Ihre Leistung gegen Dunaway sei kein Maßstab für den Kampf gegen Reid, versicherte Halmich. "Reid boxt anders." Trainer Torsten Schmitz vermittelte nicht den Eindruck, als sei er vom Vorhaben seines Schützlings entzückt. "Sie will unbedingt Reid im nächsten Kampf. Das hat sie sich nun mal in den Kopf gesetzt."

Davor jedoch steht Promoter Klaus-Peter Kohl. Der Chef der Hamburger Universum Box-Promotion versuchte vorbeugend zu erklären, warum es nichts mit dem Duell, das vermutlich nicht auf seiner Wunschliste steht, werden könnte: "Reid hat ihren letzten Kampf verloren und will zunächst einen Rückkampf gegen die Siegerin in den USA." Als Hauptkämpferin im ZDF soll Quotenbringerin Halmich ihre WM- Serie weiter veredeln und nicht wie Dariusz Michalczewski mit zwei bitteren Niederlagen enden. Die Dauerweltmeisterin hat jedoch wichtige Unterschiede zum "Tiger" ausgemacht: "Dariusz hat von seinen 50 Kämpfen 40 Schlachten geschlagen. Da ist der Verschleiß viel größer. Außerdem lebt er nicht so solide wie ich."

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