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Boxen Cunningham verliert Weltmeistertitel, Sylvester ohne Chance


Der WM-Kampf zwischen Steve Cunningham und Yoan Pablo Hernandez war Boxen auf hohem Niveau, doch zwei Kopfstöße und der Abbruch schmälerten das Vergnügen. Hernandez gewann den Titel durch Auszählung der Scorecards nach der sechsten Runde denkbar knapp.

Im Kampf des Abends zwischen dem IBF-Weltmeister im Cruisergewicht Steve Cunningham und Yoan Pablo Hernandez siegte der Herausforderer nach Abbruch und Auszählung der Scorecards. Der deutsche Sebastian Sylvester vergab in einem Mittelgewichtskampf die Chance, zum dritten Mal Europameister zu werden. 

Der 31 Jahre alte frühere Weltmeister unterlag im Neubrandenburger Jahnsportforum gegen den Polen Grzegorz Proksa durch Abbruch nach der dritten Runde. Sylvester kassierte die fünfte Niederlage in seinem 40. Kampf.

Der Kampf des Abends: Cruisergewichts-WM

In einem stallinternen Sauerland-Fight verlor der US-Amerikaner Steve Cunningham seinen IBF-WM-Titel im Cruisergewicht gegen den Exil-Kubaner Yoan Pablo Hernandez. Der Ringrichter brach den Kampf nach sechs Runden ab, da der Herausforderer nach zwei Cuts stark blutete. Hernandez lag nach Auswertung der Punktzettel mit 2:1-Richterstimmen (58:55, 59:54, 56:57) knapp vorn.

Der Kampf begann mit einem Paukenschlag. Gleich in der ersten Runde musste Cunningham auf die Bretter, nachdem ihn ein linker Haken von Hernandez voll an der Schläfe erwischt hatte. Der Amerikaner hatte Glück, dass der Ringrichter Mickey Vann relativ langsam zählte, so konnte der Weltmeister wieder auf die Beine kommen. Der Kampf wurde auf einem hohen Niveau geführt, beide Boxer agierten vorsichtig, zeigte aber immer wieder technisch anspruchsvolles Boxen.

Cunningham mit dem Kopf voran

Cunningham fiel dann unangenehm auf, da er Hernandez mit einem Kopfstoß verletzte. Der Kubaner zog sich einen Cut am Kopf zu, der Ringrichter wertete "unabsichtlicher Kopfstoß". Hernandez war zu Beginn der bessere Kämpfer, zeigte schnelle Kombinationen und eine gute Beweglichkeit. Mit zunehmender Kampfdauer kam Cunningham aber immer besser in den Fight. Mit einem erneuten Kopfstoß brachte er Hernandez allerdings einen weiteren Cut zu, dieses Mal über dem Auge, sodass Blut ins Auge lief.

Der Ringarzt gab die Empfehlung abzubrechen und der Ringrichter folgte ihr nach der sechsten Runde. Nach Auszählung der Scorecards lag Hernandez in einem sehr engen Kampf knapp vorne. Das Urteil des polnischen Punktrichters Pawel Kardyni (59:54) entbehrte jedoch jeglicher Grundlage. Die Entscheidung zum Abbruch blieb zweifelhaft, da Cunningham in dieser Phase die Kontrolle über den Kampf zu übernehmen schien und der Ringarzt, der deutlich Partei für Hernandez ergriffen hatte, den eigenen Boxer wohl schützen wollte.

Der Amerikaner Cunnigham schimpfte dementsprechend: "Ich wurde betrogen. Ich bin der beste Cruisergewichtler der Welt. Ich will ein Re-Match, am besten gleich morgen", sagte er in der ARD. Ein Rematch wäre unter diesen Umständen tatsächlich wünschenswert, da beide Boxer auf Augenhöhe agierten und der Kampf nach 12 Runden vermutlich anders ausgegangen wäre. Weniger unklar war dagegen der Kampf von Sebastian Sylvester.

Sylvester ohne Chance

Sylvester fand gegen den Rechtsausleger Proksa keine Einstellung und kassierte schon zu Beginn klare Treffer. Ein stark blutender Cut über dem rechten Auge behinderte den Greifswalder dann so stark, dass er den Kampf nicht mehr fortsetzen konnte. Der Schützling von Trainer Karsten Röwer hatte seinen IBF-WM-Gürtel im Mai diesen Jahres ebenfalls in Neubrandenburg gegen den Australier Daniel Geale verloren. Für Sylvester wird es nach der neuerlichen Pleite nunmehr ganz schwer, wieder einen großen Titel zu gewinnen.

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