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Boxen: WBA-Weltmeister James Toney gedopt

Schwergewichtler James Toney wird wenige Tage nach dem Gewinn des Weltmeistertitels seinen WM-Gürtel wieder ablegen müssen. Für seinen Gegner John Ruiz könnte das ein unerwartetes Comeback bedeuten.

Der 36-jährige James Toney ist bei der Dopingkontrolle nach seinem siegreichen WM-Kampf am 30. April im New Yorker Madison Square Garden gegen Titelverteidiger John Ruiz positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet worden.

Sollte sich der Dopingverdacht nach Auswertung der B-Probe bestätigen, würde Toney der WM-Titel aberkannt werden. Außerdem dürfte er zwei Jahre keinen Titelkampf bestreiten. Ruiz, der das WM-Duell klar nach Punkten verloren hatte, würde dann wieder als WBA-Champion geführt werden.

"No Decision"

Die New York State Athletic Commission hat Toney am Mittwoch bereits mit einer Boxsperre von 90 Tagen und einer Geldstrafe von 10.000 Dollar belegt. Außerdem deklarierte die Boxbehörde den Kampf zwischen Ruiz und Toney als "No Decision".

Ursprünglich hatte der 33-jährige Ruiz unmittelbar nach seiner Entthronung durch Toney seine Faustkampf-Karriere für beendet erklärt. Zu Wochenbeginn jedoch überraschte der Amerikaner mit der Ankündigung, seine Laufbahn fortsetzen zu wollen. "Ich reagierte zu emotional. Schließlich bin ich immer noch der Ansicht, dass ich den Kampf nach Punkten gewonnen habe. Mich muss man K.o. schlagen, um mich aus diesem Sport wegzubefördern", sagte Ruiz.

Den letzten spektakulären Dopingskandal in der Königsklasse der Berufsboxer hatte es am 9. Dezember 1995 in Stuttgart im Kampf um den vakanten WM-Titel der International Boxing Federation zwischen Axel Schulz aus Frankfurt an der Oder und Frans Botha gegeben. Der Südafrikaner wurde nach seinem Punktsieg ebenfalls positiv auf Nandrolon getestet und der WM-Titel aberkannt.

Schulz konnte dadurch zum dritten Mal um einen WM-Gürtel boxen. Nach seiner Punktniederlage gegen IBF-Champion George Foreman am 22. April 1995 in Las Vegas und dem "No Decision" gegen Botha unterlag der Schützling von Manfred Wolke am 22. Juni 1996 im Dortmunder Westfalenstadion aber auch dem Amerikaner Michael Moorer nach Punkten.

DPA / DPA

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