Doping-Vorwürfe Armstrong droht mit "Kriegsbeil"


Ex-Teamkollegen von Radsportlegende Lance Armstrong haben Blutdoping zugegeben. Der siebenmalige Tour-de-France-Sieger vermutet "Sensationsmache" und attackiert den geständigen Frankie Andreu hart.

Der erneut mit Doping-Vorwürfen konfrontierte Tour-de-France-Rekordsieger Lance Armstrong hat seinen ehemaligen Team-Kollegen Frankie Andreu scharf angegriffen. "Er hat das Kriegsbeil ausgegraben, in dem er den Doping-Verdacht durch sein eigenes Schuldeingeständnis auf mich lenken will", erklärte Armstrong in einem Telefon-Interview mit der Nachrichtenagentur AP.

Andreu und ein anonym gebliebener, noch im Profiradsport Beschäftigter, hatten in einem Interview mit der "New York Times" erklärt, vor Armstrongs erstem Tour-Sieg 1999 Epo und andere leistungssteigernde, verbotene Mittel genommen zu haben. Andreu hätte nur vor einigen Rennen Epo genommen, um stark genug für eine exponierte Helferrolle für Armstrong zu sein. Gleichzeitig erklärte Andreu aber auch, er habe seinen damaligen Team-Kapitän Armstrong niemals selbst dopen sehen.

"Verzerrte Sensationsmache"

Mit dem Bericht der "Times" werde versucht, ihn in die Geständnisse seiner früheren Team-Kollegen mit hineinzuziehen, hieß es in einer vom Internetdienst "Radsport-News" zitierten Armstrong- Erklärung: "Die wiederaufgewärmte Anspielung, dass frühere Teamkollegen Epo genommen haben mit meinem Wissen und auf meinen Wunsch hin, ist kategorisch falsch und verzerrte Sensationsmache".

Durch eine 2005 vorgenommene Kontrolle war bei dem inzwischen zurück getretenen Texaner in sechs eingefrorenen und nachträglich untersuchten Urin-Proben bei der Tour 1999 Epo nachgewiesen worden. Armstrong betritt stets, gedopt zu haben und strengte deshalb mehrere Prozesse an. Andreu und seine Frau Betsy hatten Ende 2005 unter Eid vor einem Gericht in Dallas ausgesagt, dass Armstrong die Einnahme von Epo, Testosteron, Wachstumshormonen und Cortison in ihrer Gegenwart bei einem Gespräch vor seiner Krebsoperation in der Indian Universitätsklinik im Oktober 1996 zugegeben hat.

"Niemals wurde mir etwas nachgewiesen"

"Ich kann nicht das Gegenteil beweisen, nur wiederholen, was ich eine Million Mal gesagt habe: Ich wurde in Rennen getestet, in meinem Haus, im Hotel, auf Flughäfen. Niemals wurde mir etwas nachgewiesen", sagte Armstrong, der im Juli auch die Tour besuchte, die sein ehemaliger Team-Kollege Floyd Landis zunächst spektakulär gewann. Drei Tage nach dem Ende der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt wurde dem Amerikaner, der an zwei Toursiegen Armstrongs als Helfer direkten Anteil hatte, die Einnahme synthetischen Testorsterons nachgewiesen. Landis - sein Anwalt fordert Freispruch wegen Verfahrensfehlern - droht eine Sperre und die Aberkennung des Toursieges.

"Wenn Andreu das sagen möchte, soll er das tun. Ich weiß aber nicht, was er damit beweisen möchte", sagte der Ire Pat McQuaid, Präsident des Welt-Radsport-Verbandes UCI, zu den Andreu-Äußerungen.

DPA DPA

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