Dopingaffäre Pevenage gibt Kontakt zu Doping-Arzt Fuentes zu


Klar kenne er den Doping-Arzt Eufemiano Fuentes, gibt nun auch Rudy Pevenage, einstiger Betreuer von Jan Ullrich und Ex-Team-Telekom-Leiter, zu. Und er sei nicht der Einzige. Was das genau für seine eigene Doping-Karriere bedeutet, wollte Pevenage aber nicht verraten.

Jan Ullrichs früherer Betreuer Rudy Pevenage hat Kontakt zum mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes eingeräumt. "Klar, natürlich gebe ich auch zu, dass ich mit Fuentes Kontakt hatte. Aber glauben Sie, dass ich der einzige Sportliche Leiter bin, der Kontakt mit Fuentes hatte? Ich kenne ihn sehr lange, da war ich selbst noch Radfahrer", sagte der Belgier in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Forderungen nach einem eigenen Doping-Geständnis lehnte Pevenage jedoch ab. "Was soll ich denn noch erzählen? Es haben doch schon so viele Leute erzählt, und wenn ich jetzt auch noch etwas sage, kriege ich nur von links und rechts Gerichtsverfahren", sagte der 53-Jährige. Ein Rücktritt aller ehemaligen Radsport-Verantwortlichen macht für Pevenage keinen Sinn. "Wenn jetzt alle sagen, die Alten sollen alle raus wegen des verschärften Ethik-Codes - dann bleiben nicht mehr viele übrig." Er selbst forderte für sich eine "zweite Chance" im Profi-Radsport.

Pevenage begleitete Ullrich seit dessen Profidebüt im Jahr 1995 und war zeitweise beim Team Telekom als Sportlicher Leiter aktiv. Ullrich steht im Verdacht, beim spanischen Arzt Fuentes Kunde gewesen zu sein. Dem Mediziner wird vorgehalten, Radprofis beim Blutdoping unterstützt zu haben. Mehrere Blutproben Ullrichs wurden in Madrid sichergestellt. Nach dem Rücktritt Ullrichs habe er nicht mehr so viel Kontakt zu dem ehemaligen Radstar, sagte Pevenage. "Wir telefonieren noch regelmäßig, aber nicht mehr so oft wie früher. Was hätten wir uns denn jetzt auch noch groß zu erzählen?", so Pevenage.

DPA DPA

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