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Eishockey DEL und DEB unterzeichnen Kooperationsvertrag


Der heftige Streit zwischen DEB und DEL ist beendet. Die Gefahr einer Spaltung wurde abgewendet und um die Nationalmannschaft kümmern sich beide zumindest in den nächsten sechs Jahren gemeinsam.

Nach langem Streit haben sich DEB und DEL doch noch geeinigt. Beide Parteien verständigten sich auf einen Kooperationsvertrag mit unbefristeter Laufzeit und wendeten damit ein drohendes Zerwürfnis ab.

Problematisch bleibt jedoch das Verhältnis zur Zweiten Liga, eine Verzahnung mit der DEL konnte nicht realisiert werden. Daher wird es in den nächsten Jahren weder Auf- noch Abstieg geben.

Gemeinsam für das Nationalteam

Wichtigster Bestandteil der neuen Partnerschaft: Unter dem Dach der neu gegründeten Organisation "Joint Venture Nationalmannschaft" sind beide Parteien gemeinsam für das - so DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke - "wichtigste Gut des deutschen Eishockey" verantwortlich - ein Novum im deutschen Profisport.

Name und Rechtsform des Joint Ventures müssen noch gefunden werden. In jedem Fall wird es gleichberechtigt geführt, Verband und Liga sind in den Gremien Vermarktung und Sport mit jeweils zwei Vertretern präsent. Die DEL wird dem neuen Bundestrainer Jakob Kölliker zudem einen Sportdirektor zur Seite stellen. Heißeste Kandidaten für diesen neu geschaffenen Posten sind die Ex-Nationalspieler Jürgen Rumrich und Bernd Truntschka.

"Basis für langfristig erfolgreiche Nationalmannschaft gelegt"

"Wir haben uns heftig gestritten und sind verbal aneinandergeraten", sagte DEB-Präsident Uwe Harnos. "Aber ein Kompromiss für das gesamte deutsche Eishockey war nötig. Mit dem neuen Vertrag haben wir die Basis für eine langfristige und nachhaltig erfolgreiche Nationalmannschaft gelegt."

Sämtliche Vereinbarungen gelten von der Saison 2012/13 an, sollen im kommenden Winter aber schon übergangsweise umgesetzt werden. Eine erste Kündigungsmöglichkeit besteht zum 30. Juni 2018. Die alte Vereinbarung war am 30. April ausgelaufen. Über die Höhe der Verbandsabgabe der DEL wurde Stillschweigen vereinbart. Es ist davon auszugehen, dass sie sich wie bisher in Höhe von 800.000 Euro bewegen wird.

Ohne diese Einigung wäre die DEL vom Weltverband zu einer "wilden Liga" erklärt worden. Meister Eisbären Berlin und Adler Mannheim hätten somit nicht in der verkappten Vereinseuropameisterschaft "European Trophy" mitspielen dürfen und auch Vorbereitungsspiele gegen internationale Gegner wären nicht möglich gewesen.

Zweite Liga lehnt DEL-Angebot ab

Nicht realisiert werden konnte allerdings eine sportliche Verzahnung zwischen DEL und 2. Bundesliga. Die vom Verband in eine Spielbetriebsgesellschaft ausgelagerten Zweitligisten lehnten das DEL-Angebot von Relegationsspielen zwischen dem DEL-Schlusslicht und dem Zweitliga-Ersten ab und manövrierten sich damit selbst ins Abseits.

Sie waren unter anderem nicht bereit gewesen, ihre Saison für die Relegationsspiele zu verkürzen. Die DEL wird künftig eventuell freiwerdende Startplätze in einem Wildcard-Verfahren vergeben. Die Zweitligisten reagierten derart pikiert, dass sie sämtliche Vorbereitungsspiele gegen DEL-Clubs absagten und die erprobte Förderlizenzregelung für Spieler unter 25 Jahren, die gleichzeitig in DEL und tieferen Klassen spielberechtigt sind, außer Kraft setzten.

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