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Eishockey: Eishockey-WM - DEB-Team blamiert sich gegen Tschechien

Nach der 4:12-Klatsche gegen Norwegen setzte es für das DEB-Team bei der Eishockey-WM gegen Tschechien mit 1:8 die nächste Blamage. Damit hat die deutsche Mannschaft die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat sich bei der WM auch im abschließenden Gruppenspiel bis auf die Knochen blamiert und muss für Olympia 2014 einen Umweg einplanen.

Die Auswahl von Trainer Jakob Kölliker kassierte gegen Tschechien eine 1:8 (1:3, 0:3, 0:2)-Niederlage und erlebte nur zwei Tage nach dem 4:12 gegen Norwegen das nächste Debakel. Die mit dem Ziel Viertelfinale gestarteten Deutschen schlossen ihre Vorrundengruppe in Stockholm damit als Sechster von acht Teams ab.

Vor 2114 Zuschauern unterstrichen die tschechischen Torschützen Ales Hemsky (2. Minute), Lukas Krajicek (11.), Martin Erat (17.), Petr Koukal (26./45.), David Krejci (30.), Jiri Novotny (35.) und Miorslav Blatak (47.) den Klassenunterschied. Für kurzzeitigen deutschen Jubel hatte lediglich Thomas Greilinger mit seinem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (8.) gesorgt.

Kölliker-Änderungen fruchten nicht

Nach der Norwegen-Schmach hatte Kölliker die Reihen umgestellt, in der Abwehr bekamen alle Profis neue Nebenleute. Im Angriff blieb nur die gefährlichste Formation mit Christoph Ullmann, Patrick Reimer und Philip Gogulla unverändert. Das Tor hütete Dennis Endras. "Wir können frisch von der Leber weg spielen", sagte der Coach vor dem ersten Bully im TV-Sender Sport1, "wir haben nichts zu verlieren". Von einer Trotzreaktion waren die Deutschen dann aber meilenweit entfernt.

Gegen den zwölfmaligen Weltmesiter zeichnete sich schon früh ein ähnlich bitterer Verlauf wie zwei Tage zuvor ab: Nach nur 118 Sekunden konnte sich Hemsky quasi unbedrängt durch die Abwehr tanken und Endras mit einem einfachen Trick überwinden. Ingolstadt-Stürmer Greilinger gelang mit Glück zwar der Ausgleich, als NHL-Profi Milan Michalek einen Pfostenabpraller ins eigene Tor lenkte.

Deutsche Abwehr überfordert

Dass aber vor allem die deutsche Abwehr einfach nicht WM-tauglich ist, zeigte sich nur drei Minuten später: Bei einem flüssigen Angriff stand Krajicek am langen Pfosten völlig frei und musste den Puck nur noch einschieben. Die ganze Hilflosigkeit vor allem des Mannheimer Abwehrduos Nikolai Goc und Denis Reul manifestierte sich in Gegentor drei, als Goc einen Querpass von Martin Erat selbst ins Tor schoss.

Dass es nicht schon nach den ersten 20 Minuten ein Debakel zu betrauern gab, lag an Endras. Gegen Norwegen war der Schlussmann zweimal völlig entnervt vom Eis gefahren und nun offenbar motiviert, es besser zu machen. Mit einigen Weltklasseparaden hielt Endras den Schaden zunächst in Grenzen. Dennoch standen einige deutsche Cracks in der Drittelpause noch minutenlang ratlos an der eigenen Bande.

Ungläubig, sprachlos und konsterniert verfolgten Spieler und Trainer auf der deutschen Bank den weiteren Verlauf des einseitigen Duells. Von einem Aufbäumen war keine Spur, im Gegenteil: Krajicek konnte in aller Ruhe aufs Tor schießen, Koukal fälschte erfolgreich ab. Beim 1:5 blamierten sich die Cracks des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) sogar in Überzahl, Stanley-Cup-Sieger Kreijci traf souverän. Damit nahm die Demütigung endgültig ihren Lauf. Einziger winzig kleiner Lichtblick war die Endras-Parade beim Penalty von Kreijci.

sportal.de / sportal

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