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Eisschnelllauf: Titelkampf ohne Claudia Pechstein

Ohne Titelverteidigerin Claudia Pechstein müssen am 29./30. Dezember die deutschen Mehrkampf-Meisterschaften der Eisschnellläufer stattfinden. Sie hofft nun auf eine «Wildcard» für den Start bei den Europameisterschaften.

Die viermalige Olympiasiegerin sagte ihren Start in Inzell definitiv ab, nachdem bei einem medizinischen Check im Berliner Olympiastützpunkt das Stoppzeichen durch Ärztin Elke Neuendorf gekommen war. «Vier Starts in zwei Tagen machen bei dem derzeitigen Gesundheitszustand keinen Sinn», erklärte die Medizinerin.

Claudia Pechstein hatte wegen eines grippalen Infekts bereits seit einer Woche kein Eistraining bestreiten können und hofft nun auf eine «Wildcard» des Verbandes für den Start bei den Europameisterschaften vom 7. bis 9. Januar in Heerenveen. Nur im Falle einer Top-4- Platzierung bei den bisherigen Weltcup-Rennen wäre sie wie ihre Rivalin Anni Friesinger (Inzell) automatisch für das Europa- Championat qualifiziert gewesen.

Fit in die EM

«Ich bin überzeugt, dass Claudia bis zur EM wieder fit ist, wenn wir sie jetzt behutsam aufbauen», meinte ihr Trainer Joachim Franke am Donnerstag. «Es wäre aber unverantwortlich, sie jetzt gegen den Rat der Ärzte bei den deutschen Meisterschaften starten zu lassen. Das Risiko wäre zu groß, ein Rückschlag könnte die gesamte Saison verderben», sagte Franke.

Die neunfache deutsche Meisterin plant nun, am Heiligabend wieder ein lockeres Eistraining aufzunehmen, und wird sich ab dem 2. Weihnachtsfeiertag gezielt auf Heerenveen vorbereiten. Ebenfalls wird sie auf dem anberaumten «Krisen-Gipfel» fehlen, den die Verbands- Führung nach den abfälligen Bemerkungen der Berlinerin gegenüber Cheftrainer Helmut Kraus anberaumt hatte. Dabei hatte Pechstein dem Münchner Coach im Zusammenhang mit der Übernahme des Trainings für die Team-Verfolgung unter anderem vorgeworfen, er würde sich stets in den Erfolgen der Athleten sonnen, an denen er keinen Anteil habe. An der Aussprache mit den Präsidiums-Mitgliedern in Inzell wird nun von Berliner Seite allein Joachim Franke teilnehmen.

Von Frank Thomas/DPA

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