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Extremsport Parkour: Traceure riskieren Hals- und Beinbruch

Keine Mauer zu hoch, kein Geländer zu schmal, kein Abgrund zu tief: "Parkour" entwickelt sich immer mehr zum spektakulären Trendsport. Und ihre Akteure riskieren dabei oft Kopf und Kragen.

An immer mehr Orten in Deutschland bewegen sich überwiegend junge Männer springend, im Sprint oder mit Klimmzügen fort. Die Akrobaten nennen sich selbst "Traceure" (Läufer) und scheinen regelmäßig der Erdanziehungskraft zu trotzen. Sie klettern Wände hoch, balancieren auf Zäunen oder überwinden Häuserschluchten mit präzisen Sprüngen. Was anderen als sinnloser Unfug erscheint, gilt für die Traceure als Sportart: Parkour. Als Erfinder gilt der 33-jährige Franzose David Belle, der in den 80er Jahren die "Kunst der Bewegung" vom Vater lernte und weiterentwickelte.

Seit einigen Jahren wächst die Traceur-Community stetig an. Die Begeisterung für den Extremssport spiegelt sich in zahlreichen Foren im Netz wider. "Parkour ist die Freiheit und Motivation Bewegung in der Perfektion auszuleben. Dabei bewegt man sich mit Eleganz, effizient durch den urbanen und natürlichen Raum", heißt es auf der offiziellen Homepage der deutschen Parkour-Szene. Der Sport verlange ein hohes Maß an Körperbeherrschung, Selbsteinschätzung und Disziplin sowie Konzentration und geistige Stärke. Ihre halsbrecherischen Aktionen bannen die Extremsportler auf Videofilme, die im Internet auf reges Interesse stoßen.

Die unglaublichen Bilder haben inzwischen auch die Werbeindustrie überzeugt. Traceure tauchen vermehrt auf Messen und in Werbefilmen auf. Pop-Ikone Madonna engagierte zuletzt einige der Bewegungskünstler für eines ihrer Musikvideos. Und fürs Training braucht es nicht viel: gutes Schuhwerk und ein wenig Ausdauer.

dh
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