Eigentlich könnten sich die Top-Tennisspielerinnen und -spieler freuen: Bei den French Open gibt es in diesem Jahr im Erfolgsfall mehr Geld. Im vergangenen Jahr wurden bei dem Grand-Slam-Turnier insgesamt 56,3 Millionen Euro verteilt. In diesem Jahr geht es in Roland Garros um insgesamt 61,7 Millionen Euro, teilten die Veranstalter vergangene Woche mit.
Das entspricht einer Steigerung von fast zehn Prozent. Doch den Profis reicht das nicht: Die Ankündigung wurde im Teilnehmerfeld mit großer Enttäuschung aufgenommen. Die Top 10 der aktuellen Männer- und Frauen-Weltrangliste haben in einer gemeinsamen Erklärung klargemacht, wie unzufrieden sie mit dem Preisgeld sind.
French Open erzielen Rekordeinnahmen – Spieler wollen höheren Anteil
Dazu gehören unter anderem Novak Djokovic, Jannik Sinner, Aryna Sabalenka und Coco Gauff. Die Gruppe verweist darauf, dass das Preisgeld nicht proportional zu den Einnahmen des Turniers steige. So seien im vergangenen Jahr die Prämien nur um etwa fünf Prozent gestiegen, die Einnahmen jedoch um 14 Prozent.
Die Spieler fordern einen Anteil von 22 Prozent daran – so wie es bei anderen Top-Turnieren auf der Tour der Fall ist. Bei den French Open liegt der Anteil aktuell deutlich darunter, bei etwa 14 Prozent. „Während Roland Garros Rekordeinnahmen anstrebt, erhalten die Spieler somit einen immer geringeren Anteil des von ihnen mitgeschaffenen Wertes“, zitiert unter anderem der „Guardian“ aus der Erklärung.
Spieler beklagen „strukturelle Probleme“
Bei den US Open und den Australian Open stießen die Forderungen der Profis auf mehr Gehör, dort stiegen die Prämien um 20 bzw. 16 Prozent an. Doch vollständig zufrieden sind die Spieler auch damit nicht: Sie stört, dass der Großteil des Geldes an die Top-Stars, die bis ins Halbfinale oder Finale kommen oder das Turnier sogar gewinnen, geht. Stattdessen sollten auch die Akteure in den früheren Runden stärker bedacht werden.
Außerdem fordern die Spieler, dass „strukturelle Probleme“ angegangen werden. Sie wollen verbesserte Sozialleistungen und Rentenregelungen sowie mehr Mitspracherecht bei der Festlegung des Turnierplans. In dieser Hinsicht erwiesen sich die Veranstalter der Grand Slams jedoch als „reformresistent“, beklagen die Tennis-Asse in ihrem Statement.
Quellen: Roland Garros, „Guardian“, „The Athletic“