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Golf: Dubai World Championship - Donald und McIlroy kämpfen um die Krone

Luke Donald könnte in Dubai Geschichte schreiben und als erster Golfer überhaupt die Geldwertungen sowohl der US PGA als auch der European Tour für sich entscheiden. Doch Rory McIlroy will als Spielverderber seine eigene Minichance auf die Krone nutzen.

Es hatte lange so ausgesehen, als wäre zumindest die Frage nach dem Sieger des Race to Dubai 2011 schon vor Beginn der Dubai World Championship bereits entschieden gewesen.

Souverän hatte Luke Donald das Ranking angeführt, doch durch Rory McIlroys Sieg am Wochenende in Hongkong wahrte der Nordire die Chance, den Konkurrenten im Endspurt noch zu überholen.

Doch auch wenn die offizielle Homepage der European Tour versucht einen entsprechenden Eindruck zu vermitteln, ein richtiges Kopf-an-Kopf-Rennen wird das Duell zwischen Donald und McIlroy um den Gesamtsieg in der europäischen Order of Merit bei der Dubai World Championship am Wochenende aber wohl nicht werden.

Chancen auf Herzschlagfinale eher gering

Schließlich hat Donald mit insgesamt 3.856.394 Millionen Euro Saisonverdienst noch satte 789.789 Euro Vorsprung auf den Nordiren (3.066.606). McIlroy müsste daher das Turnier in Dubai unbedingt gewinnen. Und selbst dann könnte er Donald nur überholen, wenn sich dieser selbst schlechter als auf Rang neun platzieren würde – das ist dem Engländer in der Saison aber erst dreimal passiert.

Zudem schlägt sich McIlroy kurz vor Turnierstart immer noch mit einer bereits vor einigen Wochen eingefangenen und sehr hartnäckigen Viruserkrankung herum. Die hatte ihn zwar in Hongkong nicht vom Sieg abhalten können, durch den er sich die theoretische Chance auf den Tour-Gesamtsieg offenhielt, verschlimmerte sich aber offenbar auf dem Flug nach Dubai, sodass er bei der Ankunft in einem Krankenhaus untersucht werden musste.

"Ich bin vom Energie-Level nicht da, wo ich gerne wäre, aber ich hatte gestern einen Tag frei und habe mich erholt. Ich werde das Pro-Am spielen, trainieren, mir dann noch einen weiteren freien Tag gönnen, vielleicht nur ein paar Bälle schlagen“, glaubte er laut thejournal.ie, dass der Virus ihn nicht zu sehr behindern dürfte.

McIlroy entdeckt neue Qualität an sich

Hoffnung schöpft er aus einer neuen Qualität, die er erstmalig in Hongkong an sich entdeckt hatte. "In der Lage zu sein, Golf-Turniere zu gewinnen, auch wenn man nicht seine Bestleistung zeigt, ist das, was Tiger Woods früher Woche für Woche gezeigt hatte“, erklärte er laut AFP. "Das ist eine Qualität, die man haben sollte, wenn man ein großer Spieler sein will. Ich habe das Gefühl, als ob ich es gerade lerne.“

Eine kleine Hoffnung Donald das geschichtsträchtige Double zu versauen, keimt immer noch, auch wenn McIlroy laut themalaysiainsider.com tief stapelt. "Darauf, dass Luke außerhalb der Top Nine landet, baue ich nicht. Denn das ist ihm in dieser Saison doch nur zweimal oder so bisher passiert“, meinte der Nordire und fügte an: "Luke war so konstant.“

Donald nimmt das Tour-Double ins Visier

In der Tat – Donald spielte die ganze Saison über auf extrem hohen Level und hatte schon die Gesamtwertung der US-Tour gewonnen. Beide großen Touren für sich zu entscheiden, ist bisher noch keinem Profi gelungen. Kein Wunder, dass für Donald diese Premiere „das Tüpfelchen auf dem I“ wäre.

McIlroy unterstrich daher laut reuters auch noch einmal die Favoritenrolle des Konkurrenten: „"Er hat ein so gutes kurzes Spiel, locht alle Putts, die er braucht und hat sich in diesem Jahr sogar noch bei den Abschlägen deutlich verbessert."

Wer auch immer von den beiden am Ende das Race to Dubai für sich entschieden wird, er darf sich über eine Bonuszahlung zum ohnehin üppigen Preisgeld in Dubai in Höhe von 1,119 Millionen Euro freuen. Der Turniersieg allein ist mit 932.000 Euro dotiert.

Im Prämien-Topf liegen insgesamt 11,2 Millionen Euro, die unter den startberechtigten 60 erfolgreichsten Golfprofis der Europa-Tour ausgespielt werden. Für die ersten 15 im Race to Dubai werden allein 4,4 Millionen Euro ausgeschüttet.

Kaymer schielt auf Platz zwei und drückt Donald die Daumen

Der drittplatzierte Martin Kaymer hat dagegen keine Chance mehr, seinen im Vorjahr errungenen Titel in der Gesamtwertung zu verteidigen. Für den Deutschen (2.830.264) ist in diesem Jahr maximal der zweite Platz drin, für mehr hätte er in den letzten Wochen seine Turnierplanung anders gestalten müssen.

Doch Kaymer spielte statt eines regulären Turniers am letzten Wochenende das Einladungsturnier in Sun City, dessen Preisgeld nicht für die European Tour-Wertung zählt. "Ich war nicht mehr in der Lage, vier Turniere in den vergangenen vier Wochen zu spielen. Ich verspüre die Müdigkeit in meinem Körper, die sich nach den vielen Flügen durch die Zeitzonen breitmacht", gab der Rheinländer jedoch zu.

Anfang November hatte der 26-Jährige nach seinem überragenden Erfolg in Shanghai hinter Donald in der Geldrangliste aussichtsreich auf Platz zwei gelegen, erst in der Endphase baute der Engländer aus und McIlroy zog noch am Deutschen vorbei.

Trotzdem freut sich Kaymer auf einen entspannten Saisonausklang und das Duell der beiden Briten. Die Daumen hält er Donald. "So wie Luke seit zwei Jahren spielt, hat er es verdient, die Nummer eins in der Welt zu sein. Ich hoffe für ihn, dass er hier gewinnt", schwärmt er geradezu von der Konstanz des 33-jährigen Briten.

Viele Favoriten für den Turniersieg

Der Gesamtsieg wird eine Sache zwischen Donald und McIlroy, deutlich offener ist dagegen das Rennen um den Turniersieg in Dubai angesichts des illustren Feldes mit den 60 besten Spielern des Jahres. Als Topfavorit gilt Lee Westwood, der letzte Woche bei der Nedbank Challenge in Südafrika brilliert hatte, bereits 2009 in Dubai gewann, 2010 immerhin Dritter wurde.

Ihm liegt der Earth Course wie kaum einem Zweiten. "Ich spiele hier immer sehr gut", bestätigte Westwood laut golf365.com. "Und meine Form ist derzeit sehr gut." Weitere Spieler, die an den Wüsten-Kurs gute Erinnerungen haben und sich Chancen ausrechnen sind neben Donald und McIlroy auch Ian Poulter, Sergio Garcia oder auch Robert Karlsson, der Sieger von 2010.

Martin Kaymer hat in Dubai bisher dagegen noch nie viel gerissen. 2009 landete er nur auf Platz 37, im vergangenen Jahr immerhin auf Rang 13. Die Form, wenn man die Schlussrunde bei der Nedbank Challenge einmal außer Acht lässt, stimmt beim Deutschen und wenn er McIlroy im Money Ranking den zweiten Platz noch streitig machen will, ist er gefordert.

sportal.de / sportal

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