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Handball: Handball EM - Deutschland unterliegt Tschechien

Der Auftakt ist misslungen. Die DHB-Auswahl hat ihr Eröffnungsspiel gegen die Tschechen verdient mit 24:27 verloren. Dabei war die Mannschaft von Martin Heuberger katastrophal gestartet und lief das gesamte Spiel über einem Rückstand hinterher. Eine kurze gute Phase in der zweiten Halbzeit war letztlich zu wenig.

Die Bilanz von Bundestrainer Martin Heuberger hat sich auch im sechsten Spiel unter seiner Leitung nicht verbessert, gegen Tschechien kassierte die DHB-Auswahl die fünfte Niederlage. Beim 24:27 zeigten sich die Deutschen zum EM-Auftakt in allen Belangen unterlegen und sorgten nur in der zweiten Halbzeit kurzzeitig für Hoffnung auf der Bank.

Am Ende war es ein verdienter Sieg für die Tschechen, die in Filip Jicha ihren besten Werfer hatten. Der Kieler erzielte sieben Treffer bei allerdings auch 15 Versuchen. Bei den Deutschen war es Lars Kaufmann, der in knapp 38 Minuten Spielzeit fünf Treffer markierte.

Ziel: Olympische Spiele 

Viel war vor dem Auftaktspiel gegen die Tschechen geschrieben worden. Klar war, dass ein Sieg fast schon zur Pflichtaufgabe verkam, um den Traum vom Ticket für das Olympia-Qualifikationsturnier aufrecht zu erhalten. Denn auch die Tschechen sind noch nicht für die Spiele qualifiziert und einer der direkten Konkurrenten um einen der beiden Plätze.

Doch die Mannschaft von Trainer Martin Heuberger fand während der ersten Halbzeit zu keiner Phase in die Partie. Nach drei Minuten und einem verworfenen Siebenmeter von Uwe Gensheimer stand es 1:1, beim 2:2 Minuten später waren die Deutschen letztmalig auf Augenhöhe mit den Tschechen.

Die Truppe um Superstar Filip Jicha spielte keinesfalls ein überragendes Match, doch die Fehlerquote wurde gering gehalten und in Petr Stochl hatte man einen Schlussmann, der im Gegensatz zu Silvio Heinevetter Paraden als Fließbandarbeit ablieferte. Jicha und Jan Stehlík trafen dann zum 4:2.

Roggisch mit zu hartem Einsteigen

Neben vielen technischen Fehlern und ungenauen Zuspielen leistete sich Abwehrchef Oliver Roggisch noch ein unnötiges Foul und kassierte die erste Zeitstrafe des Matches. Die Tschechen zogen auf 8:3 davon und Heuberger nahm nach elf Minuten die Auszeit. Diese fruchtete zunächst nicht, denn nach einem Fehlpass erzielte Jicha die 9:3-Führung.

Zumindest die Abwehr stand nun sicher und nach dem 4:9 durch Michael Haaß kamen auch die Tschechen zu keinen leichten Toren mehr. Allerdings verpasste es die DHB-Auswahl auch, in Überzahl – nach Foul von Jicha an Pascal Hens – den Abstand zu verkürzen. So blieb es bis zur Halbzeit bei einen Vorsprung von fünf Toren – da Holger Glandorf, der wenig Torgefahr versprühte und insgesamt nur zwei Tore warf, mit der Sirene zum 9:14 traf.

Guter Start der Deutschen

Nach dem Wechsel keimte Hoffnung auf, da Glandorf und Kaufmann verkürzten, die Tschechen zudem ebenfalls einen Siebenmeter verwarfen. Allerdings hielten die Deutschen auch die Fehlerquote hoch, verwarfen durch Theuerkauf einen weiteren Siebenmeter. Pfahl traf dann jedoch per Strafwurf zum 15:17

Die DHB-Auswahl wurde nun besser, nutzte zudem die Chancen im Angriff konsequenter. In mehreren Situationen lag der Ausgleich in der Luft. Doch sowohl beim 16:17, als auch beim 19:20 waren es individuelle Fehler, die den Erfolg verhinderten. Und auch in Überzahl, als die Tschechen einen Mann zuviel auf der Platte hatten und eine Zeitstrafe kassierten, verpasste man es, erstmals seit dem 2:2 zu egalisieren.

Als Jicha dann in Unterzahl das 21:19 erzielte, zogen die Tschechen wieder Tor um Tor davon, lagen bei 24:19 wieder mit fünf Toren in Front. Die Messe schien gelesen, bis Heinevetter mit einigen Paraden der Hoffnung auf zumindest einen Punkt neue Nahrung gab und Theuerkauf sowie Pfahl auf 23:25 verkürzten.

Die Fehler bleiben - der Punkt ist weg

Der Knackpunkt war, wie im gesamten Match, dann wieder die hohe Quote der unnötigen Fehler. 120 Sekunden vor dem Ende verwarf Sven-Sören Christophersen einen Pass an den Kreis und die Tschechen nutzten die Situation, um mit dem 26:23 den Deckel auf die Partie zu machen.

Von diesem Rückschlag erholte sich das Team nicht mehr, ein Punkt wäre aber auch nicht verdient gewesen. Zwar hatten die Deutschen gerade zu Beginn auch Pech mit dem Aluminium, doch eine schlechte Quote bei den Siebenmetern sowie die erschreckende Fehlerquote hätten auch nur für unnötige Augenwischerei bei einem Punktgewinn gesorgt.

Zwar reicht auch Platz drei in der Gruppe, um sich für die Hauptrunde zu qualifizieren, doch nehmen die Teams die Punkte aus der Vorrunde mit. Dabei ist das 24:27 eine denkbar schlechte Ausgangslage, um das Ziel – die Qualifikation für Olympia – zu erreichen. In den nächsten Einheiten muss Heuberger dringend daran arbeiten, die Fehler in seinem Team abzustellen und an der Genauigkeit zu arbeiten. Denn verloren ist nur das erste Spiel.

Gunnar Beuth

sportal.de / sportal

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