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HEW-Cyclassics 2005: Eintagsrennen, aber keine Eintagsfliege

Am Sonntag feiern die HEW-Cyclassics Jubiläum. Für ein paar Stunden herrscht in ganz Hamburg Ausnahmezustand: eine Riesenraupe aus Fahrrädern, Energiedrinks und Fans hält die Stadt in Atem.

Seit 1996 hat bis heute haben sie die HEW-Cyclassics zum wichtigsten Eintagsrennen direkt nach der Tour de France gemausert. Und das, obwohl die Erfinder des Events ursprünglich den Hockeysport fördern wollten. Als man bei der Akquise von Geldgebern auch bei der HEW vorsprach, winkten die Herren gelangweilt ab. Bei der Finanzierung eines Radrennens hingegen würde man mit sich reden lassen. Christian Teotzke und Michael Hinz beschlossen, die Vision eines Radrennens zu realisieren. So war die Idee einer Kombination aus Profi- und Breitensport-Kontest geboren.

1996 gingen knapp 2500 Amateure, die "Jedermann"-Fahrer, an den Start. Ein Jahr später nahm erstmals Jan Ullrich teil und schon 1998 gab es erneut Grund zum Feiern - die HEW-Cyclassics erhielten Weltcup-Status.

Jan Ullrich als Zugpferd

Zur diesjährigen Jubiläumsveranstaltung am Wochenende wird die glamouröse Spitzensportveranstaltung erstmalig im Rahmen der UCI-Pro-Tour, eine vom Radsport-Weltverband, der Union Cycliste Internationale (UCI), neu geschaffene Serie, ausgetragen. Das hat zur Folge, dass die Teams der Eliteliga mit "ProTour"-Lizenz gewissermaßen zu einer Teilnahme verpflichtet sind.

Eine Woche nach dem Ende der Tour de France steht also ein erneuter Showdown der Weltspitze unter den Radprofis bevor. Neben Jan Ullrich werden auch der Vorjahressieger Stuart O’Grady, der 2003-Gewinner Paolo Bettini und Thor Hushovd, Gewinner des Grünen Trikots, an den Start gehen. Auch die Topsprinter Erik Zabel und Alessandro Petacchi werden über 253 Kilometer mit von der Partie sein.

Dem Feld der "Crème de la Crème" des Radsports fahren dieses Jahr erstmals ungefähr 20.000 "Jedermann"-Fahrerinnen und Fahrer vorweg. Die Amateure und Hobbyradler können zwischen der 55-, 100- oder 155-Kilometer-Distanz wählen. Außerdem gehen nach 2003 und 2004 auch dieses Jahr eine wieder die Special Olympics Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung an den Start in der Elbmetropole.

Der Weg ist das Ziel

Die Rennstrecke variiert von Jahr zu Jahr, auch dieses Jahr wird sie wieder neu gestaltet. Einige Punkte, wie der Start in der Steinstraße und der Zieleinlauf in die bekannteste Hamburger Einkaufstraße, die Mönckebergstraße, werden beibehalten. Außerdem ist die Überquerung der bekannten Köhlbrandbrücke - der höchsten Erhebung der gesamten Strecke - ein unerlässliches Muss. Festes Element der fast immer flachen Strecke der HEW-Cyclassics ist der Waseberg in Blankenese: zirka 700 Meter und eine fast durchgängige Steigung von ungefähr 15 Prozent. Der Anstieg ist tückisch. Unmittelbar nach einer scharfen Rechtskurve beginnt die Steigung: Schwungnehmen unmöglich. Die vielen schmalen Straßen noch vor Bergfahrt veranlassen die Teams, sich schon Kilometer vorher in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Gleich fünfmal musste der Waseberg 2004 erklommen werden - kein leichtes Unterfangen. Dieses Jahr muss das Hauptfeld vier Mal durch die Hölle am Waseberg in Blankenese fahren. Eine Passage die einer Vorentscheidung gleichkommt: Wer hier abfällt, für den ist das Rennen gelaufen.

Es bleibt abzuwarten, was die diesjährigen Cyclassics für Überraschungen mit sich bringen. Die Organisatoren versprechen viele Neuerungen und Extras für die Jubiläumsveranstaltung. Für das Rennen in den kommenden Jahren ist gesorgt. Der Vertrag mit dem Hauptsponsor ist unterschrieben. Der Mutterkonzern der HEW, Vattenfall, hat die Laufzeit bis 2010 verlängert.

Stefanie Mülheims
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