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Interview

Jan Ullrich zur Sicherheit im Radsport: "Auch Begleitfahrzeug-Fahrer sollten auf Medikamente getestet werden"

Der tödliche Unfall des Belgiers Antoine Demoitié hat die Debatte über die Sicherheit im Radsport neu entfacht. Im Interview mit dem stern verriet Ex-Radstar Jan Ullrich, wer jetzt handeln muss.

Sturzszene beim Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix und das Konterfei von Jan Ullrich

Stürze, wie hier beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix, lassen sich nie ganz vermeiden. Ex-Radstar Jan Ullrich glaubt jedoch, dass sich das Risiko durch entsprechende Maßnahmen durchaus minimieren ließe

Wie immer, wenn etwas Schreckliches passiert ist, saß der Schock auch nach dem Tod des Radprofis Antoine Demoitié tief. Der junge Belgier war beim Frühjahrsklassiker Gent-Wevelgem Ende März gestürzt, ein nachfolgendes Begleitfahrzeug krachte in ihn hinein und traf den 25-Jährigen dabei unglücklich am Kopf. Mit schweren Verletzungen brachte man Demoitié umgehend in ein Krankenhaus in Lille, wo er jedoch noch am selben Tag verstarb.

Vor allem im Fahrerfeld mischte sich unter die Trauer und Bestürzung schnell auch Wut. Wut, weil der tragische Unfall in den Augen vieler Profis möglicherweise nicht passiert wäre, wenn das Thema Sicherheit ernster genommen würde.

Radstars appellieren an die Verantwortlichen

Tatsächlich war das Unglück um Demoitié nur das jüngste Beispiel von Zwischenfällen ähnlicher Art. So hatte ein Begleitmotorrad erst wenige Wochen zuvor den Belgier Stig Broeckx zu Fall gebracht. Für den 25-Jährigen endete die Kollision unter anderem mit einem Schlüsselbeinbruch.


Der tödliche Unfall bei Gent-Wevelgem jedenfalls entflammte die Debatte um die Sicherheit im Radsport neu. Während der Spanier Alberto Contador via Twitter "eine Kontrolle der Motorräder bei Rennen" forderte, richtete der deutsche Top-Sprinter Marcel Kittel einen deutlichen Appell an die Verantwortlichen. Die Sicherheitsprobleme seien offensichtlich, schrieb der 27-Jährige in einem langen Beitrag auf Facebook. Ihnen gehöre daher "dieselbe Aufmerksamkeit und Priorität wie er Kampf um einen sauberen Sport".

Auch Ex-Radstar Jan Ullrich, bislang erster und einziger deutscher Tour-de-France-Sieger, hat in seiner Karriere die ein oder andere kritische Situation erlebt, wie er dem stern verriet. Um das Risiko von Unfällen zu minimieren, sieht er vor allem den Radsport-Weltverband UCI (Union Cycliste International) in der Pflicht.

Herr Ullrich, der Tod des Belgiers Antoine Demoitié hat den Radsport erschüttert und eine alte Sicherheitsdebatte neu entfacht. Wo sehen Sie Gründe für die offensichtliche Zunahme vergleichbarer Zwischenfälle?

Eine wesentliche Ursache liegt sicher in der deutlich gestiegenen Anzahl von Fahrzeugen im Feld. Es sind ja längst nicht nur Kommissäre der UCI und Teamfahrzeuge auf der Strecke unterwegs, sondern auch neutrale Servicewagen, PR- und Presse-Vertreter sowie Kamera- und Übertragungsmobile der Fernsehsender. Kommt dann noch mangelnde Erfahrung hinter dem Steuer dazu, erhöht das die Unfallgefahr deutlich. 

Was meinen Sie konkret?

Es ist nicht nur wichtig, dass der Lenker sein jeweiliges Fahrzeug beherrscht. Vielmehr braucht es auch ein gutes Verständnis dafür, wie ein Rennen, wie die Strecke funktioniert. Nicht jeder hinter dem Steuer weiß jedoch, wie ein Peloton mit seinen knapp 200 Fahrern "lebt". Hier sehe ich die UCI in der Pflicht, da sie entscheidet, wer und wie viele Fahrzeuge im Feld mitfahren dürfen.

Der mehrfache Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin forderte als Konsequenz nach Demoitiés Tod, künftig nur noch Ex-Profis hinters Steuer zu lassen. Ein guter Ansatz?

Es ist meiner Meinung nach ein Muss, dass die Fahrer in den verschiedenen Begleitwagen über Erfahrungswerte im Peloton verfügen und eine entsprechende Lizenz ablegen. Auch sollten sie auf Alkohol und Medikamente geprüft werden. Ich halte zudem tägliche Vorbesprechungen vor den Rennen für sinnvoll, in denen die Strecke analysiert und auf schwierige Passagen hingewiesen wird.

Ist das Problem heute ein größeres als noch zu Ihrer aktiven Zeit?

Auch früher war schon immer alles hektisch und schnell, auch damals gab es Unfälle. Ich habe viele gesehen, bin selbst einmal beim Zeitfahrtraining in die Kofferraumscheibe eines Autos geflogen. Du bist gerade im Rennen so aufs Radfahren konzentriert, dass du dich blind auf die Fahrer verlassen musst. Ein weiterer Punkt, der verdeutlicht, wie wichtig Erfahrung in diesem Bereich ist. Dennoch: Unfälle passieren immer und das wird auch so bleiben.

Um das Medieninteresse zu erhöhen, bauen einige Veranstalter immer anspruchsvollere Passagen in ihre Rennen ein. Viele sprechen inzwischen von einem "Spektakel auf Kosten der Fahrer". Gleichzeitig soll der Zuschauer so nah wie möglich am Geschehen sein. Inwiefern trägt das zu kritischen Situationen bei?

Die Form der Live-Berichterstattung hat sich in den vergangenen Jahren sicher verändert. Die Medien wollen immer näher dran sein, berichten in Echtzeit und verlangen das auch so. Gerade bei wichtigen Rennen ist aber besonders viel Aktion im Feld, da kämpft jeder mit harten Bandagen um den besten Platz. Das Gleiche spielt sich zwischen den Materialwagen, Pressemotorädern und so weiter ab. All das trägt natürlich nicht zur Sicherheit bei.

Sie selbst haben Ihre Karriere 2007 beendet. Verfolgen Sie das aktuelle Renngeschehen noch oder interessiert Sie das nicht?

Doch, auf jeden Fall. Ich schaue mir noch immer viele Rennen im TV an und werde auch noch regelmäßig dazu eingeladen. Ich kenne auch die deutschen Fahrer gut, mit vielen von ihnen bin ich befreundet.

Wie oft sitzen Sie selbst noch im Sattel?

Ich bin noch rund 100 Tage im Jahr unterwegs und komme so etwa auf 11.000 Kilometer pro Saison. Das beinhaltet auch Eventteilnahmen als Testimonial für verschiedene Hersteller oder Touren als Guide für Reiseveranstalter. Nach einem Tief bedeutet mir der Radsport heute wieder sehr viel, er ist mein Elixier. Ich brauche das und muss aufs Rad, damit ich leben kann. Das habe ich aber erst erkennen und lernen müssen.


Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(