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Hintergrund: Die Olympia-Stadt Sotschi

Die XXII. Olympischen Winterspiele finden 2014 im russischen Sotschi statt. Der Badeort am Schwarzen Meer setzte sich gegen das südkoreanische Pyeongchang durch. Die russische Regierung wird Milliarden ausgeben müssen, um die Stadt fit für Wintersport zu machen.

Die Olympia-Stadt Sotschi 2014 ist auf dem Reißbrett eines der größten russischen Regierungsprojekte überhaupt. Insgesamt sollen mehr als 315 Milliarden Rubel (9 Milliarden Euro) ausgegeben werden, um die Stadt zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus- Gebirge olympiareif zu machen. Die meisten Projekte fangen bei Null an, so dass nach Angaben des Kreml die besten Technologien für die Sport- und Touristenzentren genutzt werden können. Die Zahl der Hotelbetten etwa soll um 44 000 auf rund 139 000 steigen.

Ein neuer Olympia-Park mit seinen Eissportarenen ist so geplant, dass er nach den Winterspielen als Freizeitpark und als Trainingszentrum für russische Sportler nutzbar ist. Auch die Wintersport-Anlagen in den Bergen sind als spätere Erholungs- und Sportzentren angelegt.

In einem Pressezentrum sind 12 000 Plätze für Journalisten vorgesehen, die über die Winterspiele berichten. Die Start- und Landebahn des Flughafens soll bis Mitte 2008 um einen auf 3,5 Kilometer verlängert werden, damit alle Flugzeugtypen verkehren können. Pro Stunde sollen nach den Plänen bis zu 14 Starts und Landungen sowie die Abfertigung von 1300 Passieren möglich sein. Bis 2009 soll außerdem eine 20 Kilometer lange Stadtautobahn mit zahlreichen Tunneln den Verkehr in der Stadt entlasten.

Das Bauprogramm sieht neue Brücken und Bahnlinien sowie den Neubau von Kraftwerken zur Energieversorgung vor. Bis 2008 soll ein modernes, 60 Kilometer langes Kabelnetzwerk verlegt sein, um die Energieversorgung einschließlich aller Reserven abzusichern. Neben dem Staat investieren auch Konzerne in die Region wie der weltgrößte Gaskonzern Gazprom und die milliardenschweren Industriekonglomerate Basic Element und Interros. Insgesamt sollen etwa 40 Prozent der Mittel nach Regierungsangaben aus nicht staatlichen Quellen kommen.

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