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Irina Priwalowa: "Sprint-Oma" startet wieder durch

Irina Priwalowa will es noch einmal wissen. Die russische Sprinterin plant mit 41 Jahren ihr großes Olympia-Comeback. Noch muss sich die "Sprint-Oma" für Olympia qualifizieren, aber die ersten Testläufe lassen von der ehemaligen Olympia-Siegerin einiges erwarten.

Mit fast 40 Jahren plant die dreifache Mutter Irina Priwalowa ihr Olympia-Comeback in der Leichtathletik. "Ganz ehrlich, nach all diesen Jahren: Ich bin noch hungrig auf Wettkämpfe. Auch wenn sich meine Ansprüche geändert haben. Gewinnen ist keine Sache von Leben und Tod mehr für mich", sagte die Russin der Zeitung "Moscow Times" in einem Interview.

Priwalowa hatte vor acht Jahren in Sydney mit Olympia-Gold über 400 Meter Hürden den größten Erfolg ihrer wechselvollen Karriere gefeiert. Bereits 1992 gewann die frühere Kurzsprinterin in Barcelona Olympia-Bronze über 100 Meter. Bei den russischen Meisterschaften will sich die 39-Jährige am kommenden Wochenende zum vierten Mal für Olympische Spiele qualifizieren.

Die etwas skeptischen Blicke ihrer viel jüngeren Rivalinnen, gab Priwalowa zu, hätten sie zum Comeback angestachelt. "In den Blicken spürte man die Frage: Was macht denn die Oma hier? Hat die denn noch nicht genug?" Dennoch will sie um den Platz im Olympia-Team kämpfen. Bei einem Test war die Sprinterin am 10. Juli mit beachtlichen 11,32 Sekunden über 100 Meter gestoppt worden. Ihre persönliche Bestzeit hatte sie vor 14 Jahren aufgestellt: 10,77 Sekunden.

Noch heute, nach 15 Jahren, hält sie den Hallenweltrekord über 60 Meter (6,92 Sekunden). Doch für die größte Überraschung hatte Priwalowa 2000 bei den Sydney-Spielen gesorgt: In ihrem erst achten Rennen erkämpfte sie Gold über 400 Meter Hürden, blieb eine Sekunde unter ihrer Bestzeit und düpierte die gesamte Konkurrenz. Im nacholympischen Jahr warf sie eine Knieverletzung aus der Bahn.

Seit der Geburt ihres zweiten Kindes im Jahr 2002 hat sie keine größeren Wettkämpfe mehr bestritten. "Mit drei Kindern", gab sie vor der Olympia-Qualifikation zu, "ist das natürlich eine große Herausforderung." Stammhalter Alexej ist 20 Jahre alt, Maria sechs, und "Nesthäkchen» Katja wurde vor zwei Jahren geboren.

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