Langlauf-Sprint Claudia Künzel sprintet zu Silber


Claudia Künzel hat ihre zweite Olympische Medaille gewonnen. Die Deutsche musste sich Sprint-Finale nur der Kanadierin Crawford geschlagen geben. Am frühen Abend greift Anni Friesinger nach Edelmetall.

Claudia Künzel hat ihren Auftritt bei den Olympischen Winterspielen in Turin mit der zweiten Silbermedaille im Langlauf gekrönt. Vier Tage nach dem Gewinn von Staffel-Silber belegte die 28-Jährige aus Oberwiesenthal am Mittwoch auch im Sprint den zweiten Platz und stellte damit ihre Vielseitigkeit in der Loipe unter Beweis.

Schneller als Claudia Künzel war nur Junioren- Weltmeisterin Chandra Crawford aus Kanada, die sich völlig überraschend Gold holte. Bronze ging an die Russin Alena Sidko. Den Sprint der Männer entschied der Schwede Björn Lind vor Roddy Darragon aus Frankreich und seinem Landsmann Thobias Fredriksson für sich.

"Eineinhalb Meter haben gefehlt"

"Heute war ein guter Tag. Es hat mir Kraft gegeben, dass ich mich in den ersten Läufen nicht so anstrengen musste", sagte Künzel, die im Viertel- und Halbfinale kaum gefordert worden war und jeweils als Erste über den Zielstrich fuhr. Doch im Finale konnte sie dem schnellen Antritt von Crawford nicht mehr folgen. "Ich bin sehr überrascht", bekannte die Olympiasiegerin.

Während Claudia Künzel allen Grund zum Strahlen hatte, war Manuela Henkel über ihren Viertelfinal-K.o. untröstlich. Die Oberhoferin weinte an der Schulter ihres Trainers Bernd Raupach bittere Tränen. "Ich habe die Chance gewittert, musste aber in der Außenkurve laufen. Das waren die eineinhalb Meter, die am Ende gefehlt haben", ärgerte sich die Staffel-Olympiasiegerin von 2002.

Langlauf-Coach Behle schont Angerer

Ohne Chance auf eine vordere Platzierung waren Stefanie Böhler und Nicole Fessel. Die Schwarzwälderin Böhler schied wie Henkel im Viertelfinale aus, für die 22-Jährige Fessel war bereits die Qualifikationshürde zu hoch. Um 21/100 Sekunden verpasste die Oberstdorferin den Sprung unter die besten 30.

Auch die Favoritinnen hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Die Russin Julia Tschepalowa, vor vier Jahren in Salt Lake City Olympiasiegerin, schied ebenso vorzeitig aus wie Marit Björgen aus Norwegen, die in dem von Künzel gewonnenen Viertelfinale nur den vierten Platz belegte.

Der Sprint der Männer fand ohne deutsche Beteiligung statt, nachdem der eigentlich vorgesehene Tobias Angerer von Bundestrainer Jochen Behle im Hinblick auf den 50-Kilometer-Marathon zum Abschluss der Spiele am Sonntag geschont wurde.

DPA


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