LEICHTATHLETIK Der »goldene Tag« in Edmonton


Erst ein »schwarzer« Dienstag und nun der »goldene« Mittwoch: Bei den deutschen Leichtathleten in Edmonton geht es dank Lars Riedel und Martin Buß endlich farbig zu.

Erst ein »schwarzer« Dienstag und nun der »goldene« Mittwoch: Bei den deutschen Leichtathleten in Edmonton geht es farbig zu. Mit ihren Titelgewinnen haben Diskus-Riese Lars Riedel und Himmelsstürmer Martin Buß das Medaillenkonto des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gehörig aufgestockt. Riedel gewann mit der deutschen Jahresbestweite von 69,72 m zum fünften Mal nach 1991, 1993, 1995 und 1997 Gold und schrieb damit ein neues Erfolgs-Kapitel. Der für Leverkusen startende Buß avancierte mit übersprungenen 2,36 m zum ersten deutschen Hochsprung-Weltmeister. Michael Möllenbeck komplettierte mit Bronze im Diskuswerfen das Top-Ergebnis der DLV-Ahtleten. »Der heutige Tag hat manche Enttäuschung verdrängt«, freute sich DLV-Präsident Clemens Prokop.

Hoch gepokert

»Dieses Gold kommt zum richtigen Zeitpunkt«, jubelte DLV- Leistungssportdirektor Rüdiger Nickel nach dem Überraschungscoup von Buß. Und Clemens Prokop gestand: »Ich war perplex.« Der 25-Jährige WM-Dritte von Sevilla pokerte im Finale hoch und gewann am Ende alles. Nach einem Fehlversuch über 2,33 m sparte er die anderen beiden Sprünge auf und überquerte die Sieghöhe im letzten Versuch. »Seit dem Trainingslager in Calgary, wo alles bestens lief, wollte ich Weltmeister werden. Wahnsinn, dass es geklappt hat«, jubelte der zweifache Familienvater.

»Einfach klasse«

Nur wenig später tanzte der Leistungssportchef Nickel ausgelassen auf der Tribüne. Im vierten Versuch hatte Lars Riedel den Diskus auf 69,72 m geschleudert und seinen fünften WM-Sieg in zehn Jahren perfekt gemacht. Der bis dahin mit 69,40 m in Führung liegende Olympiasieger Virgiljus Alekna (Litauen) konnte nicht mehr kontern. »Der erste Titel war wunderschön, der in Stuttgart natürlich auch. Dieser war der schwerste, weil ich den stärksten Gegner hatte«, freute sich Riedel. »Einfach klasse«, schwärmte Prokop.

Hoffen auf »Aha-Effekt«

Auch Michael Möllenbeck war happy. Mit der persönlichen Bestweite von 67,61 m holte er Bronze. »Toll, dass es endlich mal geklappt hat«, meinte der Wattenscheider, der wegen seiner beruflichen Ausbildung erst kurzfristig in Edmonton angereist war. »Jetzt hoffe ich auf ein paar freie Tage«, schickte Möllenbeck einen Gruß in die Heimat. »Ich hoffe, dass gibt uns Aufschwung für die kommenden Tage«, setzt Prokop auf einen Aha-Effekt.

Der alte Löwe ist angeschossen

Eine neue Erfahrung musste Haile Gebrselassie machen. Der zweimalige Olympiasieger und viermalige Weltmeister verlor nach acht Jahren den Nimbus der Unbesiegbarkeit. »Der alte Löwe ist angeschossen, aber nicht tot«, meinte Manager Jos Hermens. Gebrselassie, der im Finish keine Chance hatte, kündigte seine Rückkehr für die WM 2003 in Paris an: »Da werde ich wieder die 10 000 m laufen.« Damit hat der Äthiopier seine Marathon-Ambitionen vorerst ad acta gelegt.

Während die Sprint-Zwillinge Gabi und Birgit Rockmeier das Halbfinale über 200 m erreichten, schied das Hürdentrio der Männer in der Vorschlussrunde geschlossen aus. Am Donnerstag greifen die Stabhochspringer Danny Ecker, Michael Stolle und Richard Spiegelburg nach Edelmetall.


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