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LEICHTATHLETIK: Medaillen für deutsche Marathonläuferinnen

Doppelter Erfolg in München: Luminita Zaituc und Sonja Oberem feierten heute als Zweite und Dritte den größten Erfolg deutscher Marathonläuferinnen bei Europameisterschaften.

Florian Schwarthoff und Mike Fenner haben trotz des Daumendrückens von Schirmherr Gerhard Schröder die erhoffte Medaille über 110 m Hürden verpasst. Dagegen hatten vor Eintreffen des Bundeskanzlers im Münchner Olympiastadion Luminita Zaituc und Sonja Oberem heute als Zweite und Dritte den größten Erfolg deutscher Marathonläuferinnen bei Europameisterschaften gefeiert. Den Hürden-Titel gewann vor 46.200 Zuschauern zum vierten Mal in Folge der Brite Colin Jackson in 13,11 Sekunden.

Der Weltrekordler ist damit der fünfte Athlet nach seinem Landsmann Steve Backley (Speerwerfen) am Vortag, Heike Drechsler (Weitsprung), dem Letten Janis Lusis (Speerwerfen) und der Russin Nadjeschda Tichonowa (Kugelstoßen), dem dieses Kunststücke gelang. Schwarthoff (Berlin) fehlten als Viertem in 13,37 Sekunden 5/100 zu einer Medaille. Fenner (Wattenscheid) wurde Fünfter in 13,39. Silber und Bronze sicherten sich der Lette Stanislavs Olijars (13,22) und der Pole Artur Kohoutek (13,32). Im ohne deutsche Beteiligung ausgetragenen Dreisprung siegte die Britin Ashia Hansen mit der Jahresweltbestleistung von 15,00 m vor der Finnin Heli Koivula (14,83) und der Russin Jelena Olejnikowa (14,54).

Zuvor hatte Heike Drechsler den Bundeskanzler auf dem Einlaufplatz im Namen der deutschen Mannschaft begrüßt. »Schön, dass Sie da sind«, sagte die vierfache Weitsprung-Europameisterin. Zu dem Zeitpunkt hatte Schröder den couragierten Marathon-Lauf von Luminita Zaituc (Braunschweig) in 2:26:58 Stunden und Sonja Oberem in 2:28:42 verpasst. Den Sieg über die 42,195 km sicherte sich die Italienerin Maria Giuda mit 2:26:05.

Medaillen-Duo gewinnt den Europacup

»Ich wollte zeigen, dass ich gut trainiert habe und auch stark im Kopf bin«, freute sich Luminita Zaituc nach ihrem erst vierten Marathon. Und Sonja Oberem meinte: »Die Medaille war mein Traum. Mein Dank gilt den Zuschauern, ohne sie hätte ich es nicht geschafft«, sagte die in 22 Rennen erfahrene 29-Jährige. Gemeinsam mit Ulrike Maisch (Rostock), die bei ihrem EM-Debüt in 2:36:41 Stunden 8. wurde, und der 17., Melanie Kraus (Leverkusen/2:44:56), gewann das Medaillen-Duo den gleichzeitig ausgetragenen Europacup.

Keine Zweifel an seinem Ziel Titelverteidigung ließ Nils Schumann aufkommen. Der 800-m-Olympiasieger aus Großengottern spurtete nach 1:48,01 Minuten als Erster eines taktisch gelaufenen Halbfinals in den Endlauf. Anschließend folgte ihm der Pirnaer Rene Herms in 1:46,77 ins Finale.

Im Siebenkampf befand sich die zweifache Weltmeisterin Sabine Braun nach fünf Disziplinen auf Medaillenkurs. Die 37-jährige Wattenscheiderin verbesserte sich nach 6,50 m im Weitsprung auf den 3. Platz (4.770 Punkte). Die Führung behielt die Schwedin Carolina Kluft mit 4.877 vor Natalja Sazanowitsch (Weißrussland/4.821).

Ihre Medaillen-Ambitionen unterstrichen die deutschen 4x100-m- Staffeln. Das Frauen-Quartett mit Melanie Paschke (Wattenscheid), Gabi Rockmeier, Sina Schielke (beide Dortmund) und Marion Wagner (Mainz) lief in 43,05 Sekunden als Schnellstes ins Finale. Das Männer-Team Ronny Ostwald, Marc Blume, Alexander Kosenkow (alle Wattenscheid) und Christian Schacht (Kornwestheim) erreichten in 39,21 den Endlauf.

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