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Doping-Ignoranz vor WM: Der Absturz der Leichtathletik

Leichtathletik begeistert Millionen von Menschen. Noch. Das absurde Verhalten des Weltverbandes in der Doping-Diskussion sorgt für jede Menge Kritik. Vor der WM in Peking muss der Sport aufpassen, dass er nicht so endet wie der Radsport.

Die Leichtathletik-WM in Peking steht bevor. Justin Gatlin ist ein Topfavorit auf den 100-Meter-Sieg.

Die Leichtathletik-WM in Peking steht bevor. Justin Gatlin (r.) ist ein Topfavorit auf den 100-Meter-Sieg. Doch seine Leistungen bereiten dem Sport auch Sorgen.

Selten ist eine Sache im Nebel der Smog-Stadt Peking so klar zu erkennen gewesen wie diesmal. Das liegt natürlich vor allem daran, dass es nicht um ein Erkennen im visuellen Sinn geht, sondern um eine Erkenntnis. Die lautet so: Die Leichtathletik zerstört sich gerade selbst. Dieser Sport, der von 100 Meter Lauf bis Weitsprung und Diskuswerfen so viele faszinierende Elemente bietet, dieser Sport, den Millionen von Menschen lieben - er erlebt vor der am Samstag startenden WM in China Doping-Anschuldigungen wie nie zuvor. Und wie reagieren die Verantwortlichen? Gar nicht! Die Folgen könnten fatal sein.

Wie schlimm es um die Leichtathletik derzeit steht, erzählen besonders gut die Aussagen von Julian Reus. Der Mann ist gerade Deutschlands bester Sprinter, ist deutscher Meister und hält den 100-Meter-Rekord.  Reus beobachtet die Szene und aus seiner Einschätzung über Leistungen von Kollegen macht er keinen Hehl. Über US-Star Justin Gatlin sagte Reus unlängst zur "Sport Bild": "Bei Gatlin verwundert es mich, dass ein Athlet, der nachweislich Doping-Mittel genommen hat und über einen längeren Zeitraum gesperrt war, zurückkommt und sogar noch schneller läuft als in der Zeit, in der er gedopt war."

Leichtathletik vor WM: Doping immer präsent

So läuft das derzeit häufig in diesem Sport. Athleten dopen, werden überführt, werden gesperrt, dürfen wieder starten. Und legen Zeiten, Weiten oder Höhen hin als wäre nichts gewesen. Sprinter Justin Gatlin zum Beispiel war schon mehrfach gesperrt, zuletzt vier Jahre von 2006 bis 2010, hätte er nicht als Kronzeuge ausgesagt, hätte er überhaupt nie wieder starten dürfen. Seit seiner Rückkehr wird er immer stärker, legt mit 33 Jahren mal eben eine persönliche Bestzeit nach der nächsten hin und lässt sich von einem Mann coachen, der selbst als Dopingsünder überführt war.

Nun könnte man argumentieren, dass die Sprinter schon immer unter Verdacht standen. Aber seit auch die Kollegen aus den Ausdauersportarten in den Fokus rücken, verändert sich das Gesamtbild. Es gibt schon jetzt Menschen, die Leichtathleten unter Generalverdacht stellen. Die Tatsache, dass in Peking neben Gatlin noch zahlreiche weitere überführte Doper wie Sprinter Asafa Powell oder der weißrussische Hammerwerfer Iwan Tichon starten, macht die Sache nicht besser. Unschuldsvermutung hin oder her.

ARD-Dokumentation verärgert Weltverband 

Vor allem, wenn man sich die gigantische Studie über Blutproben der Ausdauer-Athleten vor Augen führt, sind schnell Zweifel da. Eine ARD-Dokumentation hat jüngst die Auswertung einer Liste aus der IAAF-Datenbank mit 12.000 Bluttests von rund 5000 Leichtathleten präsentiert. Danach sollen unter den Sportlern mit dopingverdächtigen Werten 146 Medaillengewinner von WM und Olympischen Spielen gewesen sein - unter ihnen 55 Sieger. Die Botschaft dieser Untersuchung ist klar: Es scheint flächendeckendes Doping zu geben. Die Untätigkeit des Weltverbandes verstärkt den Verdacht noch.

Die IAAF kritisierte die Studie nämlich nicht nur und wies alle Anschuldigungen von sich, sondern der Verband startete sogar eine Gegenoffensive, um sich selbst im Anti-Doping-Kampf zu profilieren. Gerade zur rechten Zeit präsentierte die IAAF, die nach eigenen Angaben pro Jahr rund drei Millionen Dollar in die Doping-Bekämpfung investiert, einen Erfolg: Nachtests von 28 Leichtathleten bei den WM 2005 und 2007 haben dopingverdächtige Werte erbracht. Untersuchungen wurden eingeleitet.

"Oberlehrer, die Ethik-Maßstäbe setzen wollen"

Die Botschaft, sie soll klar sein: Wir machen etwas gegen Doping. Leider nur über Ergebnisse, die zehn Jahre zurückliegen. Die deutlich umfassenderen Anschuldigungen aus der ARD-Dokumentation werden ignoriert und verteufelt. Auch die Nationale Anti Doping Agentur (Nada) reiht sich in mysteriöse Interpretationen der Angelegenheit ein. Nachdem Sportler wie Diskus-Star Robert Harting ihre Blutproben veröffentlichten, um Transparenz zu schaffen, kritisierte die Nada den Schritt. Andere Sportler, die ihre Proben nicht veröffentlichten, würden sofort unter Verdacht geraten, so die Argumentation.

Seit Mittwoch hat der Leichtathletik-Weltverband nun einen neuen Präsidenten. Der Brite Sebastian Coe, zweifacher Olympiasieger über 1500 Meter, steht nach der Wahl vor einer schweren Herausforderung. Er wird einen neuen Kurs in der Anti-Doping-Frage fahren müssen, um den Sport vor einem Glaubwürdigkeitsproblem zu bewahren. Ob es dazu kommt, ist allerdings fraglich. Bei der Wahl sendete der Sportverband schließlich ein weiteres deutliches Zeichen. Der deutsche Verband DLV steht erstmals nach 20 Jahren nicht mehr in der IAAF-Regierung. Verbandspräsident Clemens Prokop vermutet, dass die Doping-Vorwürfe der ARD-Doku nicht gut angekommen seien. "Die Deutschen werden als Oberlehrer empfunden, die den Maßstab in Ethik setzen wollen", sagte Prokop. Aufklärung und Anti-Doping-Kampf sind also immer noch der schnellste Weg aufs Abstellgleis.

Gatlin und Bolt wie Ulrich und Armstrong

Ab Samstag werden trotz allem noch Tausende Fans ins Nationalstadion von Peking pilgern, vor den Fernsehgeräten weltweit werden 100-Meter-Lauf und Co. wieder zu Dramen hochstilisiert. Und klar, ein Duell vom derzeit starken Gatlin und Rekordhalter Usain Bolt wird auch hierzulande faszinieren. Das Kernproblem der Leichathletik ist nur: Das Tour-de-France-Duell Ulrich gegen Armstrong war auch immer spannend. Doch dann ging dem Sport die Glaubwürdigkeit komplett verloren. Den Rest der Radsport-Geschichte ist bekannt. Er sollte der Leichtathletik eine Warnung sein.

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Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.