Leichtathletik-WM Bekele holt das "Double"


Kenenisa Bekele bleibt im Langstreckenlauf das Maß aller Dinge: Der Äthiopier hat bei der Leichtathletik-WM in Berlin nach seinem Sieg über 10.000 Meter auch über die 5.000 Meter triumphiert. Beim Speerwurf der Männer siegte ebenfalls der Topfavorit.

Kenenisa Bekele lächelte, als er über die Ziellinie lief. Bis auf den letzten Meter hatte ihm der Titelverteidiger Bernard Lagat (USA) an den Fersen geklebt. Doch am Ende ging das 5.000-Meter-Finale der Leichtathletik-WM in Berlin so aus wie alle bedeutenden Langstrecken-Rennen der vergangenen sechs Jahre, wenn Bekele dabei war: Der Äthiopier gewann. In 13:17,09 Minuten siegte er vor dem Amerikaner Bernard Lagat Lagat (13:17,33) und James Kwalia C’Kurui aus Katar (13:17,78). "Ich habe wirklich alles gegeben, was ich habe. Aber Bekele war einfach stärker", sagte Lagat.

Bekele hatte am vergangenen Montag auch die Goldmedaille über 10.000 Meter gewonnen. Er ist der erste Athlet, der bei einer Weltmeisterschaft auf beiden Langstrecken siegte. Der 27-Jährige erweiterte damit in Berlin seine ohnehin schon große Titelsammlung. Er ist nun dreifacher Olympiasieger und fünffacher Weltmeister. Allerdings gewann Bekele nur zwei Titel davon über die 5.000 Meter. Der WM-Sieg über diese Distanz war selbst für ihn eine Premiere.

Im Finale versuchte Bekele wie schon beim 10.000-Meter-Rennen, sich in der Schlussrunde vom Feld abzusetzen. Das gelang ihm diesmal aber nicht, weil Titelverteidiger Lagat mithielt. Auf der Zielgeraden sah es für einen Moment so aus, als könnte Lagat den Äthiopier sogar überholen. Aber auf den letzten Metern setzte sich der Seriensieger erneut durch. Dabei war Bekele nicht gut vorbereitet in die WM-Saison gegangen. Im November 2008 zog er sich einen Ermüdungsbruch im Sprunggelenk zu und musste mehrere Wochen pausieren.

Trotzdem verhinderte allein er, dass die WM in Berlin aus äthiopischer Sicht zum Debakel wurde. Bekele gewann die beiden einzigen Goldmedaillen für das erfolgsverwöhnte ostafrikanische Land. Im Marathon sowie über 5.000 und 10.000 Meter der Frauen setzte es dagegen schmerzhafte Niederlagen gegen den Erzrivalen Kenia. Nun hat Bekele in diesem Jahr noch ein Ziel: Den Golden-League-Jackpot in Höhe von einer Million Dollar zu knacken. Dafür benötigt er noch zwei Siege bei den Meetings in Zürich und Brüssel.

Auch beim Speerwurf der Männer hat sich der Titel-Favorit durchgesetzt. Olympiasieger Andreas Thorkildsen gewann den ersten Speerwurf-Titel in der WM-Geschichte für Norwegen. Mit 89,59 Metern im zweiten Versuch siegte er am Sonntag vor Guillermo Martinez aus Kuba (86,41) und dem Japaner Yukifumi Murakami (82,97). Titelverteidiger Tero Pitkämäki (Finnland) wurde Fünfter. Der Rostocker Mark Frank belegte mit 81,32 Metern Platz acht. Timo Häber aus Leipzig hatte die Qualifikation nicht überstanden.

DPA DPA

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