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Mehr Sport Snooker - Mark Selby gewinnt das Paul Hunter Classic


Ein wie entfesselt aufspielender Mark Selby hat das Finale des Paul Hunter Classic gewonnen. Der Jester from Leicester ließ Mark Davis bei seinem 4:0-Erfolg nicht den Hauch einer Chance. Der Respotted-Blog sah zudem ein Maximum und gratuliert Stuart Bingham zum ersten Kind.

Die Players Tour Championship bleibt in dieser Saison fest in englischer Hand und Mark Selby führte zudem die Tradition fort, dass kein Spieler das Turnier zwei Mal in einer Spielzeit gewinnen kann. Beim 4:0 gegen Mark Davis brillierte der Jester from Leicester zeitweise und schaffte es nach seiner Finalniederlage im Jahr 2008 auch endlich, in Deutschland zu gewinnen.

Damals hatte Selby gegen Shaun Murphy verloren und in diesem Jahr sah es schon so aus, als ob er das Finale in Fürth überhaupt nicht erreichen würde. Denn im Halbfinale lag Selby bereits mit 1:3 im Hintertreffen, konnte Ronnie O'Sullivan jedoch noch mit 4:3 besiegen.

Mark Davis hatte in den Runden zuvor gute Leistungen abgeliefert, dabei Jimmy White, Jamie Cope und auch Neil Robertson besiegt. "Ich hatte ein paar gute Chancen hier im Finale, aber wenn man die nicht nutzt, ist Mark einer von den Spielern, die das gnadenlos ausnutzen."

Paul Hunter Senior überreicht die Trophäe

Der zeigte in den Tagen nicht sein sonst so gewohntes Sicherheitsspiel, sondern spielte erfrischendes Offensiv-Snooker: "Heute muss man so spielen, denn das Spiel hat sich verändert und sonst hat man keine Chancen. Danke auch an die Fans, die die Woche über fantastisch waren."

Der perfekte Abschluss war dann die Siegerehrung, bei der der Vater des verstorbenen Paul Hunter die Trophäe überreichte. Mir hat das Turnier in jedem Fall sehr gut gefallen und ich denke, dass Deutschland aus dem Kalender wirklich nicht mehr wegzudenken ist. Denn auch den Spielern gefällt es immer sehr gut und gerade das euphorische Publikum trägt seinen Teil dazu bei.

Fu und Ebdon mit schneller Heimreise

Enttäuscht haben mich Spieler wie Marco Fu (3:4 gegen Sam Baird), Peter Ebdon (3:4 gegen James Wattana) und Ryan Day (1:4 gegen Aditya Mehta), die bereits in Runde eins scheiterten. Doch auch für Mark Williams (1:4 gegen Passakorn Suwannawat), Shaun Murphy (3:4 gegen Michael White), Matthew Stevens (1:4 gegen Mark King) oder Mark Allen (2:4 gegen Joe Jogia) war eine Runde später Feierabend.

Doch das Publikum bekam zum Glück einen Großteil der Stars auch in den entscheidenden Runden zu sehen und ein ganz besonderes Highlight setzte Ronnie O'Sullivan. Denn wer, wenn nicht O'Sullivan, hätte für den ganz speziellen Moment sorgen können?

O'Sullivan spielt ein Maximum

So war es The Rocket, der eine 147 spielte und sich die 2.000 Pfund für das Maximum Break sicherte. Der Engländer führte bereits mit 2:0 gegen Adam Duffy, als er die 147 spielte. Damit hat er auch Stephen Hendry wieder abgeschüttelt, der in der letzten Saison ebenfalls sein zehntes Maximum gespielt hatte. The Rocket liegt nun bei elf.

Keine Frage, dass die Halle kopfstand und den wohl beliebtesten Spieler hier abfeierte. Schüchtern wie eh und je schien auch O'Sullivan den Applaus zu genießen. Als ich ihn in Hamburg bei einer Exhibition getroffen habe, hat er mir auch bestätigt, sich hier wirklich wohlzufühlen. Und bis zum Halbfinale konnten ihn die Zuschauer dann ja auch genießen.

Nun ist das Paul Hunter Classic also auch vorbei und es war ein wirklich fantastisches Turnier mit vielen Highlights. Paul Hunter hätte sicherlich ebenso seine Freude gehabt und ich denke, sein Name passt hier wirklich gut hin. Zu seinem Todestag im Oktober werde ich wohl auch mal ein kleines Porträt schreiben, für die Leute unter Euch, die ihn nicht mehr haben spielen sehen.

Stuart Bingham ist nun Vater

Gefehlt hat irgendwie auch Stuart Bingham und ich habe bei ihm nachgefragt, warum er denn nicht nach Fürth gefahren ist. Zuletzt hatte er mir ja erklärt, sich auf Deutschland zu freuen. Aber es hat einen relativ einfachen Grund, wie er mit mitteilte. Denn er ist gestern Vater geworden.

Am Freitag erklärte er mir: "Meine Frau musste ins Krankenhaus und ich will nicht verpassen, wie mein Kind das Licht der Welt erblickt. Zum Glück wird das auch nicht passieren, denn es könnte heute so weit sein. Das ist auch der einzige Grund, weswegen ich ein Turnier absagen würde."

Inzwischen ist sein Sohn gesund und munter angekommen, hat allerdings noch keinen Namen. Da wünsche ich von hier alles Gute für die junge Familie. Und das ist auch ein triftiger Grund, ein Turnier auszulassen.

Trauer um Len Ganley

Ansonsten hätte er vielleicht von Barry Hearn eine Strafe aufgebrummt bekommen und der Snooker-Boss hat sich nun etwas Besonderes einfallen lassen, wie er auf Verfehlungen reagieren wird. Denn wer gegen die Richtlinien von World Snooker verstößt, darf demnächst eine Geldstrafe an das Haven House Children's Hospice überweisen.

"Jedes Unternehmen hat Regeln, die befolgt werden müssen. Bei uns stehen diese Regeln in den Verträgen der Spieler", erklärte Hearn. "Ich will nicht, dass irgendein Spieler die Regeln bricht, aber wenn es so ist, dann freue ich mich darüber, dass Heaven House davon profitiert. Wir wollen ein Minimum von 120.000 Pfund erreichen."

Aber auch traurige Nachrichten gilt es zu vermelden, denn Jan Verhaas schrieb per Twitter, dass Len Ganley im Alter von 68 Jahren gestorben ist. Der Nordire wurde im Jahr 1971 Vollzeit-Schiedsrichter und leitete vier WM-Finals – zwei von Stephen Hendry und zwei von Steve Davis. Viele Spieler und auch Schiedsrichter nahmen bereits Anteil.

Das soll es auch schon wieder für diese Woche gewesen sein. Doch lange müsst Ihr nicht auf den nächsten Blog und das nächste Turnier warten. Schon am 1. September geht es mit der Premier League weiter und am 5. September findet mit dem Shanghai Masters das zweite Ranglisten Turnier der Saison statt.

Danke für die Aufmerksamkeit und bis dahin ...

Gunnar Beuth

sportal.de sportal

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