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Mehr Sport Snooker - Shaun Murphy gewinnt das Brazilian Masters


Shaun Murphy hat das Brazilian Masters gewonnen und Graeme Dott deutlich mit 5:0 abgefertigt. Der Respotted-Blog sah ein gut organisiertes Turnier, das aber noch die normalen Kinderkrankheiten aufwies, und beschäftigt sich zudem noch mit der Beschwerde von Mark Williams nach dem Shanghai Masters.

Das Brazilian Masters darf durchaus als gelungene Veranstaltung angesehen werden und Shaun Murphy hat die erste Auflage des Einladungsturniers gewonnen. Der Magician besiegte Graeme Dott deutlich mit 5:0 und zeigte vor den Augen des Respotted-Blogs eine solide Leistung.

Die ersten vier Frames gingen innerhalb von gut 60 Minuten an Murphy und Dott bekam kaum Zeit am Tisch. Mit einem Top-Break von 79 setzte der Weltmeister von 2005 die Grundlage zum Sieg. Eine 139 nach der Pause machte das kleine Debakel für den Pocket Dynamo perfekt.

In Abwesenheit vieler Top-Spieler um Ronnie O'Sullivan, John Higgins oder Matthew Stevens waren es die Altmeister, die den Brasilianern gute Unterhaltung boten. Stephen Hendry und Peter Ebdon schafften es bis ins Halbfinale und trafen im Club der Weltmeister dann auf Dott und Murphy.

Ob es beiden aus den Top-16 geflogenen Profis für den Rest der Saison Auftrieb geben wird, bleibt abzuwarten. Ein wenig Selbstvertrauen werden sie sich aber definitiv geholt haben. Lassen wir uns überraschen, wie es mit ihnen weitergeht.

Die üblichen Kinderkrankheiten

Nach dem Finale darf man sich nun auch einmal fragen, was uns das Masters gebracht hat. Über die Resonanz der Öffentlichkeit sollte man sprechen, allerdings fingen auch die Turniere in China und auch in Deutschland klein an und sind mit der Zeit gewachsen – in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Und was man so hört, sollen die Tickets auch nicht gerade für einen symbolischen Euro zu haben gewesen sein.

Den Stolz angemerkt hat man dabei Igor Figueiredo, der in der ersten Runde Jamie Cope ausgeschaltet hatte, sich dann aber Graeme Dott geschlagen geben musste. Der Brasilianer wäre eine Bereicherung auf der Main Tour, kann es sich aber aus finanziellen Gründen wohl nicht leisten, immer vor Ort zu sein. Das ist natürlich schade.

Um Spitzensport zu betreiben, braucht man leider auch den finanziellen Background, und auch Spieler wie Mark Allen wären sicherlich nicht vorne mit dabei, wenn nicht die Eltern – in diesem Beispiel – ihr Haus verpfändet und so den Weg geebnet hätten. Obwohl es für die Spieler aus Übersee natürlich wesentlich schwieriger ist, hier Fuß zu fassen. Mit dieser Leistung hat Figueiredo aber einmal mehr auf sich aufmerksam gemacht und vielleicht findet er ja einen Sponsor.

Ermittlungen zum Finale

Vielleicht habt Ihr auch schon mitbekommen, dass es Ermittlungen ob des Zwischenfalls beim Shanghai Masters geben wird. Mark Selby hatte sich in Frame 17 aus einem Snooker befreit und es war nicht ganz klar, ob er nun erst Pink oder doch Rot getroffen hatte. Williams war hinterher ziemlich aufgebracht und erklärte: "Ich wurde betrogen, der Schiedsrichter hat eine haarsträubende Entscheidung getroffen.“

Gegenüber der Daily Mail legte er nach: "Es war klar zu sehen, dass er Pink getroffen hat. Nächste Mal sollte vielleicht Stevie Wonder als Schiedsrichter fungieren.“ Eirian Williams entschied nach langen Diskussionen zugunsten von Selby und Williams war von der Rolle. Nun wird ermittelt, wobei am Sieg von Selby nicht mehr gerüttelt wird.

Der WPBSA-Sprecher Jason Ferguson sagte auf bbc.co.uk: "Bei dieser Untersuchung geht es nicht um disziplinarische Maßnahmen und sie hat auch keinen Einfluss auf den Ausgang des Matches. Mark Selby ist der Champion und hat das Duell fair gewonnen. Es geht nun darum, eine Richtlinie für künftige Situationen zu entwerfen.“

Biographie von Willie Thorne

Nach den harten Worten von Williams hier ein kleiner Lesetipp von mir, denn Willie Thorne hat seine Biographie herausgebracht und der Mirror hat erste Auszüge gedruckt. Dort ist unter anderem davon zu lesen, wie der Engländer sich im Jahr 2002 versucht hat, das Leben zu nehmen. Aufgrund von Depressionen und finanziellen Problemen nahm er eine Überdosis Tabletten und hatte viel Glück, dass der elfjährige Sohn seiner Frau Jill ihn fand.

Unschön war auch der Verdacht gegen Jimmy Michie und Marcus Campbell, beim Shoot Out im Januar manipuliert zu haben. Wie die Onlineausgabe der Daily Mail mitteilte, gab es angeblich sehr hohe Einsätze auf einen Sieg von Campbell, der sich letztendlich auch mit 32:21 durchgesetzt hatte. "Die Ermittlungen sind abgeschlossen und die hohen Einsätze konnten nicht in Verbindung mit beiden Spielern gebracht werden“, hieß es vonseiten der WPBSA.

Die 147 auf dem Handy

Aber es gibt sie auch noch, die schönen Geschichten. Und eine besonders schöne ist das Maximum von Michael Leslie. Den schottischen Amateur muss man wahrlich nicht kennen, doch der auch Lightning genannte 18-Jährige könnte in Zukunft auf sich aufmerksam machen. Denn im Internet kursiert ein Video, in dem er in sieben Minuten und sechs Sekunden eine 147 auf den Tisch zaubert.

"Wir wollten einfach ein paar Videos machen und die dann vielleicht auf Facebook stellen“, erklärte der Protagonist gegenüber edinburghnews.scotsman.com. "Es ist Wahnsinn, das auf Video zu haben. Ich habe den ganzen Tag gespielt und es ist vielleicht das entspannteste Break, das man jemals sehen wird.“

Ding mit einem neuen Hobbie

Um die schlechte Überleitung perfekt zu machen nun eine andere Art von Entspannung: Wie nun herauskam, hat Ding Junhui eine Freundin. Warum das überhaupt interessant ist? Er rückt nun als Volksheld einer ganzen Nation so richtig in den Mittelpunkt der Presse und es wurde auch darüber spekuliert, dass er deswegen bereits in der ersten Runde des Shanghai Masters gescheitert ist.

Barry Hearn sieht das recht locker und sagte auf chinadaily.com.cn: "Snooker ist ein mentaler Sport. Wenn man das Queue aufgenommen hat, muss man sich einfach auch entspannen. Ich bin mir sicher, er ist sehr glücklich mit seiner Freundin und diese Erfahrung wird ihn zu einem besseren Spieler machen. Denn neben dem Sport braucht man auch noch andere Lebensinhalte."

Gunnar Beuth 

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