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Mehr Sport: Sun Yang bricht Uralt-Weltrekord

Ryan Lochte wurde mit fünf Goldmedaillen zwar zum besten Schwimmer der WM in Shanghai, die USA holten die meisten Medaillen, doch das Ausrufezeichen zum Abschluss setzten die chinesischen Gastgeber: Sun Yang brach den ältesten noch bestehenden Weltrekord.

Die USA wurden im Schwimmbecken von Shanghai zwar die erfolgreichste Nation, doch China liegt knapp dahinter in Lauerstellung und setzte zum Abschluss der Heim-WM noch ein ganz besonderes Ausrufezeichen. Sun Yang knackte über 1500 Meter die zehn Jahre alte Bestmarke von Grant Hackett.

Der Jubel im Oriental Sports Center kannte kaum noch Grenzen, als Yang nach 14:34,14 Minuten anschlug und auf dem riesigen Videowürfel unter dem Hallendach "New World Record" aufblinkte. Yang hatte nicht nur Gold für China geholt, sondern auch die älteste noch bestehende Bestmarke im Schwimmsport geknackt.

Starkes Finish sicherte den Rekord

Exakt zehn Jahre und zwei Tage hatten die 14:34,56 Minuten des Australiers Grant Hackett das Nonplusultra über die lange Distanz dargestellt, war die einzige Bestmarke gewesen, die die Ära der Hightech-Anzüge überstanden hatte. Doch nach Yangs enormem Schlussspurt war auch sie Geschichte. Noch 100 Meter hatte der 19-Jährige 2,03 Sekunden hinter der Bestmarke zurückgehangen, doch dann drehte der 1,98 Meter große Lokalmatador noch einmal auf.

Doch der Doppelweltmeister über 800 und 1500 Meter blieb in der Stunde des Triumphes bescheiden. "Ich war nicht besessen vom Weltrekord, das Ziel war Gold", erklärte Sun, der sich vom Australier Denis Cotterell auf Weltrekord-Geschwindigkeit hatte pushen lassen. Aber insgesamt schwammen die Chinesen in den prestigeträchtigen Beckenwettbewerben ganz vorne mit und belegten mit 15 Gold, 13 Silber und acht Bronzemedaillen am Ende Rang zwei in der Nationenwertung.

Lochte der Schwimmer der WM

Das US-Team war dank unter anderen Ryan Lochte und Michael Phelps mit 17 Gold-, sechs Silber- und neun Bronzemedaillen am Ende beste Nation bei den Titelkämpfen. Am Schlusstag holte Lochte mit einem beeindruckenden Start-Ziel-Sieg über 400 Meter Lagen seinen insgesamt fünften Titel in Shanghai. Der dreimalige Olympiasieger benötigte 4:07,13 Minuten, konnte gegen Ende sogar noch etwas runterschalten und verwies trotzdem seinen Landsmann Tyler Clary in 4:11,17 Minuten auf Platz zwei. Dritter wurde der Japaner Yuya Horihata.

Lochte ist neben dem ehemaligen ungarischen Superstar Tamas Darnyi der einzige Mann, der bei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften jeweils die Titel über 200 und 400 Meter Lagen abräumen konnte. Kein Wunder, dass der 26-Jährige zum besten männlichen Schwimmer der WM gekürt wurde. Doch das große Ziel von Lochte sind die Olympischen Spiele 2012 in London. „Ich bin sehr glücklich mit der WM. Ich meine fünf Goldmedaillen sind großartig, aber ich kann noch schneller schwimmen", kündigte er laut reuters.com an.

Bronze zum Abschluss für deusche Herren

Auch über 4 x 100 Meter holten sich die USA den Titel. Sie siegten vor Australien und der deutschen Mannschaft, die mit Helge Meeuw, Hendrik Feldwehr, Benjamin Starke und Schlussschwimmer Paul Biedermann einen versöhnlichen WM-Abschluss feierte.

Sie schlugen nach 3:32,60 Minuten an, nur 54/100 Sekunden hinter dem Sieger. Das deutsche Quartett hatte vor zwei Jahren in der gleichen Besetzung WM-Silber geholt. Insgesamt holten die Beckenschwimmer des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) in Shanghai fünf Bronzemedaillen - nur bei der WM-Premiere 1973 in Belgrad war der DSV mit drei Bronzemedaillen erfolgloser.

sportal.de / sportal

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