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Motorsport: Sven Hannawald wird Rennfahrer

Comeback im Cockpit: Der frühere Skisprung-Star Sven Hannawald startet jetzt im Motorsport durch. Im nächsten Jahr wird der 35-Jährige eine komplette Saison in der ADAC GT Masters-Serie bestreiten. Das Engagement soll kein einmaliges Gastspiel bleiben.

Der frühere Skisprung-Star Sven Hannawald startet eine neue Sportler-Karriere als Rennfahrer. "Nach überstandenem Burnout habe ich nach einer neuen Aufgabe gesucht und sie im Motorsport gefunden", sagte Hannawald am Rande der Vierschanzentournee in Oberstdorf.

Ab 18. April wird der 35-Jährige in der ADAC GT Masters-Serie an den Start gehen und dort alle sieben Läufe bestreiten. In welchem Auto Hannawald fahren wird, ist noch nicht klar und soll sich im Frühjahr entscheiden. Einen Startplatz hat Hannawald jedoch sicher, Sponsoren übernehmen die Kosten von knapp einer halben Million Euro pro Saison.

Burnout-Syndrom überwunden

"Ich habe schon in verschiedenen Klassen Gästerennen bestritten. Ich möchte jetzt über eine ganze Saison sehen, wie weit ich komme. Ich weiß, dass ich einige Lehrjahre hinter mich bringen muss. Aber ich bin infiziert. Das ist eine Aufgabe, die mir Spaß macht", sagte Hannawald. Er brauche "das Adrenalin". Die Planung laufe für "zwei bis drei Jahre, dann wird man weitersehen".

Hannawald hatte in der Saison 2001/2002 als erster und bisher einziger Skispringer bei der Vierschanzentournee mit Siegen bei allen vier Wettbewerben den "Grand Slam" geschafft. 2005 erklärte er seinen Rücktritt vom Skisport, da er am Burnout-Syndrom litt. Beim Auftaktspringen am Dienstag in Oberstdorf wird Hannawald als einer der beiden Stadionsprecher fungieren.

Seine Krankheit hat der ehemalige Skispringer inzwischen überwunden. "Es hat sehr lange gedauert, aber jetzt kann ich wirklich sagen, dass es mir gut geht. Ich bin endlich im normalen Leben angekommen. Ich bin locker und mache mir nicht mehr so viele Gedanken, was, wann, wo wird", sagte Hannawald. Deshalb will er sich bei seiner neuen Aufgabe im Motorsport auch keinen allzu großen Druck machen: "Ich werde das professionell angehen, aber nicht super extrem. Ich werde mein normales Leben weiterleben."

SID/DPA / DPA

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