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Nach dem Playoff-Aus: Gefrusteter Nowitzki kämpft weiter

Dirk Nowitzki sportlich und privat im Tal der Tränen: Zunächst der große Wirbel um die Verhaftung seiner Verlobten, dann das bittere Playoff-Aus mit seinen Dallas Mavericks gegen Denver. Doch Nowitzki gibt nicht auf und will weiter für seinen großen Traum vom NBA-Titel kämpfen.

Eine weitere enttäuschende Saison in den Knochen, einen viel zu langen Sommer vor der Brust und jede Menge ungeklärte Fragen zu seiner angeblichen, inhaftierten Verlobten im Hinterkopf - Dirk Nowitzki befindet sich derzeit sportlich und privat im Tal der Tränen. Der Traum vom Titelgewinn in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA wurde für den Würzburger erneut zu einem Trauma. "Ich spiele nicht mehr darum, in die Playoffs einzuziehen oder dort die erste Runde zu überstehen. Mein Ziel ist die Meisterschaft und da haben wir eine weitere Chance vergeben", meinte Nowitzki am Donnerstag, einen Tag nach der finalen 110:124-Saisonniederlage seiner Dallas Mavericks bei den Denver Nuggets.

Nowitzki hält zu den Mavericks

Sein Frust ist verständlich. Während er gegen Denver in allen fünf Partien kontinuierlich Können und Klasse auf höchstem Niveau zeigte und mit durchschnittlich 34,4 Punkten pro Partie zum besten NBA-Werfer in der zweiten Playoff-Runde avancierte, versteckten sich Nowitzkis Nebenleute zu oft hinter dem 2,13 Meter-Riesen. Somit wartet der Deutsche auch nach seiner elften NBA-Saison weiter auf die Verwirklichung seines letzten großen sportlichen Traumes. Dennoch hält Nowitzki zu seinen maladen Mavericks - und das, obwohl er den Verein nach der kommenden Saison aufgrund einer Ausstiegsklausel in seinem bis 2011 datierten Vertrag verlassen könnte.

"Nachdem ich hier elf Jahre lang alles gegeben habe - selbst wenn ich krank oder verletzt war, immer das gemacht habe, was von mir verlangt wurde, würde ich mich woanders nicht so wohl fühlen wie hier. Es war immer mein Traum, meine Karriere hier zu beenden und eine Meisterschaft zu gewinnen. Ich denke, das ist immer noch möglich", so Nowitzki, der am 19. Juni 31 Jahre alt wird und somit allmählich auf die Zielgerade seiner Karriere einbiegt. Dennoch fühle er, dass er noch drei oder vier Jahre soliden Basketball in sich habe. Trost in diesen tristen Tagen könnte ihm ein Blick auf die Vita anderer prominenter Profis geben. Kevin Garnett und Ray Allen beispielsweise wurden mit 32 Jahren erstmals Meister. David Robinson musste sogar noch ein Jahr länger warten.

Schwangere Freundin des Diebstahls angeklagt

Bevor Nowitzki jedoch den zwölften Anlauf Richtung Championship Ende Oktober startet, muss er sich in den nächsten Tagen erst einmal mit seinen privaten Problemen auseinandersetzen. Die 37-jährige Frau, die am 6. Mai in seiner Wohnung festgenommen worden war und bei der es sich um seine schwangere Verlobte handeln soll, wurde am Donnerstag im Bezirksgefängnis von Beaumont/Texas wegen Diebstahls in einem Fall aus dem Jahr 2006 angeklagt.

Damals hatte sie Zahnarztrechnungen zwischen 1.500 und 20.000 Dollar nicht bezahlt. Nowitzki hält sich zu der Sache nach wie vor bedeckt, räumte am Donnerstag lediglich ein, dass das Paar seit einigen Wochen Schwierigkeiten gehabt habe. Bislang, so Nowitzki, habe er sich trotz "einer der schwierigsten Wochen in seinem Leben" voll auf Basketball konzentriert. Denn das sei das Wichtigste und eine gute Ablenkung. Die wird ihm nach dem frühen Saison-Aus jedoch ab sofort fehlen.

Heiko Öldorp/DPA / DPA

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