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NBA: Mavericks besiegen Grizzlies 95 -85

Die Dallas Mavericks haben mit einem 95:85-Sieg über die Memphis Grizzlies ihre Ausgangsposition im Rennen um einen NBA-Playoff-Platz wieder deutlich verbessert und zeigte, dass vor allem ihre Defensive bereits Playoff-würdig ist.

Die Dallas Mavericks haben sich in der NBA mit einer überzeugenden Leistung gegen die Memphis Grizzlies im Rennen um die Playoff-Plätze wieder zurück gemeldet. Gegen das direkt vor Dallas platzierte Team gab es einen 95:85-Sieg, der vor allem dank eines beeindruckenden Schlussspurts zustande kam.

Zwei Tage nach der Pleite gegen die Clippers und den ersten Sorgenfalten die Playoff-Qualifikation betreffend haben sich die Mavericks nicht nur im direkten Vergleich mit einem Konkurrenten durchsetzen können, sie erspielten sich auch die Chance, sich mit einem Sieg in Memphis am Samstag den direkten Vergleich der beiden Teams zu sichern.

Angstgegner Memphis

Fünf Spiele in Folge hatten die Mavericks gegen die Grizzlies verloren. Und nicht nur dass, Memphis gilt vor allem dank der Rückkehr von All-Star Zach Randolph bei vielen Experten als der Geheimtipp für einen tiefen Playoff-Run – und so haben sie denn auch die letzten Wochen gespielt.

Nur eine Niederlage aus den letzten sechs Spielen, innerhalb dieser Zeitspanne unter anderem Auswärtssiege bei den Los Angeles Lakers und beim Conference-Primus in Oklahoma City und ein Team, das bereits in den Playoffs der letzten Saison mit dem Sieg gegen die topgesetzten San Antonio Spurs bewies, dass man vor großen Namen überhaupt keinen Respekt zu haben braucht. Und für die Mavericks war das Spiel natürlich zusätzlich besonders wichtig, da man das erste Spiel der beiden Teams bereits verloren hatte und nun einen Sieg brauchte, um sich im dritten Aufeinandertreffen die Regular-Season-Serie noch sichern zu können.

Lockdown Defense gefällig?

In der äußerst ausgeglichenen ersten Halbzeit zeigten beide Teams, dass sie an einem guten Abend zu den gefährlicheren der Liga gehören. Sowohl Mavs als auch Grizzlies warfen weit über 50 Prozent, unter den Körben wurde um jeden Rebound gekämpft – schließlich beschäftigen die Grizzlies ja auch All-Star Center Marc Gasol – und das Scoreboard ließ für ein Match zweier der besten Defensivteams der Liga eher ein Schützenfest erwarten.

Doch die Mavericks bewiesen in Halbzeit zwei, dass sie weder zum alten Eisen gehören noch der in der letzten Saison so oft in Anspruch genommene fünfte Gang rostig geworden wäre. Defensiv immer hellwach und ohne in Foulschwierigkeiten zu geraten, hatte Memphis, je länger das Match dauerte, immer größere Probleme, zu leichten Körben zu kommen und schien mit den Kräften am Ende zu sein. Was natürlich auch dem dritten Match an drei Tagen geschuldet werden musste, in dem sich die Grizzlies befanden.

Vor allem Shawn Marion, der mit seinen Blockversuchen – am Ende standen drei geglückte Stops – zahlreiche Grizzlies-Spieler entnervte und Ian Mahinmi, der mit 10 Rebounds unter den Körben oft zur Stelle war, gehörte hinterher das Lob von Jason Terry. "Was Matrix (Shawn Marion, die Redaktion) und Ian da gespielt haben, war lockdown defense! So müssen wir auftreten, wenn wir es in den Playoffs zu etwas bringen wollen", so Terry gegenüber dem Haussender der Mavericks. Marion war allerdings auch offensiv stark, erzielte er doch 12 seiner 16 Punkte im entscheidenden letzten Viertel.

Carlisle zufrieden – West wichtig

Dank der beiden sowie Dirk Nowitzkis einmal mehr starker Leistung (23 Punkte, 10 von 18 aus dem Feld,10 Rebounds) konnten die Mavericks endlich mal wieder gegen ein eigentlich körperlich überlegenes Team zeigen, dass es auch unter den Körben geht. So sah es nach dem Spiel auch Coach Rick Carlisle:"Genau das möchte ich sehen. 10 Rebounds vom einen, 5 vom anderen, alles gut verteilt. Wir haben nun mal keinen Rebounder wie Dwight Howard oder Kevin Love, deshalb müssen dabei alle zusammen arbeiten."

Und natürlich sollte man als einen der Gründe für Dallas' solide Leistung auch den von seiner Verletzung genesenen Delonte West erwähnen. West, der 21 Spiele verpasst hatte und erst am Donnerstag gegen Miami wieder zum Kader gehörte, ist einer dieser Spieler, die selten zu viel nachdenken. Das kann funktionieren, muss es aber nicht, wie sich Fans in Cleveland oder in Boston ungern erinnern. Doch an einem Abend wie heute kann West den Unterschied ausmachen. Als die Mavs drohten, zurück zu fallen, nahm West einige unmögliche Würfe, verwandelte und pushte seine Teamkollegen zu einer besseren Leistung. Am Ende standen für den Guard, der seine Stellung als Stammspieler zementiert haben dürfte, 14 Punkte, nur ein Fehlwurf und eine makellose Dreierstatistik.

Dallas rückte mit dem Sieg punktgleich zu den Grizzlies auf, die allerdings noch zwei Spiele mehr zu absolvieren haben. Die Serie zwischen beiden wird am Samstag entschieden, wenn Dallas zum dritten Spiel in Memphis antritt.

Die Konkurrenz patzt

Und der direkte Vergleich könnte ja noch wichtig werden, würde man am Ende der Regular Season gleichauf mit dem Grizzlies liegen. Etwas Luft zum Atmen haben sich die Mavs heute zumindest verschafft. Denn mit den Denver Nuggets (92:94 in New Orleans) und den Utah Jazz (105:107 zuhause gegen Phoenix) haben gleich zwei direkte Konkurrenten um die Plätze gepatzt. Gegen Denver zeigte Chris Kaman übrigens wieder mal, wieso er nach wie vor eine tolle Addition für die Nationalmannschaft wäre – wie Neu-Coach Svetislav Pesic unter der Woche in einem Interview mit dem Kicker angesprochen hatte. 14 Punkte, 10 Rebounds und 5 Blocks, so die stolze Bilanz des Centers gegen die Nuggets

Utah sah zwar gegen Phoenix lange Zeit wie der Sieger aus, doch die Suns, bei denen nicht weniger als 7 Spieler zweistellig punkten konnten, kommen gen Ende der Saison immer besser in Fahrt. Vor allem der beste Passgeber der Liga, Steve Nash, inspiriert seine eigentlich eher mittelmäßigen Mitspieler immer wieder zu tollen Leistungen – wie dem Sprung auf einen Playoff-Platz, der nun nur noch ein Sieg entfernt ist.

Zwar konnte sich Phoenix dank des Sieges an Utah vorbei auf Platz 9 schieben, Dallas hat auf Platz sechs aber nun 2,5 anstatt von nur 2 Siegen Vorsprung auf Rang neun – dem ersten Platz, auf dem es nicht mehr für die Playoffs reicht.

Heat feuern Oklahoma aus der Halle

Und auch der Spitzenreiter im Westen musste eine weitere Niederlage einstecken. Nachdem man die Miami Heat in eigener Halle vor 10 Tagen noch demontiert hatte, war es heute Miamis LeBron James, der ein Ausrufezeichen hinter die MVP-Diskussion machte, die ihn und Oklahomas Kevin Durant umgibt. Miami gewann letzten Endes mit 98:93 und verkürzte den Abstand auf die Chicago Bulls an der Spitze der Eastern Conference.

Nach einer sehr zurückhaltenden Vorstellung im letzten Duell der beiden kam James heute auf 34 Punkte, 10 Assists, 7 Rebounds und 4 Steals und meldete damit einmal mehr klare Ansprüche auf den Titel des besten Spielers der Saison an. Oklahoma, das so stark in die Saison gestartet war, muss sich gut überlegen, ob man weiterhin Point Guard Russell Westbrook mehr werfen lässt als den besten Scorer der Liga, Kevin Durant. Im gestrigen Spiel kam Westbrook auf 26 Würfe – Durant nahm derer nur 21, erzielte aber zwei Punkte mehr als Westbrook.

Oliver Stein

sportal.de / sportal

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