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NBA: NBA - Mavericks patzen bei den Suns

Acht Spiele in Serie hatten die Mavericks gegen die Suns gewonnen und Dirk Nowitzki damit viel Gelegenheit, seinen Freund Steve Nash zu ärgern. Damit war nun Schluss, denn die chronische Auswärtsschwäche der Mavs hielt auch beim Lieblingsgegner an. 

Die Dallas Mavericks können auswärts einfach nicht mehr gewinnen. Selbst beim Lieblingsgegner Phoenix Suns konnte die Serie nicht gebrochen werden. Die 96:94-Niederlage war die fünfte Auswärtspleite in Folge – und die nächsten beiden Spiele finden ebenfalls fern der Heimat statt.

In diesem Duell der beiden ältesten Teams der Liga ging es, anders als bei vorherigen Aufeinandertreffen, die oft Schützenfesten glichen, um Defensive – und die Alt-Herren der Suns in Gestalt von Steve Nash, 38, und Grant Hill, 39, verteidigten an diesem Abend einfach besser. So konnte Dirk Nowitzki zwar mit einer guten Quote 18 Punkte erzielen, kam aber viel zu oft nicht wie gewünscht zum Abschluss aus der Halbdistanz und war so an zahlreichen Ballverlusten beteiligt.

Mavericks zunächst mit heißen Händchen

Trotz einer völlig verschlafenen Anfangsphase der Mavericks verlief die erste Halbzeit so, wie Coach Carlisle sich das vorgestellt haben dürfte. Die Distanzwürfe saßen gut und von der Ersatzbank, in den letzten Spielen noch weit unter Normalform agierend, konnten vor allem Jason Terry und Lamar Odom punkten.

Zur Halbzeit hatte Dallas eine komfortable 9-Punkte-Führung inne, und nichts deutete auf einen Einbruch hin. Doch scheinbar hat Dallas jedes zweite Spiel eine eingebaute Sperre, sobald es ins dritte Viertel geht. Bei Vince Carter, dem Topscorer zu dem Zeitpunkt, fielen die Würfe nicht mehr und vor allem Spielmacher Jason Kidd tat sich gegen die Defense der Suns schwer.

Ausgeglichen ging es ins Schlussviertel, und hatten die Mavericks im letzten Jahr in solchen Situationen noch oft geglänzt, fehlt es in dieser Saison an etwas. Fast 6 Minuten ohne eigenen Korberfolg erlaubten es den Suns, sich 10 Punkte Vorsprung herauszuspielen, und trotz einigen glücklichen Momenten in der Schlussphase gelang es Dallas nie, diesen aufzuholen. Rodrigue Beaubois hatte zwar in den Schlusssekunden noch zweimal die Möglichkeit, das Spiel auszugleichen, verpasste aber einen Layup und einen Jumpshot.

Gibt es eine Re-union?

Nach acht Siegen in Serie gegen die Suns war dies die erste Niederlage seit Anfang 2010 – für Steve Nash sicher eine Erleichterung. Schließlich musste er sich lange genug bei Familienfesten die Prahlereien und Schmähungen Nowitzkis anhören. Nowitzki ist seit gemeinsamen Tagen bei den Mavs nicht nur einer der besten Freunde von Nash, sondern ebenfalls der Patenonkel von Nashs Zwillings-Mädchen.

Und seit letztem Jahr eben auch der erste von beiden, der einen Meisterring gewonnen hat. Nach wie vor gilt es als heißestes Gerücht der Liga, das Nash nach Ablauf seines Vertrags in Phoenix im Sommer noch für ein oder zwei Jahre zu den Mavericks wechseln wird, um noch einige Spiele mit seinem Spezi Nowitzki gemeinsam absolvieren zu können. Es könnte also das letzte direkte Duell der beiden Freunde gegeneinander gewesen sein.

Odom immer stärker

Das Erfreulichste aus Sicht der Mavericks war sicher der Auftritt von Lamar Odom. Nachdem Odom sich aufgrund privater Probleme für zwei Wochen hatte krankschreiben lassen, war bei Mitspielern und Coaches Kritik an der Einstellung des Forwards laut geworden.

Odom (15 Punkte, 4 Rebounds, 2 Assists) antwortete mit stetig steigenden Leistungen in den letzten drei Spielen. Gegen Phoenix überzeugte er offensiv wie defensiv. Und mit Bankspielern wie Odom, Rodrigue Beaubois und Jason Terry in der Form der letzten beiden Spiele muss den Mavericks zumindest in der Western Conference vor keinem Team Angst und bange sein – sollten die vorübergehenden Konzentrationsschwächen in den späten Phasen von engen Spielen abgelegt werden können.

Dallas liegt nach sechs Niederlagen aus den letzten acht Spielen allerdings nur noch 1.5 Spiele vor den Houston Rockets auf dem ersten Nicht-Playoff-Platz. Umso wichtiger erscheinen die nächsten beiden Partien am Freitag bei den Sacramento Kings sowie am Samstag bei den Golden State Warriors. Zwei Siege sind eigentlich Pflicht – auch wenn es Auswärtsspiele sind.

Fitnesswunder aus der Wüste

Vielleicht sollten sich die Mavericks für die kurzen Regenerationsphasen aber auch einfach ein paar Tips aus Phoenix holen. Die Suns beschäftigen mit Nash und Hill ja tatsächlich zwei halbe Wunder. Point-Guard Nash spielt mit 38 Jahren eine der besten Saisons seiner Karriere und ist der erste Spieler über 30, der auf einen Schnitt von 13 Punkten und 10 Rebounds kommt. Und Hill, der von 2002 bis 2007 chronisch verletzt war und deshalb eine noch bessere Karriere verpasste, erlebt dank der medizinischen Betreuung in Arizona seinen dritten Frühling und spielt seit fast fünf Jahren ohne nennenswerte Verletzungen durch.

Vegetarische Ernährung, eine ausgeklügelte Vitaminversorgung und viele der Trainingsmethoden, die auch der Fußballclub AC Mailand verwendet, sind scheinbar ein Geheimrezept, auch mit knapp 40 noch ein überdurchschnittlicher NBA-Spieler zu sein.

Magic stark gegen Bulls

Im zweiten Spiel des Abends traf die Wundertüte der Liga, Orlando Magic, in Chicago auf die Bulls. Hatten die Magic am Dienstag noch gegen das schlechteste Team der Liga, die Charlotte Bobcats, verloren, drehten sie heute den Spieß um und gewannen ihr Auswärtsspiel beim besten Team der NBA.

Beim 99:94-Sieg der Mannschaft aus Florida überzeugte vor allem Magic-Center Dwight Howard, den die Trade-Gerüchte um seine Person scheinbar überhaupt nicht abzulenken scheinen. Mit 29 Punkten und 18 Rebounds lieferte Howard einmal mehr ein riesiges Double-Double ab. Außerdem half vor allem Jason Richardson mit 18 Punkten sowie 4 von 6 verwandelten Dreiern dabei, sich für die deutliche Heim-Niederlage im ersten Aufeinandertreffen zu revanchieren.

Chicago, das seinen Topscorer ausnahmsweise mal nicht in MVP Derrick Rose, sondern in Carlos Boozer (26 Punkte) fand, lag über die gesamte Spieldauer teilweise zweistellig zurück, konnte dann im vierten Viertel aber zum ersten Mal in Führung gehen. Doch Nervenstärke bei Orlandos bestem Dreier-Schützen, Ryan Anderson und vergebene Chancen im Viererpack von Rose besiegelten das Schicksal der Bulls, die trotz der Niederlage an der Spitze der Eastern Conference stehen.

Oliver Stein

sportal.de / sportal

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