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NBA Spielergewerkschaft lehnt NBA-Angebot ab und geht vor Gericht


Die Hoffnungen auf ein gutes Ende des Tarifstreits sind wieder einmal zerschlagen worden: Die Spielergewerkschaft NBPA hat das von der Liga unterbreitete Angebot abgelehnt. Da sie zudem ankündigte vor Gericht zu ziehen, rückt eine baldige Einigung in weite Ferne und das Saison-Aus wird immer konkreter.

Am Ende kam es so, wie zuvor alle Welt befürchtet hatte: Das Angebot der NBA ist von der Spielergewerkschaft NBPA abgelehnt worden, nun müssen wohl die Gerichte entscheiden, ob es überhaupt zu einer Saison 2011/12 kommen wird. Dies wurde bei einem Treffen von Vertretern aller 30 Teams, unter ihnen Kobe Bryant und Carmelo Anthony, in New York einstimmig beschlossen.

Die Gewerkschaft werde sich in einen Unternehmerverband umwandeln, um ein gerichtliches Kartellverfahren gegen die Liga einzuleiten, erklärte NBPA-Geschäftsführer Billy Hunter das weitere Vorgehen. "Unsere Anwälte müssen nun übernehmen", so Gewerkschafts-Präsident Derek Fisher von den Los Angeles Lakers gegenüber espn.com.

NBA-Commissioner David Stern antwortete auf die Ablehnung erwartungsgemäß hart: "Billy Hunter stellt die ganze Saison in Frage und bringt seine Gewerkschaftsmitglieder um eine Menge Geld", erklärte er gegenüber ESPN.  

Ein Ultimatum zuviel?

Ende vergangener Woche hatte NBA-Commissioner David Stern das Angebot der Liga über eine 50 zu 50-Teilung der Basketball-Einnahmen zwischen Besitzern und Spielern mit den Worten unterbreitet, das dies das letzte Angebot sei: "Wir haben unser angepasstes Angebot gemacht und wir haben nicht vor, dieses noch einmal zu ändern", lautete sein Quasi-Ultimatum an die Adresse der Spieler.

Hunter sah seine Seite dadurch unter unnötigen Druck gesetzt. "Die Spieler sehen sich nicht in der Lage, irgendwelche Ultimaten anzunehmen", zitierte espn.com den Geschäftsführer. Fisher betonte noch einmal, dass die Akteure kein Saison-Aus wollten. "Wir wollen unsere Arbeit machen, wir sind auch bereit, zu verhandeln. Doch der Verhandlungsprozess ist nun zusammengebrochen."

Mit der De-Facto-Auflösung und dem Gang vor Gericht folgt die Basketball-Gewerkschaft dem Beispiel der NFL-Kollegen aus dem Frühjahr. Diese konnten sich jedoch noch vor dem eigentlichen Saisonbeginn wieder mit ihrer Liga einigen und die Spielzeit wie geplant beginnen. Die NBA hätte dagegen laut Plan bereits seit zwei Wochen ihren Ligabetrieb wieder aufnehmen sollen – jetzt scheint das Damokles-Schwert Saison-Aus nur noch um Haaresbreite über den Spielern, Besitzern und Fans zu schweben.

Sven Kittelmann

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